(kom/cze) - Nach acht Staffeln, 177 Folgen, vielen Frauen und noch mehr Machosprüchen hieß es am Dienstagabend Abschied nehmen: Auf ProSieben lief die letzte Folge von "Two And A Half Men" mit Charlie Sheen in der Hauptrolle. Im Januar wird er auch im deutschen TV von Ashton Kutcher ersetzt.

Es war bekanntermaßen kein freiwilliger Abschied, Charlie Sheen wurde rausgeworfen. Die Alkoholeskapaden und Drogenexzesse des 46-jährigen Schauspielers waren der Produktionsfirma zu viel geworden. Drehtermine mussten verschoben werden, der amerikanische Sender CBS war wegen des Produktionsstopps gezwungen, auf Wiederholungen zu setzen und auf Werbeeinnahmen in Millionenhöhe zu verzichten.

Der Rauswurf ging um die Welt, es folgten Schlagzeilen mit üblen Beschimpfungen seitens Sheen in Richtung des Serienschöpfers Chuck Lorre. Der ließ sich nicht beirren und präsentierte Ashton Kutcher als Ersatz, der für einen Neuanfang bei "Two And A Half Men" und gute Einschaltquoten sorgen sollte.

Im September 2011 feierte Kutcher dann seine US-Premiere bei "Two And A Half Men". Dort spielt er den suizidgefährdeten Internetmilliardär Walden Schmidt, der sich im Meer das Leben nehmen will. Grund dafür ist seine Ehefrau, die sich von ihm scheiden lassen möchte. Der Versuch scheitert jedoch und Walden steht plötzlich auf der Terrasse des Strandhauses, wo er Charlies Bruder Alan überrascht. Dieser will nach der Trauerfeier für Charlie gerade dessen Asche ins Meer zu streuen.

In der ersten Folge des "neuen" "Two And A Half Men" geht es danach äußerst freizügig zur Sache, denn Walden Schmidt zieht gerne blank und läuft nackt durch sein neues Haus. Er überrascht nicht nur Alan, als er seine klatschnassen Klamotten auszieht, sondern auch Hausdame Berta - die völlig erstaunt und entzückt von dem Anblick Stoßgebete an den lieben Gott richtet. Kein Wunder, wenn man Alan Glauben schenken darf: "He is hung like an elephant" - ein Penis in elefantöser Größe also.

Ist der Neuanfang geglückt? Liest man die Fernsehkritiken aus Amerika, kann diese Frage noch nicht genau beantwortet werden. Die Zeitung "The Wall Street Journal" schreibt zum Beispiel: "In seiner Art wirkt Kutcher kalt, humorlos", und das "People"-Magazin meint: "Tatsache ist, dass Kutcher [...] ein guter Komiker ist, kein großartiger." "The Chicago Sun Times" ist hingegen der Meinung: "Das Füllen einer Lücke, die durch das Fehlen eines gut etablierten Charakters entstanden ist, scheint nicht leicht, aber Kutcher ist es zumeist gelungen."

Am 10. Januar 2012 wird sich zeigen, wie das deutsche Publikum auf den "Neuen" reagiert. In Amerika konnte Ashton Kutcher immerhin einen vielversprechenden Einstand feiern, denn über 28,7 Millionen Zuschauer waren bei seiner ersten Folge dabei - die höchste Einschaltquote seit Serienstart im Jahre 2003. Allerdings hielt der Erfolg nicht lange an: Am vergangenen Montag - in der ersten Weihnachtsfolge mit Kutcher - kam die Serie nur noch auf 14,71 Millionen Zuschauer, wie das US-Magazin "Zap2it" berichtet. Kleiner Trost: Das sind immerhin noch fast genau so viele Zuschauer, die die letzte Staffel mit Charlie Sheen noch sehen wollten.