Die verschiedenen Gesichter des Andy Serkis

Andy Serkis wird 55 Jahre alt. Der Schauspieler ist ein Pionier des Motion-Capture-Verfahrens und hat zahlreiche animierte Filmcharaktere gespielt, darunter Gollum aus "Der Herr der Ringe" oder Caesar aus "Planet der Affen". Seine Rollen in Bildern.

Am Samstag wird Andy Serkis 55 Jahre alt. Mit seiner filmischen Umsetzung der Kreatur Gollum in der "Der Herr der Ringe"- Trilogie erlangte er weltweite Bekanntheit. Seine Arbeit mit Motion-Capture-Verfahren machte ihn zu einem Pionier in der Darstellung computeranimierter Charaktere. Dadurch hat er in seinen Filmrollen viele Gesichter.
Andy Serkis wurde 1964 in London (England) geboren. Er studierte in Lancaster bildende Künste und engagierte sich dort am Theater, zunächst als Bühnenbildner, später dann als Schauspieler. Nach seinem Studium verbrachte er viele Jahre als Schauspieler an diversen Theatern in ganz Großbritannien. Ab 1987 bekam er auch kleinere TV-Rollen.
Dabei wurden Serkis' Bewegungen und Mimik mit dem Motion-Capture-Verfahren von Kameras festgehalten und auf Gollum übertragen. Serkis selbst war maßgeblich an der Weiterentwicklung des Verfahrens beteiligt. So wurde er ein Pionier und Experte für die Computeranimierung von Figuren. Seine Darstellung Gollums sollte nicht seine letzte große Rolle gewesen sein.
In seiner nächsten großen Rolle musste er im wahrsten Sinne des Wortes in gigantische Fußstapfen steigen. In Peter Jacksons "King Kong" aus dem Jahr 2005 diente er dem riesigen Gorilla als Bewegungsmodell.
Serkis spielte aber auch weiterhin klassische Filmrollen. So übernahm er 2006 in "Prestige – Die Meister der Magie" die Nebenrolle des Mr. Alley (links).
In der gleichnamigen Verfilmung von Cornelia Funkes Buch "Tintenherz" spielte der Schauspieler den bösen Zauberer Capricorn.
In den folgenden Jahren erhielt Serkis auch größere Filmrollen. So spielte er 2010 im Film "Burke & Hare" eine der beiden Hauptrollen. Der Film handelt von den beiden Serienmördern William Burke und William Hare. Die Handlung basiert auf der wahren Geschichte der West-Port-Morde in Edinburgh. Serkis übernahm die Rolle des William Hare (rechts im Bild).
In der dreiteiligen computeranimierten Tim-und-Struppi-Verfilmung der Regisseure und Produzenten Steven Spielberg und Peter Jackson schlüpfte Serkis wieder in den Performance-Capture-Anzug. Er lieh der Figur des Kapitän Haddock nicht nur seine Stimme, sondern auch Mimik und Gestik.
Auch hinter dem intelligenten Primaten Caesar in der "Planet der Affen"-Trilogie steckt er. Seine Erfahrungen mit dem Motion-Capture-Verfahren spielten bei der Animation der Affen eine wichtige Rolle.
Seine computeranimierten Charaktere werden in Hollywood immer gefragter. 2011 gründete er sogar seine eigene Produktionsfirma "The Imaginarium", die sich auf das Motion-Capture-Verfahren spezialisiert hat.
So war er auch an den neuen Star-Wars-Filmen "Star Wars: Das Erwachen der Macht" und "Star Wars: Die letzten Jedi" beteiligt. In beiden Teilen spielt er den Bösewichts und Obersten Anführer Snoke.
In den Marvel-Filmen "Avengers: Age of Ultron" und "Black Panther" schlüpft Serkis wieder in eine menschliche Rolle. Er spielt Ulysses Klaue, einen skrupellosen Waffenhändler, der auf blutige Weise ein Vermögen erlangt hat.
Mit dem Film "Solange ich atme" feierte Serkis 2017 sein Debüt als Filmregisseur. Der Film kam ganz ohne Computeranimationen aus. Er erzählt die mitreißende Geschichte des an Kinderlähmung erkrankten Briten Robin Cavendish und seiner Frau Diana.
Anders dagegen sein zweiter Film "Mogli: Legende des Dschungels". Der düstere Film basiert auf dem Buch "Das Dschungelbuch" von Rudyard Kipling. Die Verfilmung wurde Ende 2018 exklusiv auf Netflix veröffentlicht.
Der Animationsfilm basiert auf seinem Motion-Caption-Verfahren. Neben der Regie übernahm Serkis auch die Rolle des Bären Balu.
Trotz seiner weltbekannten Filmfiguren ist Andy Serkis' Gesicht und Namen weit weniger Menschen bekannt. Heute ist er mit der Schauspielerin Lorraine Ashbourne verheiratet. Die beiden haben eine Tochter und zwei Söhne und leben in London. Aktuell arbeitet er an einer Verfilmung von George Orwells Novelle "Farm der Tiere".