(lug) - Schenkt man pessimistischen Auslegungen des Maya-Kalenders glauben, so geht am 21. Dezember (mal wieder) die Welt unter. Wie das wohl genau aussehen mag, können oder wollen sich nur die wenigsten ausmalen. In Hollywood hingegen mangelt es nicht an Ideen für ein potentielles Ende unserer Existenz. Wir haben für Sie die "schönsten" Schauer-Szenarien herausgesucht.

Sonneneruption

Um ja nichts anbrennen zu lassen, brachte der deutsche Regisseur Roland Emmerich seinen Katastrophenfilm "2012" vorsichtshalber schon im Jahr 2009 ins Kino. Bei einem Start im gleichnamigen Jahr sähe das Einspielergebnis wohl dürftiger aus. Sollte sich wirklich alles so abspielen wie hier gezeigt, bliebe dem Zuschauer dann nämlich kaum noch Zeit, sich den Streifen anzusehen.

"2012" greift die Idee auf, dass nach dem Ende der langen Zählung des Maya-Kalenders die Welt im Jahr 2012 untergeht. Eine starke Sonneneruption führt zum Erwärmen des Erdkerns, die Pole verschieben sich. Was folgt sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche. Wie es sich für einen US-Präsidenten gehört, hat dieser aber zum Glück die Bibel gründlich gelesen: So werden zum Erhalt der Menschheit Archen gebaut.

Die NASA kürte "2012" zum "absurdesten Science-Fiction-Film". Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass Emmerich sämtliche Fakten falsch darstelle. Ausserdem würden durch den Film viele Leute in unbegründete Angst versetzt.

In "Knowing - Die Zukunft endet jetzt" mit Nicolas Cage wird die Erde von einer gewaltigen Sonneneruption komplett vernichtet.

Alles erlischt

Den Titel des absurdesten SciFi-Films hatte zuvor "The Core - Der innere Kern" inne. Hier spielt sich allerdings ein gegenteiliges Szenario ab: Der Erdkern hört langsam auf, sich zu drehen und droht zu erlöschen. Weil sich dadurch wiederum das Magnetfeld der Erde auflöst, droht alles Leben auf dem Planeten binnen eines Jahres zu verbrennen.

Eine Gruppe von Forschern um Hilary Swank wird auf ein Himmelfahrtskommando zum Mittelpunkt der Erde geschickt um diesen mit Hilfe einer Atombombe wiederzubeleben. Ein Hoch auf die Kernkraft?

"Slumdog Millionaire"-Regisseur Danny Boyle wiederum lässt in "Sunshine" nicht den Erdkern, sondern die Sonne erlöschen. Deshalb kommt es zum solaren Winter, und alles Leben erfriert. Das macht die Sache auch nicht besser, zumindest die Problemlösung aber bleibt identisch: Dann wirft man die Atombombe eben auf die Sonne.

Klimakatastrophe

Auch in "The Day After Tomorrow" beschreibt Roland Emmerich eine schaurige Beinahe-Apokalypse. Im Großen und Ganzen läuft das ähnlich ab, wie in "2012". Schuld sind diesmal allerdings nicht die Maya, sondern die Erderwärmung. Durch das Schmelzen der Polkappen kommt es zu gigantischen Flutwellen, mit der Folge, dass der Golfstrom aussetzt und eine neue Eiszeit über die Nordhalbkugel hereinbricht.

Kevin Costner erlebte seine persönliche Apokalypse bereits im Jahr 1995 mit "Waterworld". Der spielt zwar in ferner Zukunft, entpuppte sich aber im Hier und Jetzt als finanzielles Fiasko.

Die Polkappen sind hier ebenfalls geschmolzen, und die gesamte Erde ist von einem einzigen Ozean bedeckt. Die wenigen Überlebenden schippern als Händler über die Meere oder versetzen erstere als Piraten in Angst und Schrecken. Der einzige Hoffnungsschimmer, den alle teilen, ist der Mythos vom "Dryland", dem letzten nicht überfluteten Festland.

Umweltverschmutzung

Im Pixar-Animationsfilm "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf" haben die Menschen in ferner Zukunft die unbewohnbar gewordene Erde verlassen. Der Planet ist infolge des überbordenden Massenkonsums zu einer riesigen Müllhalde verkommen.

Die Müllroboter, die eigentlich wieder Ordnung herstellen und eine Rückkehr ermöglichen sollten, sind bis auf den kleinen Protagonisten WALL·E alle kaputt. Unterdessen haben sich die Menschen in ihrem völlig automatisierten Raumschiff zu degenerierten, fettleibigen Faulpelzen entwickelt.

Verblödung der Menschheit

Eine ähnlich unvorteilhafte Entwicklung nimmt der Mensch in der dystopischen Komödie "Idiocracy". Während Kinder immer weniger in die Lebensplanung gebildeter Akademiker passen, pflanzt sich die Unterschicht unkontrolliert fort.

