Hochspannung beim "Supertalent": Dieter Bohlen zittert um die neunjährige Lorena

Zwei Wochen noch bis zum Finale und noch eine bis zur Entscheidung, wer einziehen darf: Beim "Supertalent"-Countdown lagen noch mal die Nerven blank. Vor allem bei einer Nummer konnte Sechsfach-Papa Dieter Bohlen kaum hinsehen. Ansonsten gab's unter anderem scharfe Kerle und romantischen Zauber ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

Den Auftakt machte Kosmopolitin Sara Twister (33), die auf vier Kontinenten aufgewachsen ist. Nach einer komödiantisch angehauchten Körperverbiege-Nummer bat sie Bruce Darnell auf die Bühne, "weil du von allen hier am meisten wie mein Exmann aussiehst!" Eine Drohung? Immerhin zielte sie im Anschluss mit einem Bogen auf den Juror ...
Und diesen Bogen bediente sie mit den Füßen! "Wenn du dich bewegst - dann stirbst du!", warnte Twister Darnell vor. Der schwitzte unter seinem Helm, hielt sich aber tapfer. Und Twister traf zum Glück (nur) den Ballon auf seinem Kopf! Für Sarah Lombardi war's zu wenig, die Jury-Männer fanden's "entertaining" (Bohlen). Eine Runde weiter!
Es folgte der erste, aber nicht letzte "scharfe Typ" der Sendung: Kettensägenkünstler Florian Lindner (35) aus Königsee. Der bald fünffache Vater erklärte auf der Bühne sein Handwerk, ging dann aber raus, um "eine Überraschung" vorzubereiten. "Wenn du was Geiles machen willst, mach mich", schlug Dieter Bohlen vor. Ob Lindner auf ihn hören würde ...?
Bevor das aufgeklärt wurde, betrat zunächst das Percussion-Quintett Alpin Drums die Bühne. "Ich habe gedacht, das wird große Scheiße sein", gab Darnell nach dem Auftritt der fünf Männer (41 bis 52) zu, doch das Trommeln auf und mit Werzeug(kist)en sowie einem Spind haute ihn ihn und Lombardi um. Nur Bohlen sagte nein. Egal - eine Runde weiter!
Nur gut eine halbe Minute brauchte danach die 14-jährige Ukrainerin Veronika Khistova, um Darnell von sich zu überzeugen - schnell drückte er den Ja-Buzzer. Auch seine Mitjuroren mochten ihre originelle Mischung aus Ballett, Akrobatik und Comedy, bei der sie die meiste Zeit auf ihren Armen balancierte: "Der Wahnsinn!", fand Bohlen. Dreimal Ja!
Anschließend trompetete mit Jens Thiel (42) ein waschechter Oberkommissar Elton Johns "Can You Feel The Love Tonight" - ohne Trompete! Der mit dem Mund imitierte Sound hörte sich durchaus echt an, doch Bohlen war nicht überzeugt: "Das kann doch jeder!" Tatsächlich gab auch er selbst ein passables Ständchen zum Besten und Thiel musste gehen.
"Dance! Alles außer Standard!" heißt die Tanzschule der Grazer Assistenzärztin Franziska Janina Gollowitsch (28). Die bezaubernde Schattenspiel-Performance ihrer 13-köpfigen Crew rührte vor allem Darnell zu Tränen: "Ich habe nur ein kleines Problem - ich habe keinen goldenen Buzzer mehr!" Immerhin gab's drei grüne Ja-Haken. Auch was wert!
Die Zukunftspläne des nächsten Kandidaten sind ambitioniert: Ripley Looyé (11) aus Amsterdam möchte Opernstar werden. Und das könnte was werden: Nachdem er "O Mio Babbino Caro" von Giacomo Puccini gesungen hatte, attestierte ihm Lombardi "eine Wahnsinnsstimme" und Bohlen war sicher: "Die Leute lieben so was!" Er kam einstimmig weiter.
Als zweite Ukrainerin des Abends versuchte anschließend Natasha Korotkina (29) ihr Glück. Einen "schamanisch-mysteriösen Auftritt" und "Magie" versprach sie. Ihr wilder Mix aus orientalischem Bauchtanz und afrikanisch angehauchtem Rhythmus haute die Jury zwar nicht komplett vom Hocker, für dreimal Ja reichte es aber dennoch.
Skurril ging's weiter: Der britische Englischlehrer Bernard Wall (65) lebt seit 1980 in Deutschland und sang eine am PC entstandene Eigenkomposition. Seine religiös anmutende Performance konnte er jedoch nicht zu Ende singen, denn alle Juroren drückten vorzeitig den roten Nein-Buzzer. Bohlens Kommentar: "Haben dich irgendwelche Aliens gefoltert?"
Ob Bernard mit einem Programm des Softwareentwicklers Fabien Ropraz (34) mehr Erfolg gehabt hätte? Der Schweizer und seine Tanzpartnerin Ioulia Ioudina (31), die sich Intense Feelings nennen, zeigten einen temporeichen Mix aus Akrobatik und Rock'n'Roll, wofür sie Standing Ovations des Publikums und euphorisches Lob von der Jury bekamen.
Er kämpfte um den Titel "Supertalent", und ein Multitalent war der nächste Kandidat allemal. Der polnische Radiologe Filip Drogos (26) spricht gut Deutsch und zeigte einen ausdrucksstarken Comtemporary Dance, mit dem er Darnell und Lombardi begeisterte, während Bohlen weniger beeindruckt war. Zwei Ja, ein Nein - fürs Weiterkommen reichte es.
Ob's am Alter lag? Mit der mit 1980er-Anspielungen gespickten Comedy-Nummer des Italieners Nicola Virdis (37) aus Italien konnte die 1992 geborene Lombardi so wenig anfangen, dass sie vorzeitig den Nein-Buzzer drückte. Doch auch die anderen Juroren waren sich am Ende einig: "Auf so was haben wir nicht gewartet, oder?", fasste es Bohlen zusammen.
Auf den folgenden Act vermutlich auch nicht, obwohl Bohlen eigentlich bekannt dafür ist, Akrobatik zu mögen. Doch der brasilianische Wahlschwede Jailton Carneiro de Jesus (43) hatte sich für seine verträumte und zugleich waghalsige Artistiknummer ausgerechnet sein erst neunjähriges Töchterchen Lorena Lütke als Trapezpartnerin ausgesucht.
Bereits beim Vorab-Interview ahnte er: "Dieter wird besorgt sein ..." So war es auch: Die Anspannung war dem Juror deutlich anzumerken. "Ich kann so was ja nicht sehen!", gestand er noch während der Nummer seinem verständnisvollen Kollegen Darnell. Nach dem Act konnte das Papa-Tochter-Duo die Jury aber beruhigen: Sie habe keine Angst, so Lorena.
Vor der letzten - das sei schon verraten - heißen Nummer betrat Kettensägenkünstler Florian Lindner erneut die Bühne und präsentierte sein Werk: "Hat was von John F. Kennedy, was Staatsmännisches", fand der karikierte Dieter Bohlen beim Anblick der Skulptur. "Für 90 Minuten: sensationell!" Einstimmig ging's in die nächste Runde.
Der Abend endete mit den niederländischen Candy Men, die mit einem Tanz in Marionettenmanier begannen, bevor sie sich die Kleider vom Leib rissen. Eigentlich möge sie strippende Kandidaten nicht so, meinte Lombardi, aber: "Das hatte echt Stil. Ich fand's cool!" Darnell war anderer Meinung, doch Dieter rang sich ebenfalls ein Ja ab - weiter ging's.