"The Voice of Germany" 2017: "Ich hasse dich, Catterfeld!"

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Die Blind Auditions gingen in die siebte Runde und boten allerlei Überraschungen. Nicht nur was ihre Lebensgeschichten anging. Auch musikalische, denn Country und Klassik sind nicht die naheliegendsten Genres bei "The Voice". Noch erbarmungsloser als die Kämpfe der Gesangstalente waren die Schlachten der Juroren. "Ich hasse dich, Catterfeld!", brüllte Mark Forster. Und Samu Haber pinkelte als Protest gegen Michi Beck ins Studio. Na ja, zumindest symbolisch. Heraus kam in dieser Folge auch, dass Yvonne einem Kandidaten einen heimlichen Brief geschrieben hat. Doch der Reihe nach ... © teleschau - der mediendienst GmbH

Er sieht unscheinbar aus, doch dieser junge Mann sorgte beim Showdown der siebten Blind Audition von "The Voice of Germany" für mächtig Wirbel. Wegen ihm eskalierte der Kampf der Juroren. "Ich hasse dich, Catterfeld!", brüllte Mark Forster. Einem Kandidaten schrieb Yvonne einen Liebesbrief - aber welchem? Und urinierte Samu Haber wirklich ins Studio? Die Galerie verrät die ganze Wahrheit!
"Wer die letzte Staffel gesehen hat, wird mich vielleicht noch kennen: Ich war der Typ, der Nirvana gesungen hat", erzählte Julien Alexander Blank. Damals hatte sich niemand für den heute 20-Jährigen umgedreht. Ein Jury-Mitglied aber bereute das bitterlich. Yvonne Catterfeld schrieb ihm gleich nach dem Auftritt damals eine E-Mail von der Länge eines Liebesbriefes ...
"Du hast eine geile, kratzige, kräftige Stimme. Ob du noch mal kommst oder nicht, du wirst deinen Weg gehen", schwärmte Catterfeld in der E-Mail. "Deswegen bin ich noch mal hier", erklärte der 20-Jährige. Erneut sang er mit "Where Did You Sleep Last Night" einen Nirvana-Song.
Yvonne Catterfeld und die Fantas buzzerten - denn Michi Beck und Smudo wollten der Rivalin keine zweite Chance gönnen: "Wenn er jetzt zu dir gehen würde, wäre das Wettbewerbsverzerrung." Doch ihr Aufstand war vergeblich: Der Nirvana-Fan wählte die Frau, die ihn vor einem Jahr abblitzen ließ.
Carina Chère aus München ist hauptberuflich Sängerin. Souverän eroberte sie die Bühne mit dem Classic Rock-Hit "Alone" von Heart. Samu war der Erste, der buzzerte. "Deine Stimme ist stark, aber auch gefühlvoll", schwärmte er. "Du hast eine Riesen-, Riesen-, Riesen-Chance in dieser Show, mein Liebling."
Mark Forster zog alle Register, um die Blondine in sein Team zu locken: "Hallo, ich bin auch da! Auch ich habe gedrückt. Auch wenn's dich vielleicht stört." Nachdem die Mitleidsmasche ihre Wirkung verfehlte, versuchte Mark es mit finnisch. "Wenn Samu bei 'Voice of Germany' mitmachen kann, könnte mein Ziel sein, bei 'The Voice of Finland' mitzumachen."
Dann sang Forster ein Ständchen, um die junge Dame zu überzeugen - "It's a Heartache" im Country-Style à la The BossHoss. Sogar auf seinem Stuhl durfte die Kandidatin probesitzen. So viel Aufwand und doch vergebliche Liebesmüh: Carinas wählte Samu.
Shahd Syoufi lebt in Stuttgart, kommt aber ursprünglich aus Syrien. "Heute ist ein sehr wichtiger Tag für mich", erklärte sie. "Ich will die Botschaft überbringen, dass Frauen die Freiheit haben, zu machen was sie wollen. Eine Frau in Syrien darf nicht singen." Hier durfte sie singen. SIAs "Bird Set Free". Von der Jury drehte sich allerdings keiner um. Mark und die Fantas haderten danach mit sich selbst: Hatten sie ein Talent überhört?
"Ich studier', nebenbei bin ich Musiker und leidenschaftlicher Fußballspieler", stellte sich Michael Russ aus dem österreichischen Tillmitsch vor. Alle fünf stimmberechtigten empfanden seine Interpretation von Ed Sheerans "Perfect" als - perfekt. "Ich habe Hühnerhaut, das erste Mal in dieser Staffel", bekannte Samu. "Du bist schon ein Popstar, du bist eine coole Sau", stellte Mark fest.
