"The Voice" 2019: Sido crasht Heiratsantrag

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Auch mit wenig wirklich guten Sängern springt bei "The Voice" (SAT.1) doch noch eine tolle Show raus: Während Mark Forster ganz nah an der Verzweiflung steht, veräppelt ihn Rapper Sido bei einem spontanen Rollen- und Kleider-Tausch - und zerstört nebenbei den romantischsten Moment des Abends.

"Im Augenblick läuft's eher medium": Mark Forster bemühte sich am Sonntagabend um Fassung - auch wenn's schwerfiel. Gleich mehrfach hintereinander buzzerte er, wollte gute Gesangstalente in sein Team locken - und scheiterte regelmäßig. Sidos flappsige Sprüche ließen natürlich nicht lang auf sich warten.
So wollte sich Mark unbedingt den Singer-Songwriter Luke aus Wiesbaden angeln, der sich selbst ziemlich stark an der Gitarre begleitete. "Komm' in mein Team und wir entspannen uns", säuselte er Luke an. Doch der lächelte nur - und entschied sich für Alice Merton. "I've got no Luke", schniefte Mark.
Das Verrückte an der Situation: Mark hatte mal wieder nette Worte gefunden, um die vermeintlichen Super-"Voices" in seine Mannschaft zu holen und eine enge Verbindung im Gespräch aufgebaut. Alice Merton dagegen tat so gut wie nichts - und sahnte trotzdem ab. "Ich weiß nicht, was ich machen soll", stöhnte Mark.
Ein weiteres Beispiel: der Fall Simona aus Zürich. Die 42-jährige Power-Yoga-Lehrerin riss Rea Garvey und Mark Forster gleichermaßen aus den Sesseln. Und wieder stand ein Eins-zu-Eins-Wettkampf an, der für Mark frustrierend ausging. Allerdings hatte der gerissene Ire auch wieder seinen umstrittenen "Herz"-Trumpf ausgespielt.
Um sich die Gunst von Simona zu sichern, hatte Rea Garvey dreist geflunkert. Er säuselte der Sängerin etwas von romantischen Erinnerungen vor, die ihr Song "Hunting High and Low" bei ihm auslöste. Rea will bei dem Lied zum ersten Mal geküsst haben. Später verriet er: Das stimmte so gar nicht.
Besonders schmerzhaft wurde Mark Forsters Verzweiflungsschlacht, als mit dem 21-jährigen Bastian aus Erding ein echtes Power-Talent die Bühne stürmte. Der Make-up-Artist zwang mit seiner Coming-Out-Ballade "No Matter What" sowohl Mark als auch Sido zum Umdrehen. Wieder so eine Duell-Situation ...
Das Perfide dabei: Bastian hatte vorher den Kameras verraten, dass er am liebsten zu Alice Merton gehen wollte. Doch nun musste er sich zwischen Mark und Sido entscheiden. Und die machten es ihm sehr schwer - mit einem spontanen Kleider- und Rollen-Tausch. "Weil wir uns so ähnlich sind", ätzte Sido.
Während sich Kollegen und Publikum vor Begeisterung über den Rollentausch wegschmissen, nutzte Sido den Prank, um Mark Forsters affektierte Stimmlage nachzumachen und seine Posen zu veralbern. "Mir fällt's schwer, hier so zu sitzen", sagte Sido in der Mark-Rolle, "weil ich wirklich Eier habe."
Dagegen wirkten die Scherze, die sich Mark Forster in der Sido-Rolle über seinen raubeinigen Kollegen aus Berlin erlaubte, eher harmlos: "Ich finde diese Stümme wirklich krass", versuchte er Sido nachzuahmen. Zum Schluss lachte ohnehin der Rapper: Bastian entschied sich fürs Team Sido!
Allerdings war die spontan durchgeführte oder vielleicht doch vorher geplante Kleider-Tausch-Nummer Höhepunkt einer Show, in der auch viele enttäuschende Talente vorsangen. "Mir hat das gefallen", sagte Sido über den Rollenwechsel. "Ich finde, dass wir das öfter machen sollten", meinte Mark.
Nicht ganz so gut kamen die Gaga-Einlagen bei Coach Rea Garvey an, der von den Show-Verantwortlichen offenbar die heimliche Anweisung erhalten haben muss, als Ältester ein wenig auf die Einhaltung der Regeln zu achten. "Ich bin schon kürzer im Inland geflogen", schimpfte er über die Verzögerung.
Fast wieder ganz bei der Sache waren die Coaches, als mit Siar aus Frankfurt ein Super-Talent vorsang, für das sich Sido und Alice interessierten. Den Unsinn brachte allerdings der Deutsch-Türke in die Show. Er faselte etwas von den vielen Filmen, in denen er Sido bewundert hatte. Welche das genau gewesen sein sollen? Auch egal!
Ziemlich schräg wirkte auch die 22-jährige Astro-Liebhaberin Judith, die sich die Mondzyklen auf die Stirn gepinselt hatte. Sie riss gleich alle vier Coaches mit. Und das Wett-Werben begann von Neuem. Mark lud sie sogar auf seinen Sessel ein. Doch der Trick, den er sich angeblich von Paddy Kelly abgeschaut hatte, zog nicht.
"Es war krass und fordernd", sagte Mark über den Bosse-Song, mit dem sich Judith vorgestellt hatte. "Ich kann mich nicht erinnern, dass je eine Sängerin wie du angetreten ist", lobte er. Doch Judith entschied sich für Alice (die vorher wortlos blieb). "Bei mir ist gerade der Mond untergegangen", ächzte Mark.
Marks Misserfolgssträhne wollte nicht abreißen. Und seine Co-Coaches hatten nur Spott für ihn übrig. Er müsse eben tanzen, um die Talente zu beeindrucken, witzelten sie immer wieder. Und dann kam Marks große Chance, als die 29-jährige Sabrina auf die Bühne stürmte. Sie sang nicht nur gut. Sie ist auch Tanzlehrerin!
Wie gut, dass sich nach ihrem Vorsingen auch nur ein Coach umdrehte - Mark Forster! Damit hatte er an diesem Sonntagabend endlich eine Katze im Sack. "Es gab ein Happy End", sagte er und versuchte sich gleich noch an der "Time of My Life"-Hebefigur. "Es sieht nicht schlecht aus, dass wir ein ganzes Leben zusammenbleiben werden."
Zurück auf der Erfolgsspur gelang Mark dann sogar ein Coup: Er setzte sich beim Wett-Bieten um den braven Versicherungskaufmann Lukas aus dem Hunsrück gegen den Großstadt-Chaoten Sido durch.
Auf einen kitschigen Show-Höhepunkt im "DSDS"-Stil steuerte "The Voice" dann noch zu, als sich zum Abschluss der Kalabrese Domenico mit einem schmalzigen Power-Italo-Pop-Geknödel ans Publikum schmiss. Und er hatte noch mehr geplant: Er holte seine Freundin Vanessa auf die Bühne und kniete nieder.