"The Voice of Germany" ist in erster Linie für seine Gesangstalente bekannt. Darüber hinaus hat vor allem Mark Forster in der Show aber auch ein gewisses Humor-Potenzial etabliert. In der jüngsten Ausgabe stürzt er zur Erheiterung der Zuschauer in eine vermeintliche Krise und sucht sich einen neuen Künstlernamen. Michael Patrick Kelly hat's weniger mit Humor, rückt dafür aber mit einem unerwarteten Geständnis heraus.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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"Er rettet immer wieder meine Gags. Ich bin eigentlich nicht so gut in Humor. Ich weiß nicht warum, aber Mark schafft's immer wieder, was draus zu machen." In einem Interview für ProSieben zeigt sich Michael Patrick Kelly vor der Ausstrahlung der jüngsten Folge von "The Voice of Germany" selbstkritisch, was seinen Humor betrifft.

Coach-Kollege Mark Forster fasst das noch knapper zusammen: "Das ist im Prinzip unsere Beziehung: Ich mach aus seiner Scheiße Gold." Was genau die beiden meinen, erfährt der "Voice"-Zuschauer dann wenig später, als am Donnerstagabend Kandidat Philipp von Unold die Bühne betritt.

Der 22-Jährige begeistert mit seiner Version von Ed Sheerans "Supermarket Flowers" nicht nur das Publikum, sondern auch Yvonne Catterfeld und Michael Patrick Kelly. Die beiden Coaches setzen sich zu von Unold auf die Bühne und werben um das Talent. "Singst du auch auf Deutsch?", fragt Kelly und von Unold antwortet, dass er primär auf Englisch singt, denn "die ganzen Weltstars singen englisch."

Der Running Gag des Abends

"Wenn du dich mit Englisch am besten fühlst, komm ins International-Team!", versucht daraufhin Kelly von Unold auf seine Seite zu ziehen. Als Catterfeld dann mit dem Gelernten aus einem American-Englisch-Akzent-Kurs punkten will, zeigt Kelly, warum er "nicht so gut in Humor" ist: "Ich nehm dir den Akzent nicht ab. Das klang so nach Thüringer Englisch", spottet er über die Erfurterin Catterfeld. Ein Spaß, der nicht recht zünden will.

Wie man diese ganze Weltstar-Nummer witzig aufgreifen und dabei über sich selbst lachen kann, beweist wenig später Mark Forster. Mit "Hat er ja recht. Die Weltstars singen auf Englisch. Is ja so. Und die anderen nicht. Die singen dann deutsch", spielt Forster den tief Getroffenen und startet damit den Running Gag des Abends.

Nachdem Kelly sein neu gewonnenes Talent von Unold hinter die Bühne begleitet hat, geht die Forster-Show weiter: "Du hast mich halt in eine persönliche Krise geritten, wo ich mich frage, ob das alles noch Sinn macht. Jetzt ist halt alles am Arsch", spielt Forster weiter den Deprimierten, der es nie zum Weltstar bringen wird, weil er auf Deutsch singt. Es sollte bei Weitem nicht das letzte Mal an diesem Abend gewesen sein.

Aus Mark Forster wird Forrest Skirt

Als Kandidatin Kira sein Coach-Herz erobert, gesteht Forster zum Beispiel: "Ich bin ein bisschen traurig heute" und nimmt sie in die Arme – satte 36 Sekunden lang. "Kira war schon fertig", lacht im Hintergrund Kollege Smudo, als Forster nicht aufhören will zu drücken. Mit Erfolg: Die Kandidatin entscheidet sich für Forster.

Trotzdem will Forster den Gag noch nicht aufgeben. Als Catterfeld ihn wegen seines Bartes und seiner Brille auf den Arm nimmt, resigniert Forster erneut: "Vielleicht hat sie Recht. Vielleicht stimmt auch was mit meinem Style nicht. Auch Mark – wie das schon klingt. Auch Forster. Forster ist doch scheiße."

Kurzerhand brainstormen die Coaches einen neuen Namen für Forster. Am Ende kommt der etwas eigenwillige Künstlername Forrest Skirt dabei heraus und Mark Forster alias Forrest Skirt hat einen neuen Gag, auf dem er bis zum Ende des Abends reitet.

Michael Patrick Kelly hingegen gelingt den Rest der Show nur noch ein einziger Witz und den macht er auch noch unfreiwillig. Als Kandidatin Eun Chae Rhee erzählt, dass ihre Oma einst wollte, dass sie einmal im Fernsehen auftritt, bekennt Kelly: "Ich steh auf Omas." Nachdem Zuschauer und Coach-Kollegen in schallendes Gelächter ausbrechen, erkennt Kelly seinen Sprach-Fauxpas und korrigiert sich: "Ich mag Omas."

Talente gab es auch noch

Natürlich braucht eine Show wie "The Voice of Germany" Showeinlagen wie diese, um zwischen den Auftritten mal mit ein wenig Klamauk durchzulüften. Trotzdem ging es natürlich auch in der Ausgabe von Donnerstagabend um die Talente. Und da waren einige dabei.

So überzeugte zum Beispiel Profisängerin Kathrin Efthekari alias Kaye-Ree, die schon Background-Sängerin für Stevie Wonder war und nebenbei am Flughafen arbeitet, mit einer beeindruckenden Version von Bob Marleys "Is This Love".

Den wohl erfrischendsten Auftritt des Abends legte bereits erwähnte Eu Chae Rhee hin. Die Südkoreanerin bildete ihr Gesangstalent an der Karaoke-Maschine aus und interpretierte den Mega-Hit "Gangnam Style" ihres Landsmanns Psy auf ganz eigenwillige Art.

Neben ihrem Talent zeigt Eun Chae auch noch, dass sie Spaß versteht. Als die Coach-Entscheidung zwischen Forster und den Fantas fällt, wendet sie sich zunächst an Forster: "Mark", beginnt sie verheißungsvoll und Forster zeigt sich schon siegesgewiss. Doch Eun Chae fährt fort: "Gratulierst du den Fantas, denn sie sind meine Coaches?"

Nun kann man das ganze Geblödel und besonders Forsters Einlagen lustig finden oder nicht, aber die jüngste Folge zeigte wieder einmal, dass jeder Coach seine ganz eigene Rolle in der Show hat und dass sie die Rollen besser nicht tauschen sollten. Michael Patrick Kelly liegt mit seiner Selbsteinschätzung ganz richtig: Er hat mit Sicherheit viele Qualitäten – Humor zählt aber nicht dazu.

Mark Forster am Rande des Wahnsinns: In der vergangenen Staffel von "The Voice of Germany" schnappte ihm Yvonne Catterfeld einen Kandidaten nach dem anderen vor der Nase weg. Im Interview mit unserer Redaktion verrät der Coach seinen Schlachtplan, damit ihm das nicht erneut widerfährt.