"Das Supertalent" 2018: Dieter Bohlen ärgert Sylvie Meis

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Ein Abend der Premieren - und mit schlechter Stimmung auf der Juroren-Bank: Eine Drehwurm-Künstlerin aus der Ukraine, ein zehnjähriger Helene-Fischer-Schlagersänger, ein Billard-Trick-Künstler und ein rüstiger Rentner-Chor - alles neu im "Supertalent".

Sylvie Meis passt super zum "Supertalent", gar keine Frage. Und neben den beiden Männern am Juroren-Pult hat sie sich schnell wieder eingelebt. Keine Selbstverständlichkeit: Bei der RTL-Tanzshow "Let's Dance" hatte man sie aussortiert. Dieter Bohlen versetzte der charmanten Niederländerin nun den nächsten Tiefschlag ...
Der Spitzenauftritt der Power-Turnerin Jilou Jaykay aus Berlin hat Sylvie Meis sehr begeistert - und sprachlich-gedanklich etwas durcheinander gebracht. Sie will von der immerhin schon 25-Jährigen wissen, was sie im Leben einmal werden möchte. Hä?!?
Kaum vorstellbar, dass Sylvie Meis von RTL bei "Let's Dance" zuletzt schlechte Deutschkenntnisse vorgehalten wurden. Dabei ist sie fürs "Supertalent" doch so wichtig: Sie spricht "Bohlisch". Nur mit der irren Jadranka aus der Schweiz konnte auch sie wenig anfangen.
Die ungelenke Aerobic-Tänzerin Jadranka war leider nicht das einzige vermeintlich "Superalent", das eigentlich nichts in der Show verloren hatte. Auch die albernen Wasserspritzer von "Human Fountains" überzeugten nicht wirklich.
Auch bei Inna im Glitzer-Mini durfte man Zweifel haben, was genau der Unterhaltungswert ihres Könnens sein soll. Die Ausdauer-Wirblerin hielt fast zwei Stunden auf ihrer Drehplatte aus - verbannt hinter die Bühne. Wer will so etwas sehen?
Trotzdem wurde Inna in die nächste "Supertalent"-Runde durchgewunken. Ob sie außer Drehen auch noch eine andere Nummer drauf hat? Überraschend witzig war allerdings Daniel Hartwich: Der nannte sie einen "heißen Dönerspieß".
Nur mit viel Mitleid schaffte es auch Sebastiaan aus Belgien in die nächste Runde. Er entlockt seiner Violine keinen Wohlklang, sondern schräge Geräusche. Eigentlich hätte man auf Bruce Darnell hören sollen: "Ich hasse Geige."
Was macht noch mal Florian aus Frankreich zu einem möglichen "Supertalent"? Er verdient sein Geld mit Queue-Tricks in Las Vegas. Doch ihm schwante schon selbst: "Es ist schwierig, Billard im Fernsehen zu zeigen." Da hatte er Recht. Immerhin hatten die Kameras seine attraktive Assistentin für ein paar Close-ups.
Auch nur von der Idee her gut, in der Durchführung dann aber doch ein wenig schwachbrüstig erwies sich der Auftritt des Hamburger Senioren-Chors "Heaven Can Wait". Vom eigentlichen Gesang hätte man gern etwas mehr gehört. "Schön, dass ihr die Sau rausgelassen habt", meinte Bohlen trotz allem.
Wer hat den zehnjährigen Miguel so Helene-Fischer-verstrahlt? Immerhin singt der süße Bengel angeblich bereits seit fünf Jahren - und zwar ausschließlich Schlager. Das gelang ihm aber gut: "Du bist sehr niedlich", lobte ihn Onkel Dieter. Miguel darf in der nächsten Runde weitersingen.
Auf das ganz große Spektakel hatte dagegen Lisa aus Köln gehofft. Sie schwang sich am Trapez direkt über den Köpfen des Publikums durch die Lüfte. Auch das war eine "Supertalent"-Premiere. Überzeugen konnte sie trotzdem nicht: "In jedem Zirkus gibt's die Nummer", schimpfte Dieter Bohlen. "Das ist nichts Neues."
Allerdings hatten auch die jungen Männer von der ukrainisch-russischen "Beatles"-Truppe nur eher solide Zirkus-Akrobatik zu bieten. Dieter Bohlen brachte trotzdem Begeisterung zum Ausdruck: "Das sah gefährlich aus", sagte er. "Spitzenleistung." Ab in die nächste Runde!
Auch Profi-Tänzer John und seinen Partner Almedin gelang es mit ihrer Grusel-Tanz-Einlage nicht wirklich, Entertainment noch einmal völlig neu zu denken. Die Ostfriesen wirkten aber ziemlich sympathisch. Für sie geht der "Supertalent"-Traum erst mal weiter.
Nur zum Auslachen lud RTL dann aber offenbar Dating-Show-Veteran Achi aus Salzburg ein. Er nennt sich selbst angeberisch "Mister Torpedo" und überzeugte damit auch schon bei "Adam sucht Eva" nicht wirklich. Kein Wunder, dass sein "Tanz" komplett durchfiel. "Der will nur ins Fernsehen."
Um fair zu bleiben: Eigentlich war ja aber auch Lorenzo Sposato ein Wiederholungstäter. Er sang schon bei DSDS, kam dort aber nicht weit. Doch mit dem klassisch schmetternden Pizzabäcker machte sich Dieter Bohlen selbst eine Freude. Nun steckt Lorenzo im richtigen Format.
Tatsächlich hielt es Dieter Bohlen - vermutlich ebenfalls etwas gelangweilt von einer zuvor diesmal eher faden "Supertalent"-Parade - nicht lange auf seinem Chefsessel. Er stürmte auf die Bühne - direkt auf den großen goldenen Spezial-Buzzer zu ...
Und dann drückte er den Buzzer: Im Goldregen herzte Dieter Bohlen seinen Überholspur-Sänger. "Mich hat das wirklich berührt", säuselte er Lorenzo zu. "Dazu gehört schon was." Zumindest Dieter Bohlen hatte diesmal so etwas wie Gänsehaut.
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