(lug/as) - Ernüchternde Zahlen für die deutsche Fernsehlandschaft: Über die Hälfte der 100 meistgesehenen TV-Formate hat gegenüber dem Vorjahr an Reichweite verloren. Das ist Negativrekord.

Im jährlichen Saisoncheck von "Kress.de" untertrafen die Quoten der Saison 2011/2012 den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr. 58 der 100 erfolgreichsten Sendungen verzeichneten einen Reichweitenrückgang, 2010/2011 waren es "nur" 46.

Das erfolgreichste Format ist nach wie vor "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" auf RTL. Doch auch hier schalteten 15,1% weniger Zuschauer ein als vor einem Jahr. Demgegenüber konnten nur 13 wiederkehrende Sendungen ihre Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessern. 29 Sendungen kamen als Neu- und Wiedereinsteiger unter die Top 100.

Darunter auch "The Voice of Germany" (ProSieben/Sat.1) mit 2,96 Millionen Zuschauern. Die Kuppel-Show "Der Bachelor" (RTL) schalteten immerhin 2,80 Millionen Zuschauer ein. Derartige Ergebnisse sind allerdings eher die Ausnahme.

Bei "Wetten dass..?" profitierte das ZDF wohl vom Rücktritt Thomas Gottschalks. Die letzten Sendungen des Altmeisters sahen um 29,2 % mehr junge Zuschauer als zuvor. Der Talk "Gottschalk Live" wiederum lief nicht einmal ein halbes Jahr in der ARD.

Sind die Sendekonzepte zu ausgelutscht? Vor allem Marktführer RTL hat bittere Einbußen zu verzeichnen. Besonders auffällig ist, dass blödel-Formate wie "Willkommen bei Mario Barth", "Cindy aus Marzahn und die jungen Wilden" oder "Stars bei der Arbeit" von Kaya Yanar und Paul Panzer immer schlechter funktionieren.

Sogar beliebte Sendungen wie "DSDS" und das "Supertalent", immerhin im Gesamt-Ranking hinter dem "Dschungelcamp" auf Platz zwei, verloren an Reichweite. Auch das neue "DSDS Kids" blieb weit hinter den Erwartungen zurück.