Deshalb ist das Bildungsbürgertum schon bald ausgestorben und die Menschheit zu einem Haufen zurückgebliebener Schwachköpfe verkommen. Die Erde erstickt im Müll und eine Hungersnot bahnt sich an, da man sich nicht erklären kann, wieso die "Bewässerung" von Ackerland mit Limonade keine befriedigenden Ergebnisse zutage fördert.

Ein bei einem Kälteschlaf-Experiment vergessener US-Soldat soll es richten. Mit seinem für heutige Verhältnisse absolut durchschnittlichen IQ ist er plötzlich die intelligenteste Person auf Erden.

Unfruchtbarkeit

Womöglich schiebt uns die Natur bei zunehmender Überbevölkerung auch einen genetischen Riegel vor. Das könnte dann so aussehen wie in P.D. James' Roman "Children of Men", der mit Clive Owen verfilmt wurde.

Wir schreiben das Jahr 2027: Die gesamte Menschheit ist unfruchtbar geworden, seit über 18 Jahren wurde kein Mensch mehr geboren. Der Tod des jüngsten Menschen der Welt löst allgemeine Trauer aus. Ansonsten herrscht globales Chaos, das Aussterben scheint nicht mehr aufzuhalten.

Angeblich existiert jedoch ein geheimer Zusammenschluss von Wissenschaftlern, deren Aufgabe es ist, das Unfruchtbarkeitsproblem zu lösen.

Kollision mit einem Asteroiden

Mit "Deep Impact" und "Armageddon" kamen im Jahr 1998 gleich zwei Hollywood-Blockbuster ins Kino, in denen ein Himmelskörper aus dem All die Erde zu zerstören droht.

Der Kern der Handlung verläuft in beiden Filmen nahezu identisch. In völliger Ohnmacht sieht die Menschheit das vermeintlich unvermeidbare Ende auf sich zurasen. Es sei denn, es gelingt, den Asteroiden mit Hilfe einer Atombombe rechtzeitig vom Kollisionskurs abzubringen, oder noch besser, gleich ganz in die Luft zu sprengen.

Regie-Enfant-Terrible Lars von Trier entwarf 2011 mit "Melancholia" eine noch düsterere Untergangs-Vision. Hier rast gleich ein ganzer Planet auf die Erde zu. Und da hilft weder Bruce Willis, noch die größte Bombe weiter.

Aliens

Eine weitere, nicht minder existenzbedrohende Gefahr, die in den unendlichen Weiten des Alls lauert, sind Aliens. Und von denen scheinen uns nur die wenigsten so wohlgesonnen wie etwa E.T. oder Alf.

Schleichend und gruselig spielt sich die Invasion in "Die Körperfresser kommen" ab. Im Schlaf befällt ein außerirdischer Mikroorganismus den Menschen. Dieser zerfällt kurz darauf zu Staub, während ein emotionsloser Alien-Doppelgänger in einem Kokon heranwächst. Nach und nach wird so die gesamte Menschheit ausgetauscht.

In Douglas Adams' Kult-Werk "Per Anhalter durch die Galaxis" wird hingegen nicht lange gefackelt. Leider muss die Erde einer Art Weltraum-Autobahn weichen. Während sich die geistig überlegenen Delphine in Sicherheit bringen können, verpasst es unsere Spezies, rechtzeitig den Planeten zu räumen.

Wohl dem, dessen bester Freund sich zufällig als Alien entpuppt und einen rettet.

Nicht weniger zimperlich sind die Außerirdischen in dem Szenario, das Katastrophen-Guru Roland Emmerich mit "Independence Day" ersinnt. Als sich ein riesiges Raumschiff der Erde nähert, hofft man zunächst auf eine friedliche Begegnung. Eher durch Zufall stellt sich aber heraus, dass es sich bei den durch den Anflug hervorgerufenen Satellitenstörungen um einen Countdown handelt.

Nuklearer Holocaust

Mit der Kernenergie ist das so eine Sache. Natürlich kann man mit ihrer Hilfe den Erdkern wieder ankurbeln, gefährliche Asteroiden in die Luft sprengen oder Aliens in die Flucht schlagen. Doch auch ein gewisses Gefahrenpotential ist nicht von der Hand zu weisen. Jagen wir uns also am Ende selbst in die Luft?

Schon im Kalten Krieg war die Angst vor einer nuklearen Eskalation allgegenwärtig. Die möglichen Folgen eines Wettrüstens zwischen Ost und West stellte "The Day After" 1983 in drastischen Bildern dar. Das Pentagon soll deshalb sogar versucht haben, das Filmprojekt zu verhindern.

