"Gewinne ein neues Leben - Die Auswanderershow" heißt das neue Doku-Event bei Vox, das am Dienstag zum ersten Mal über die Bildschirme flimmert. (14. Mai 2013, 20.15 Uhr). Und der Name ist Programm: Vier Auswandererfamilien, die es sich selbst nicht leisten können, kämpfen darin um ein neues Leben in Florida.

Seit 2011 nahmen etliche Chefs am RTL-Experiment "Undercover Boss" teil und wagten den verdeckten Einsatz im eigenen Unternehmen. Im Finale der mittlerweile fünften Staffel kehren nun vier Bosse früherer Folgen zurück an die Basis. Wir haben mit den Firmen Kamps und Pit-Stop sowie den Maltesern über ihre Erfahrungen gesprochen.

Dieses neue Leben beinhaltet nichts geringeres als ein Jahr mietfreies Wohnen in einem Traumhaus, ein neues Auto und 30.000 Dollar Startkapital für die angestrebte Existenzgründung. Außerdem übernimmt Vox den kompletten Umzug und stellt dem Siegerpaar einen "Auswanderer-Paten" zur Seite, der die Gewinner nach der Sendung mit Rat und Tat vor Ort unterstützen soll.

Dafür müssen die vier Auswanderer-Paare aber zunächst einige grundlegende Fähigkeiten unter Beweis stellen, die da wären: Orientierung, Sprachkenntnisse, Kontaktfreudigkeit, Teamfähigkeit und soziale Intelligenz. Mithilfe diverser Aufgaben wird sich dann innerhalb von fünf Tagen zeigen, welches Paar die besten Auswanderer-Fähigkeiten mitbringt. Moderiert wird das ganze von Jochen Schropp, der im Preis-Paket aber zum Glück nicht inbegriffen ist.

Chef von Joey's Pizza erzählt, wie es nach dem Experiment weiterging.

Geldpreise waren gestern - Häuser und Schönheits-OPs sind heute

Sieht man sich in der Fernsehlandschaft einmal um, verblüfft es doch sehr, was die TV-Sender so alles an die Kandidaten und Zuschauer zu verschenken haben. Dagegen ist "Wer wird Millionär?" mit seiner Million Euro ja fast schon harmlos.

Doch bis dahin war es ein langer Weg: Da gab es mal die romantische Vorabend-Sendung "Herzblatt" mit der wohl prominentesten Stimme Deutschlands, Susi. Mittels unterhaltsamer Fragen durfte sich dabei ein Kandidat bzw. eine Kandidatin für sein beziehungsweise ihr Herzblatt entscheiden. Zu gewinnen gab es für das Pärchen dann ein romantisches Wochenende mit dem Herzblatthubschrauber.

Nicht nur für Verliebte halten die öffentlich-rechtlichen Sender Geschenke parat, auch für die Kleinsten. Es war jedes Mal ein Highlight, wenn sich am Ende jeder Folge der Quizshow "1,2 oder 3" die Wände umdrehen und in mit Spielzeug überfüllte Regale verwandeln.

Das vielfältige Angebot an Castingshows verschenkt an die Kandidaten mittlerweile nicht nur Geldpreise, sondern gleich Platten- oder Modelverträge, Videodrehs und alles, was zu einer ordentlichen Karriere im Show-Biz so dazugehört.

Oft sehr unterhaltsam sind die "Geschenke", die die Auserwählten in einer Sendung wie "Einsatz in vier Wänden" bekommen. Wenn Tine Wittler das liebe Zuhause wunderbar bunt und stylisch umgestaltet und die beglückte Familie ein erzwungenes Lächeln in die Kamera hält, dann war es zwar sehr nett gemeint, dem ein oder anderen bleibt aber vielleicht das Lachen im Halse stecken.

Eine ganze Hochzeit verschenkt die "Traumhochzeit" und lässt damit bei einigen Paaren mit Sicherheit den Gedanken aufkeimen, einfach mal bei RTL an die Tür zu klopfen und um die Finanzierung ihrer Hochzeit zu bitten.

Alles gut und schön und zugegebenermaßen machen viele der Beschenkten den Eindruck, als würden sie die Hilfe tatsächlich dringend benötigen. Damit sei ihnen auch von der Traumhochzeit bis zum Traumhaus alles von Herzen gegönnt.

Zu viel des Guten?

Wie aber verhält es sich mit Sendungen, die tiefer in das Leben der Menschen eindringen und darin eine grundlegende Veränderung vornehmen? "Extrem schön" etwa verändert das komplette Aussehen der Betroffenen. Über Wochen müssen sich diese schweren Operationen unterziehen und sind von Familie und Freunden getrennt. Am Ende steht da zwar ein lachender aber dennoch völlig anderer Mensch - zumindest rein optisch.

Es dreht sich - mal wieder- um die Frage: Wo ist die Grenze? Wo hört Hilfe auf und wo fängt Verschwendung an? Wie weit darf vor allem das Fernsehen gehen, ohne diesen schmalen Grat zu überschreiten?

Das TV-Programm der nächsten Wochen wird wohl kaum die Antwort auf die Frage nach dem "zu viel oder zu wenig" liefern. Und ganz nebenbei: Auch wir würden uns über ein neues Auto freuen, es würde auch schon ein ganz kleines reichen. (frei)