"Ich möchte mit dir machen das schönste Ding, was zwei Männer miteinander machen können", kündigte Samu Haber an. Die "Fantastischen Zwei" lachten dreckig. "Die Entscheidung ist schwieriger als der Song", stellte Michael fest. Dann wählte er Mark Forster. Samu gab zu bedenken: "Vielleicht hatte er Angst, dass ich mit ihm in die Dusche will." Tja.
"Als Frau im Rap-Business nehmen die meisten einen nicht ernst, ich beweise euch das Gegenteil", kündigte Doris Mete aus Uzwil in der Schweiz an. Die Powerfrau überzeugte die Fantas und Mark Forster mit Missy Elliotts "Work It".
Als Doris im Anschluss bewies, dass sie nicht nur rappen, sondern auch singen kann, ärgerte sich Yvonne, nicht auf den roten Knopf gedrückt zu haben. Fies gegenüber Mark: Yvonne mischte sich in Doris' Entscheidung ein und riet zu den Fantas. Die bekamen dann auch tatsächlich den Zuschlag.
"Ich war der kleine Michael Jackson aus Bielefeld", erinnerte sich der heute 37-jährige Simon Zawila an seine erste CD, die er mit elf Jahren aufgenommen hatte. Konsequenterweise sang er auch heute ein Michael-Jackson-Stück: "Gone Too Soon". Mark Forsters erstes Urteil war eher oberflächlicher Natur: "Ich finde, du siehst ein bisschen aus wie eine Mischung aus mir und Samu."
Die beiden nahmen ihn in die Mitte, herzten ihn und küssten ihn auf die Stirn. "Du bist ein Vollblutmusiker", urteilte Mark Forster. "Wir sind Halbblutmusiker, aber zwei - das ergibt auch wieder Vollblutmusiker", konterten die Fantas. "Ich finde euch alle drei geil", gab sich Zawila diplomatisch - und ging zu Mark.
"Unser ungeborener Sohn", scherzte Melisa Toprakcis Papa, in Anspielung darauf, dass seine Tochter einen klassischen Männerberuf ausgesucht hatte. Die 20-Jährige Elektrikerin aus Neuss gab zu: "Das Schlimmste, was passieren könnte? Dass sich keiner umdreht und ich das Gefühl hätte, ich bin nur mittelmäßig." Die Angst war unbegründet: Yvonne buzzerte beim Cover von Alessia Caras "Stay".
Kein Coach drehte sich um für Lkw-Fahrer Franz Lippert aus Kallmünz. Doch Lippert sang den Country-Song "But For Grace Of God" von Keith Urban auch nicht für die Juroren, sondern für seinen Sohn, der bei einem Autounfall tödlich verunglückt war. "Er war ein begnadeter Sänger. Es war immer mein Wunsch, dass er bei 'Voice of Germany' mitmacht", erklärte der Vater. "Wenn ich singe, bringt mich das immer meinem Sohn näher. Ich habe dann das Gefühl, er wäre bei mir."
Mit Anna Heimrath war noch ein Talent aus Österreich angereist. "Spätestens wenn der erste Ton fällt, ist die Rampensau da", verriet der Papa der 20-jährigen Grazer Grazie. Die Rampensau sang "It Ain't Me" von Selena Gomez.
Anna Heimarths Wunschcoach war Yvonne Catterfeld. Doch sie war der einzige Coach, der sich nicht umdrehte. Das Leben ist bei TVOG zwar ein Konzert, aber eben kein Wunschkonzert. Annas zweite Wahl: Sie ging mit den Fantas.
Modefan Jan Hasanov aus Stuttgart bekannte: "Ich bin noch nie live aufgetreten. Mir fällt die Atmung schwer." Ungünstige Voraussetzungen für eine Gesangsdarbietung, eigentlich. Doch seine Nervosität fiel bei der Interpretation von Bruno Mars' "That's What I Like" nicht auf. "Du hast etwas, was man nur ganz schwer lernen kann: Du groovst wie die Sau", lobte Mark Forster. "Ich dachte erst, du wärst eine Frau", charakterisierte Catterfeld seine Stimme.
Mit blaugefärbten Haaren war Meike Ehnert aus Oberfranken schwer wiederzuerkennen, doch sie war keine Unbekannte: Bei der Castingshow-Konkurrenz "Popstars" landete sie in der Band LaVive. "Ich war bei 'Popstars' unterfordert, was die Musik anging, das war stimmlich nicht meins." Ihres dagegen ist Oper: Bei Puccinis "O Mio Babbino Caro" lächelte Mark selig, als würde er einem Engel lauschen.
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