Stanley Kubrick nahm sich des Themas auf satirische Art und Weise an. In "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb", löst ein geistesgestörter US-General im Alleingang einen Atomkrieg mit der Sowjetunion aus, der die gesamte Menschheit letztlich ausrottet.

Im SciFi-Kult-Klassiker "Planet der Affen" wird am Ende deutlich, dass sich die Menschheit infolge eines Atomkrieges selbst zerstört hat. Durch Evolution haben sich Affen als dominante Spezies weiterentwickelt und machen nun Jagd auf die wenigen verbleibenden Menschen, die inzwischen zu Primaten degeneriert sind.

Ironisch: Die Hauptrolle in "Planet der Affen" spielte Charlton Heston. Der war in der 60er Jahren noch politisch liberal, wurde aber im Alter zu einem fanatischen Waffennarr.

Künstliche Intelligenz

Auch die unermüdlichen Bestrebungen nach technischem Fortschritt könnten irgendwann gründlich in die Hose gehen. Beispielsweise dann, wenn Maschinen plötzlich schlauer sind als der Mensch und sich von uns nichts mehr sagen lassen wollen.

Ein solches Bild zeichnet die "Matrix"-Trilogie. Von intelligenten Maschinenwesen versklavt, dämmern die Menschen in riesigen Zucht- und Aufbewahrungsanlagen vor sich hin. Die Welt in der wir zu leben glauben, ist in Wahrheit nur eine hochkomplexe Computersimulation. Immerhin kriegen wir so von unserem Elend nichts mit.

In der "Terminator"-Reihe entwickelt das globale Netzwerk "Skynet" ein eigenes Bewusstsein und entzieht dem Menschen die Kontrolle über sämtliche Computersysteme. Durch das Abfeuern von Nuklearwaffen rund um den Globus löscht "Skynet" die Zivilisation aus. Wer das überlebt, fristet als Rebell oder Arbeitssklave ein ziemlich trostloses Dasein in permanenter Furcht vor als Menschen getarnten Roboter-Killern.

Killer-Viren

"Planet der Affen: Prevolution" aus dem Jahr 2011 erzählt eine alternative Vorgeschichte zum Original. Von einem Atomkrieg bleibt die Welt hier zwar verschont, der Menschheit hilft das allerdings auch nicht weiter.

Ein an Affen getestetes Alzheimer-Medikament führt zu einem erstaunlichen Intelligenzzuwachs bei den Versuchstieren. Schließlich gelingt es ihnen, sich aus der menschlichen Gefangenschaft zu befreien.

Das Virus, auf dem das Medikament basiert, verbreitet sich rasant per Tröpfcheninfektion. Zu blöd, dass nur die Affen dadurch schlauer werden. Auf Menschen wirkt es tödlich.

Die Letalität muss jedoch keine ungewollte Nebenwirkung sein. So entwickelt das Militär in "Outbreak - Lautlose Killer" ein Virus, um es als biologische Waffe einzusetzen. Aber was passiert wohl, wenn die Krankheit am falschen Ort ausbricht, der Impfstoff versagt oder das gefährliche Virus in die falschen Hände gerät?

Dann könnte die Welt bis zum Jahr 2035 womöglich aussehen wie in "12 Monkeys". Während 99 Prozent der Menschheit von einer Virus-Pandemie dahingerafft wurden, haben sich die wenigen Überlebenden unter die Erde zurückgezogen. Keine rosigen Aussichten.

Zombies

Einen speziellen Sonderfall tödlicher Viren stellt der Zombie dar. Rein technisch betrachtet stirbt der Infizierte hier ja nicht, sondern verwandelt sich "nur" in einen menschenfressenden Untoten. In aller Regel verbreitet sich das Unheil dabei über Bisswunden oder den Kontakt mit infiziertem Blut.

Als Urvater der Zombie-Apokalypse gilt George A. Romero, der 1968 mit "Die Nacht der lebenden Toten" und dessen Fortsetzungen einen echten Zombie-Trend auslöste. Das Konzept der Zombie-Plage wurde seither unzählige Male kopiert und neu interpretiert.

Gut gelungen ist das beispielsweise Danny Boyle mit "28 Days Later". Ein Fahrradkurier erwacht 28 Tage nach einem Unfall in einem menschenleeren Krankenhaus aus dem Koma. Draußen hat sich inzwischen eine Zombie-Seuche ausgebreitet. Als er mit einer Gruppe Überlebender an einem Armee-Stützpunkt ankommt, muss er feststellen, dass die Gefahr nicht nur von den Zombies ausgeht - die Soldaten sind auch nicht viel besser.

Zombies, Viren oder eine Sonneneruption - was genau uns am 21. Dezember erwartet, bleibt spannend. Und wer weiß: Vielleicht haben wir ja Glück und es passiert gar nichts. Das wäre zwar kein gutes Hollywood-Drehbuch, aber allemal gemütlicher als ein Weltuntergang.