Schon wieder eine neue Gruppe in der "The Walking Dead"-Welt: In Folge 4 der 11. Staffel wird Daryl von Unbekannten gefangen genommen. Deren Anführer führt sich wie ein zweiter Negan auf - und das braucht TWD mit Sicherheit nicht. Was in "Ansichten" passiert, lesen Sie hier - Vorsicht: Spoiler!

Patricia Kämpf
Eine Kritik
von Patricia Kämpf
Diese Kritik stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Vorsicht: Spoiler!

Wenn “The Walking Dead” eins nicht braucht, dann einen zweiten Negan. Der Negan (Jeffrey Dean Morgan), den es bereits gibt, hat die Maßstäbe dessen, wie brutal ein Mensch werden kann, in den vergangenen Staffeln hinreichend dargelegt.

Warum also in Folge 4 der letzten, 11. Staffel, “Ansichten”, mit Pope ein Charakter eingeführt wird, der dem alten Negan an Brutalität und Scheußlichkeit in nichts nachsteht und gleichzeitig eine ähnlich einnehmende, beinahe charismatische Art an den Tag legt, lässt sich kaum nachvollziehen.

Daryl (Norman Reedus) gelangt in die Fänge einer neuen Gruppe - auch hier die Frage: Warum braucht es nochmal eine neue Gruppe? Alexandria auf der einen und das noch unbekannte ominöse Commonwealth auf der anderen Seite hätten ausgereicht für die letzte TWD-Staffel, von der sich treue Fans erhoffen, dass sie die Geschichte der alles verschlingenden Zombies zu einem würdigen Ende bringt.

"The Walking Dead": Daryl wird von der neuen Gruppe gefoltert

Daryl gerät also in die Fänge dieser Gruppe und trifft dort Leah wieder. Mit der hatte er eine kurze Affäre in der vergangenen 10. Staffel. Doch der Aha-Moment der Folge verpufft komplett, weil Leah in Staffel 10 nur für eine einzige Folge aufgetaucht war und man schon ein bisschen in seinem Gedächtnis kramen muss, bis man sich wieder an sie erinnert. Dafür war sie - zumindest wurde das so dargestellt - viel zu unwichtig für Daryl.

Aus völlig unbekannten Gründen wird Daryl von der Gruppe sofort eingesperrt und gefoltert - das eingesetzte Waterboarding lässt schon erahnen, dass es sich bei der neuen Truppe um Ex-Soldaten handeln könnte. Sie wollen von Daryl wissen, wer der Anführer seiner Gruppe ist, und alles deutet darauf hin, dass Maggie (Lauren Cohan) die Antwort ist, die die Leute hören wollen. Daryl jedoch behauptet, sich allein durch die post-apokalyptische Welt zu schlagen. Alles sehr undurchschaubar.

Irgendwann muss er ungefragt einen Test bestehen, um hernach in die Gruppe aufgenommen zu werden. Ob er das will, wird er selbstverständlich nicht gefragt. Der Anführer der Neuen nennt sich Pope (Englisch: Papst) - ob das ein Name sein soll oder ob er sich selbst als Papst wahrnimmt, lässt “The Walking Dead” offen. Der Bezug jedoch liegt nahe, weil er pausenlos über Gott redet und davon, dass er glaubt, von Gott höchstpersönlich ausgewählt worden zu sein.

Er und seine Männer haben in Afghanistan gekämpft - der beinahe aktuelle Bezug wirkt erschreckend, bedenkt man, dass die TWD-Folgen im Jahr 2020 gedreht worden sind. Das bleibt jedoch auch schon der einzige spannende Moment der Folge.

Ein zweiter Negan ist nicht notwendig

Am Ende ermordet Pope auf bestialische Art und Weise einen aus seinen Reihen, weil der sich nicht für einen Kameraden aufgeopfert hat - zumindest nimmt Pope das an. Er schmeißt ihn in ein loderndes Feuer und lässt ihn bei lebendigem Leibe verbrennen. Das zischende Fleisch und der Kopf in den Flammen sind die abartigsten Bilder der Folge “Ansichten”.

Doch all das kennt man bereits. Auch Negan hat in seinen alten, bösartigen Tagen Menschen bei lebendigem Leibe in Hochöfen befördert und sie dort elendig verrecken lassen. “The Walking Dead” hat in den vergangenen 10 Staffeln alle Bösartigkeiten gezeigt, zu denen Menschen fähig sind, wenn es keine Ordnung und keine Gesetze mehr gibt - erst der Governor, dann Negan, später Alpha. Warum also Pope? Das wird hoffentlich in den kommenden Folgen deutlicher.

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