"The Voice": Dreister Bestechungsversuch von Mark Forster

Um ihre jeweiligen Traumkandidaten in ihr Team zu locken, ist den Coaches bei "The Voice of Germany" offenbar jedes Mittel recht. Mark Forster schreckte nicht vor Bestechung zurück und wurde dabei von einem befreundeten Comedian unterstützt.

Schwere Geschütze fuhr vor allem Mark Forster in der letzten Folge der Sat.1-Show "The Voice of Germany" auf: Um seine Wunschkandidaten für sich zu gewinnen, sprach er mal von einem Heiratsantrag, mal holte er einen bekannten Comedian für einen Bestechungsversuch mit ins Boot ...
Zu Beginn hoffte der Wiener "Stiletto" Stohl (53) selbstbewusst auf den Sieg. Seine Darbietung von AC/DCs "You Shook Me All Night Long" erschien der Jury zwar sehr professionell - "Du machst das nicht seit gestern", war sich etwa Rea Garvey zu Recht sicher -, für den Platz in einem der Teams reichte es jedoch nicht.
Wie sich das anfühlt, weiß Philipp Fixmer genau: Letztes Jahr war der 21-Jährige bei "The Voice" nicht weitergekommen. Für ihn ein Ansporn: "Ich habe weiter Musik gemacht, Erfahrungen gesammelt ..." Hat sich gelohnt: Für seine Interpretation von Dermot Kennedys "Power Over Me" drehten sich alle vier Coaches um. Philipp ging ins Team Rea.
Auch Sally Haas (19) hatte bereits Castingshow-Erfahrung: Bei "Germany's Next Topmodel" wurde sie 2018 Sechste. Bei "The Voice" half der Influencerin ihr gutes Aussehen natürlich nichts - dafür ihre außergewöhnliche Stimme: Mit ihrer Version von Vance Joys "Riptide" bezauberte sie erst Alice Merton und dann Mark Forster. Sie wählte Frauenpower.
Zur Frauenpower kam bei Janina Mahnken (dritte von links) Familypower: Die 30-Jährige ist mit neun Geschwistern aufgewachsen und selbst Mutter eines Sohnes (fünfter von rechts). Sie sang "Raise Your Glass" von P!nk, kam jedoch nicht weiter. Mark Forster sah aber Potenzial: "Komm noch mal wieder, vielleicht drehen sich dann die Coaches um."
Hinter einem Vorhang sang Kandidat Denis Hening (36) Lukas Grahams "Love Someone", außer Rea drehten sich alle um. Um den Vorhang zu lüften, wollte Alice erst von Mark, dann vom Publikum die "Zauberstäbe" sehen und schien sich der Zweideutigkeit nicht bewusst. Das brachte Sido zum Grinsen - sein Strahlen folgte, als Denis ihn als Coach auswählte.
"Hür niemals op zu zinge" von Kasalla sangen danach Angelo Nastro (39) und André Heller (40), backstage begleitet von aufgeregten "Papa"-Rufen ihrer kleinen Töchter. Fürs Weiterkommen reichte es nicht, doch da ihr Kölscher Songtitel übersetzt "Hör niemals auf zu singen" bedeutet, werden die zwei sicher weiter Musik machen.
"Shock the people" lautet das Motto von Oxa (29), der/die sich nicht auf ein Geschlecht festlegen lassen will und neben originellem Look auch mit akrobatischen Tanzeinlagen beeindruckte. Schockierend war zunächst jedoch vor allem sein/ihr Schicksal: Zwei Monate nach der Schwester war auch der Vater an Krebs gestorben.
"Ein sehr starker Junge" sei er aber, entschied Oxa sich, zumindest für den Moment, dann doch fürs Maskuline und performte sympathisch-schrill zum Song "Toy" von Eurovision-Siegerin Netta. Mark Forster gefiel's, mangels Coach-Konkurrenz erhielt er natürlich den Zuschlag, und er gab zu: "Ich bin ängstlich, aber auch neugierig ..."
Noch mal wissen wollte es danach Erwin Kintop (23), der "DSDS"-Fünfte von 2013, der mittlerweile als Staplerfahrer arbeitet, aber davon träumt, "nur von der Musik leben zu können". Der erste Schritt ist gemacht: Sein "You Deserve Better" (James Arthur) gefiel allen vier Coaches. "Geil!", freute Erwin sich unverblümt.
Weiter ging's mit starken Frauen: Die 20-jährige Selina Schulz hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich: Pflegefamilie, Drogensucht, Klinik ... Geholfen hat ihr unter anderem die Musik. Auf der Bühne sang sie "Og Luv Kush Pt. 2" von Kaiit und überzeugte erst Rea und in letzter Sekunde auch Sido, für den sie sich schließlich entschied.
Sandra Siebert (38) wirkte zart, rockte die Bühne aber energiegeladen mit "Open Your Eyes" (Guano Apes). Leider fehlte den Coaches, wie Rea es ausdrückte, die "eigene Signature" in ihrer Stimme, sodass sie nicht weiterkam. Trost fand sie bei ihrer Band Next Chapter sowie ihrem Mann Achim, in den sie sich schon als Achtjährige verknalllt hatte.
Gefühlvoll ging es weiter mit Linus Hemker (20), der als Einziger in seiner handwrklich begabten Familie zur Kunst neigt. Nach seiner Performance von "Someone You Loved" (Lewis Capaldi) wollten ihn alle Coaches außer Sido, als Alice-Merton-Fan entschied er sich aber für die einzige Frau in der Runde.
Wie so oft kam das Highlight am Ende der Sendung - und das war auch insofern etwas Besonderes, da die aus einer Musikerfamilie stammende Fidi Steinbeck (35) der Musik eigentlich bereits abgeschworen hatte: "Von mittags nach der Schule bis abends wurde bei uns gegeigt. Ich konnte es irgendwann nicht mehr hören", erinnerte sie sich.
Mit 17 hatte sie ihr Cello beiseitegelegt, mal studiert, mal beim Bäcker gejobbt - bis sie, bestärkt durch ihren Mann, doch wieder zu ihrer Bestimmung fand. Zum Glück: Schon nach wenigen Sekunden überzeugte ihre gefühlvolle Interpretation von Matthias Schweighöfers "Durch den Sturm" Mark, Alice und Rea und kurz darauf auch Sido.
"Ich fühl' mich wie beim Heiratsantrag", fasste Mark vor Fidis Entscheidung seine Aufregung in Worte, und gab Fidi damit eine Vorlage, auch noch ihre Schlagfertigkeit unter Beweis zu stellen: "Also, wenn du nicht verheiratet bist, könnte ich dich ja quasi fragen, ob du ab jetzt den Weg mit mir gemeinsam gehen willst ..." Klar wollte er!