Zum Tod von Bruno Ganz: Seine besten Rollen

Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz ist im Alter von 77 Jahren gestorben. In seiner rund 60 Jahre langen Karriere feierte er bedeutende Erfolge im TV und auf der großen Leinwand. Ein Rückblick. © spot on news

In Bremen gab Bruno Ganz im Jahr 1960 sein Filmdebüt in "Der Herr mit der schwarzen Melone" von Karl Suter. Danach ist er vor allem auf der Theaterbühne zu sehen. Er wirkte etwa in Inszenierungen wie "Kabale und Liebe", "Faust", "Hamlet" (Foto) oder "Macbeth" mit.
Ab Mitte der 1970er-Jahre wurde Bruno Ganz durch seine zahlreichen Filmrollen einem größeren Publikum bekannt. Unter anderem spielte er 1977 in Wim Wenders "Der amerikanische Freund" mit. Er verkörperte einen todkranken Rahmenmacher, der als Auftragsmörder engagiert wird. An seiner Seite stand damals kein Geringerer als Hollywood-Star Dennis Hopper.
Neben Isabelle Adjani spielte Bruno Ganz 1979 eine der Hauptrollen in "Nosferatu - Phantom der Nacht". Jonathan Harker, der mit seiner Frau Lucy im Wismar des 19. Jahrhunderts lebt, erhält den Auftrag, mit Graf Dracula (Klaus Kinski) über den Verkauf eines Hauses zu verhandeln - und wird von ihm angegriffen.
In "Die Fälschung" (1981) arbeitete Ganz mit Regisseur Volker Schlöndorff zusammen. Er spielte Georg Laschen, einen Reporter, der für ein Hamburger Boulevardblatt arbeitet und in den Libanon reist. In den Schrecken des Bürgerkrieges zweifelt Laschen immer mehr an seinem Beruf, der ihn dazu zwingt, über Tod und Grauen zu berichten.
Eine besondere Rolle wartete 1986 auf Ganz. Er wurde erneut von Wim Wenders gecastet und spielte in "Der Himmel über Berlin" den Engel Damiel, der über die Menschen Berlins wacht.
Zu seinen erfolgreichsten Filmen in Deutschland zählt auch die italienische Produktion "Brot und Tulpen" aus dem Jahr 2000. Der Film erzählt die Geschichte eines isländischen Kellners (Ganz), der sich in eine italienische Frau (Licia Maglietta) verliebt.
Kritiker lobten Ganz für seine herausragende Leistung in dem Film, der 4,5 Millionen Besucher in die deutschen Kinos lockte. Auch international stieß er auf Anerkennung: 2005 erhielt der Film eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film".
Eichinger holte ihn noch einmal vor die Kamera: 2008 verkörperte Ganz den BKA-Präsidenten Horst Herold in "Der Baader Meinhof Komplex". Die Buchverfilmung erzählt die Vorgeschichte und die ersten Aktionen der linksextremistischen Terrorgruppe RAF.
Auch international machte sich Ganz weiter einen Namen. Neben David Kross (Foto) und Kate Winslet war er in "Der Vorleser" (2009) zu sehen. Ridley Scott engagierte ihn 2013 für "The Counselor", bei dem er neben Hollywood-Größen wie Michael Fassbender und Brad Pitt spielte.
Eines seiner letzten Engagements: Bruno Ganz wurde Teil des Casts von "The House That Jack Built", der auf dem Film-Festival im Mai 2018 in Cannes Premiere feierte (Foto). Neben Sofie Grabol, Siobhan Fallon Hogan und Matt Dillon (v.l.n.r.) spielte Ganz in dem Horrorstreifen von Lars von Trier (Mitte) mit.
Zuletzt sah man Bruno Ganz in der Verfilmung des Bestsellers "Der Trafikant". Ganz schlüpfte in die Rolle des legendären Psychotherapeuten Sigmund Freud, der dem 17-jährigen Franz (Simon Morzé) im Wien der späten 1930er-Jahre als väterlicher Ratgeber zur Seite steht. Der Film feierte im November 2018 Premiere in den deutschen Kinos.
Für seine schauspielerischen Leistungen wurde Bruno Ganz vielfach geehrt. Unter anderem erhielt er 2014 die Goldene Kamera für sein Lebenswerk und den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises 2016 (Foto).