Gnaden-Buzzer bei "The Voice": GNTM-Sechste rettet sich in letzter Sekunde

Sie bleibt in der Familie. In der Senderfamilie. 2018 träumte Sally Haas noch von einer "Topmodel"-Karriere. Jetzt will sie "The Voice" werden. Fast wäre ihr Traum schon wieder geplatzt.

Bei GNTM galt Sally Haas mit ihrem spröden Charme lange als Top-Favoritin - und wurde doch nur Sechstplatzierte. Es gehört Mut dazu, noch einmal alles auf eine Karte zu setzen und sich wieder ins Rampenlicht zu wagen. Beim Dreier-Battle von TVOG lief's aber alles andere als gut für sie.
Schon in der "Topmodel"-Show hatte Sally immer dann dicht gemacht, wenn's spannend wurde. Auch beim Mehrkampf gegen Pastorensohn Frederic und die Musikpädadogin Barbara wirkt sie ziemlich blass. "Sie muss kämpfen", schimpfte schon ihre Betreuerin Alice Merton während der Proben.
Vielleicht hätte sich Sally eine Scheibe bei der schüchternen Marita (r.) abschneiden sollen, die in diesem Jahr die TVOG-Staffel als erste Sängerin eröffnete - und gleich mit vier Buzzern belohnt wurde. Sie hat gelernt, endlich aus sich herauszukommen. "Deine Stimme ist gottgegeben", jubelt ihr Coach Rea.
Marita musste sich gegen die singende Paketzustellerin Giulia (li.) behaupten, die einen starken Auftritt hinlegte. "Ich will, dass wir Gänsehautmomente erleben", hatte Rea seinen Talenten gesagt. Und genau so kam es. Umso schwer fiel dem Iren dann die Entscheidung. "Sie ist falsch, egal wie ich sie treffe", ahnte er.
Tatsächlich wählt Rea die zarte Marita fürs Weiterkommen aus. Die wirkt fast schockiert, als sie von der Entscheidung erfuhr. Allerdings bleibt auch ihre "Gegnerin" Giulia, mit der sich Marita so gut versteht, nicht lange allein. Mark und Sido drücken den "Steal Buzzer" - Giulia ist jetzt im "Team Sido".
Weniger glücklich verläuft der Abend für die ebenfalls extrem schüchterne Wienerin Veronika, die von Auftreten und Crazyness stark an Björg erinnert. Sie unterliegt in ihrem Battle-Duell dem Ex-Sängerknaben David aus Wien. Und beim Steal-Buzzern will sie niemand haben.
"Veronika hat die Fähigkeit, so leise zu singen, dass nur Fledermäuse ihre Stimme hören", stellte Coach Mark noch während der Proben fest. Und das als Lob gemeint. Auf der großen Bühne kommt der schmalzige Routinier David deutlich besser an. "Ich fand's nicht zauberhaft", ätzt Sido.
"Das war riesengroß", hatte Rea den Auftritt von Vero und David gerade eben noch beklatscht. Da platzt Sido der Kragen: "Ich komme mir langsam blöd vor, das immer anders zu sehen", schimpft er. Und fing sich Protest von Mark Forster ein. Der jammerte nostalgisch: "Wir wollen Paddy Kelly zurück!"
Fairerweise muss man Sido allerdings zugestehen, dass er gleichmäßig hart ist. Und besonders grausam springt er mit seinen eigenen Kandidaten um. So lässt er am Dreier-Battle seiner Schützlinge Veronika, Seyran und Amanda kein gutes Haar. "Das ist Schülerband-Niveau!"
"Wenn einer scheiße ist, seid ihr alle scheiße", warnte Sido sein Team wie gewohnt drastisch. Seyran unterstellt er "klassische Arbeitsverweigerung". Nach dem Vorsingen hat Sido die Qual. Es wirkt, als hätte er lieber alle drei gefeuert. Doch dann gibt er Veronika noch eine Chance.
Deutlich liebevoller springt natürlich die sanfte Alice mit ihren Kiddies um. Nach dem Battle von Chiara und Lucie bemüht sie sich, der Kamera zu zeigen, dass sie angeblich wirklich geweint hatte. "Ihr habt euren Coach zum Heulen gebracht", verdeutlicht Rea die (gespielt wirkende) Szene.
"Vielleicht sehe ich zu viele Liebesfilme", ist es Alice bei den Proben mit Chiara, Lucie und dem Song "I Try" gekommen. Letztlich entscheidet sich Miss Merton für Sängerin Chiara. Aber auch Rea, Mark und Sido wollen noch ein Wörtchen mitreden und buzzern für Lucie. Die entscheidet sich schließlich für den Iren!
Nicht leicht fällt auch Coach Mark die Siegerinnen-Kür, als die Amerikanerin Tori und die indonesisch-stämmige Altenpflegerin Seanab über die Bühne fegen. Es ist das Battle der großen Stimmen und ein Höhepunkt der Sonntagshow. Oder wie Rea sagt: "Das war massiv." Tori siegte, Seanab flog raus!
Fast zu siegessicher tritt der erfahrene Band-Sänger Niklas auf, als er gegen den angehenden Kfz-Mechatroniker Oliver ansingen muss. "Der Underdog hat immer die bessere Chance", hatte Rea zuvor sogar noch gewarnt. In der Entscheidung wird es ganz eng für Niklas. Doch dann traut Rea ihm mehr zu.
Während alle von den beiden Power-Sängern hin und weg sind, drückt sich Sido nicht so euporisch aus. "Oliver hat's weniger verkackt", urteilt er. "Haben wir das jetzt geklärt mit dem Kacken?" - Trotzdem: Auch Sido ist ein Niklas-Fan. Aha!
Gern mischt sich Sido ein, wenn ihm bei fremden Battles etwas nicht gefällt. So hält er wenig von der Bühnen-Performance von Linus und Noemi aus dem Team Alice. "Du sahst aus, als ob du sauer auf ihn bist", sagt er zur Pianistin Noemi. Die nimmt's gelassen - und kommt trotzdem weiter!
Immerhin ist dann das Highlight der Sonntagshow gekommen. Zumindest aus Sido-Sicht. Er lässt seine beiden Rockröhren Madline gegen Larissa antreten. Und um seine Begeisterung auszudrücken, wagt er sich sogar in den Schmuse-Nahbereich. "Ich riskiere, dass ich Makeup auf meinem weißen Pullover habe."
Umso kniffliger die Entscheidung, mit welcher Powerlady Sido in die Sing-Offs zieht. "Ich wusste, wie gut ihr seid", sagt Sido. "Ich hatte gehofft, dass eine von euch verkackt." Dann wäre die Wahl einfacher gewesen. Es kommt aber anders, Sido musste leiden. Trotzdem: Mit Larissa hat er noch viel vor.
Dass im Anschluss noch einmal die Steal-Deal-Buzzer aufglühen würden, galt als sicher. Und fast jeder im Saal hatte wohl gedacht, dass die leidenschaftliche Top-Sängerin Barbara weiterkommen würde. Doch dann juckten Mark Forster die Finger - und er entschied sich für Ex-GNTM-Sally: Eine echte Sonntags-Sensation!