Tumulte zum "The Voice"-Auftakt: Sido heizt Mark Forster ordentlich ein

Das kann ja heiter werden: Schon zum Auftakt der neuen "The Voice of Germany"-Staffel wird der neue Coach Sido seinem Rüpel-Image voll gerecht. Er legte sich in der ersten "Blind Audition"-Ausgabe gleich mal mit seinen Kollegen an - und teilte kräftig aus.

Das geht gut los: In der ersten neuen "The Voice"-Folge keilte Sido gegen seinen Kollegen Mark Forster, dem er Heuchelei bei der Kandidaten-Auswahl unterstellte. "Überlege dir, ob du zu einem Lügner gehen möchtest", riet Sido der Sängerin Marita. Doch auch bei Rea und Alice Merton flogen die Fetzen.
Die schüchterne 17-jährige Marita hatte die Ehre, die neue Show-Staffel zu eröffnen - und haute die Coaches gleich mal aus den Sesseln. Alle vier wollten die Aalenerin unbedingt in ihrem Team haben. "Ich bin meine eigene Lieblingssängerin", schmetterte sie kess allzu dreiste Anschmalz-Versuche ab.
Sido ließ beim Fight um die besten Kandidaten nichts anbrennen und schreckte vor Beleidigungen nicht zurück. "Wenn du gern Tee trinkst, dann gehe zu Mark", ätzte er, als es um das Hippie-Mädchen Veronika vom Bodensee ging. "Ich stehe auf Bad Boys", gab die zurück - und entschied sich für den Rapper.
Gute Wahl, so zumindest Sido. "Du willst ja auch Spaß haben in deinem Team", sagte er zur abenteuerlustigen Veronika. Rea Garvey warf er indirekt vor, schon viel zu verlebt zu sein. "Er hatte seine Partyjahre schon", spottete Sido. Autsch!
Doch auch an den Kandidaten ließ Sido öfter mal kein gutes Haar. Schon als Haargel-Fan Lucas Rieger die Halle betrat (und für die Coaches noch gar nicht zu sehen war), machte sich Sido über seine Fußtritt-Geräusche lustig. "Sachbearbeiter", urteilte Sido vorschnell - und lag damit ziemlich falsch.
Tatsächlich brachte Retro-Fan Lucas, der mit einer irren Blues-Nummer überzeugte, die Halle zum Toben. Und letzlich landete der 18-Jährige bei Sido. Vermutlich hatte Mark allerdings einen schweren taktischen Fehler gemacht. "Gibt's dagegen eine Behandlung", machte er sich über den Lucas-Look lustig.
Ohnehin war es nicht der Abend, an dem einfach mal so Nettigkeiten verteilt wurden. Von der Leistung von Philipp waren alle vier Coaches gleichermaßen gelangweilt. Niemand drehte sich für den Kölner um - nicht der einzige Trostlos-Zwischenfall an diesem Abend.
Auch die eigentlich total charmanten Österreicher aus Graz, die - ungewöhnlich - als Trio angetreten waren, ließen die Coaches kalt. "Dreistimmig", urteilte Rea Garvey treffend. "Das hat mich überfordert." Dumm gelaufen, Burschen!
Besonders bitter, aber dann natürlich auch tröstlich für Philipp, dass auch er nicht allein angetreten war. Immerhin sang auch seine Schwester Lucy vor. Und sie kam eine Runde weiter, trotz großer Aufregung. "Schlimmer als bei meiner Führerscheinprüfung", stöhnte sie. Doch Alice hatte ein Herz!
Doch wehe, wenn ein Künstler einen schlecht gelaunten Augenblick von Sido erwischte. Der Fußball-Trainer Freddy aus Kiel konnte keinen der vier Juroren überzeugen. Doch Sido schimpfte ihn sogar noch aus. "Ich kann nichts Aufbauendes sagen - außer, dass ich es echt nicht gut fand." Hart!
Wenn Sido den Mund aufmachte, hatte er die volle Aufmerksamkeit im Saal und unter seinen Kollegen. "Sido ist unberechenbar - und ehrlich", sagte Rea Garvey. Und Mark Forster gestand offen: "Ich habe ein bisschen Angst." Kein Wunder! Sidos Angriffsstrategie ging auf.
Besonders fies wurde der Rapper, als Mark Forster sich bei der mutigen Metal-Braut Stefanie aus Baden-Württemberg anbiedern wollte. "Ich war mal in Wacken", sagte der leichtgewichtige Pop-Star. "Klar, als Zuschauer", blaffte Sido zurück - und hatte wieder die Lacher auf seiner Seite.
Rea Garvey griff sogar zur Klampfe, um Stefanie zu umgarnen. Doch es half alles nichts. Sie hatte zwar die Qual der Wahl, dann aber eine Überraschung parat: Stefanie wechselte ins Team Mark Forster. Das dürfte im Übungsraum für skurrile Szenen sorgen.
Für die nächste Runde darf man sich schon mal auf irre Battle-Szenen freuen. Sido sagte der Metal-Lady voraus, dass sie ihren Duell-Partner einfach mal so aus dem Ring brüllen werde. Gute Taktik. Er geht ja oft auch nicht anders vor.
Nichts zu diskutieren gab's dann schließlich beim grandiosen Finale des Staffelauftakts. Da rührte die Wahl-Münchnerin Claudia, die eigentlich aus Indonesien stammt, Publikum und Coaches zu Tränen. Und natürlich entbrannte ein harter Vierer-Endkampf.
Alle, alle, alle wollten Claudia im Team haben: "Wir können - fast forward - direkt zum Finale gehen", versprach ihr Rea Garvey. Sido säuselte etwas von "vielleicht der besten Stimme, die ich je gehört habe" und versuchte, die Asiatin mit verliebten Blicken zu hypnotisieren.
Doch dann entschied sich Claudia eben doch für Alice Merton, die in der ersten neuen Folge als frisch gebackener "The Voice"-Coach sonst nicht viel zu melden gehabt hatte. "Siehst du mein Gesicht", sagte sie vieldeutig. "Ich habe das erste Mal in dieser Sendung geweint." Dabei wird's nicht bleiben ...