Bei Netflix ist derzeit die zweite Staffel von "The End of the F***ing World" zu sehen. Der Überraschungshit aus dem vergangenen Jahr schafft es, an das hohe Niveau der ersten Staffel anzuschließen. Vor allem, weil eine komplett andere Geschichte erzählt wird.

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Im Brautkleid wartet Alyssa (Jessica Barden) auf ihre Hochzeit, es soll der schönste Tag in ihrem Leben werden. Doch dann flüstert ihre Mutter ihr etwas zu, das wirklich nicht dazu geeignet ist, die Stimmung zu heben. "Ich dachte eher, dass ich an deinem Grab stehen würde, als auf deiner Hochzeit", sagt Gwen (Christine Bottomley) und meint es nicht mal böse.

Es ist einer dieser Momente, die absolut typisch sind für "The End of the F***ing World". Alle Figuren wirken tieftraurig, traumatisiert. Die Dialoge sind skurril, die Situationen, in denen sie stecken, scheinen hoffnungslos. Sie tun Dinge, mit denen nicht zu rechnen ist. Immer wieder kommt es zu hässlichen Übergriffen und heftigen Gewaltausbrüchen.

Und dennoch ist die Serie lustig. Sehr sogar. Selten gelang der Mix aus Tragik und Humor so gut wie in der ersten Staffel von TEOTFW. Nun ist die zweite Staffel auf Netflix abrufbar. Und ja, Alyssa heiratet tatsächlich, so viel sei verraten.

Alyssa und James wieder vereint

Dass es keine normale Hochzeit wird, ist angesichts des exzentrischen und aufbrausenden Charakters der Braut absehbar. Zumal sie in der Nacht vor der Hochzeit James (Alex Lawther) wiedertrifft, mit dem sie sich in der ersten Staffel auf einen der wildesten und dubiosesten Roadtrips der jüngeren Filmgeschichte begeben hatte.

Ja, James lebt. Auch das soll hier verraten werden. Die erste Staffel endete damit, dass die Polizei auf den flüchtenden James schoss, sein Schicksal blieb offen. Nun sind in der Serie zwei Jahre vergangen, die beiden treffen sich wieder und es wird erneut chaotisch und unterhaltsam. Die acht neuen Folgen dauern im Schnitt kaum länger als 20 Minuten und sind entsprechend schnell durchgeschaut.

Dass es überhaupt eine zweite Staffel geben würde, war zunächst nicht sicher. Die gleichnamige Graphic Novel von Charles Forsman, auf der die Serie basiert, endete mit den Schüssen auf James. Serien-Autorin Charlie Covell musste diesmal also ohne Comic-Vorlage auskommen.

Bonnie gibt der Geschichte eine neue Wendung

Das gelingt ihr ziemlich gut. Alyssa und James werden nicht einfach auf einen weiteren Roadtrip geschickt, es wird eine komplett andere Geschichte erzählt. Während die beiden versuchen, die Geschehnisse der ersten Staffel zu verarbeiten, treffen sie auf Anhalterin Bonnie (Naomi Ackie), die als neue Hauptfigur eingeführt wird.

Erzogen wurde Bonnie von einer überstrengen Mutter, die sie unter anderem zwang, ihren Lippenstift aufzuessen und immer wieder die Hauptstädte der Welt herunterzurasseln. Die fehlende Liebe der Mutter machte Bonnie zu einer neurotischen Person, weshalb sie scheinbar sehr gut zu Alyssa und James passt.

Doch es gibt da noch etwas, das Bonnie stark belastet. Etwas, das mit Alyssa zu tun hat und sie dazu bringt, Mordpläne zu schmieden. Und so entwickelt sich ziemlich schnell eine wilde Dreiecksgeschichte zwischen den Hauptfiguren. Wahnsinn hoch drei, sozusagen.

Eine dritte Staffel ist nicht geplant

Wie schon in Staffel eins überzeugt "The End of the F***ing World" mit schönen Bildern, einem tollen Soundtrack, starken Schauspielern und aberwitzigen Dialogen. "Es ist gut, keine Gefühle zu haben. Es ist wie eine Superkraft", sagt Alyssa ziemlich am Anfang der zweiten Staffel. Dabei sind Gefühle das, worum es in TEOTFW vor allem geht.

Wie die Figuren mit ihrer Wut, Angst, Trauer und Zuneigung zueinander umgehen, ist auch in der zweiten Staffel bewegend, unterhaltsam und gewürzt mit jeder Menge tiefschwarzem Humor. Die britische Dramedy-Serie bleibt ein echtes Highlight im Angebot von Netflix.

Eine weitere Fortsetzung soll es übrigens nicht geben; Autorin Charlie Covell erklärte, dass die Geschichte nun auserzählt sei. Ob es dabei wirklich bleibt? Sicher scheint bei "The End of the F***ing World" so ziemlich gar nichts zu sein.

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