Muggle-Forscher wollen herausgefunden haben, dass Harry Potter auch außerhalb der Bücher von J.K. Rowling zauberhafte Leistungen vollbringt. Laut ihrer Untersuchungen haben Fans der Bestseller weniger Vorurteile gegenüber Minderheiten und weisen positivere Verhaltensweisen im Umgang mit stigmatisierten Gruppen auf.

Junge Menschen, die sich emotional mit dem Romanhelden Harry Potter identifizieren, weisen in der Regel eine positivere Einstellung gegenüber Gruppen wie Immigranten, Homosexuellen und Flüchtlingen auf.

Zu diesem Ergebnis kam jüngst ein Forscherteam, das seine Studie im Fachblatt "Journal of Applied Social Psychology" veröffentlichte.

Harry Potter als Vorbild

Bis dato wurden weltweit über 450 Millionen Ausgaben der "Harry Potter"-Bücher verkauft. Diese lösten wiederum hitzige Diskussionen rund um Moralvorstellungen, Religion und Erziehung aus.

Schließlich freundet sich der "Junge, der überlebte" beinahe ausschließlich mit Außenseitern wie dem Halbriesen Hagrid, dem versklavten Hauselfen Dobby oder dem Werwolf Lupin an und stellt sich den fanatischen Todessern rund um Voldemort in den Weg – ein Verhalten, das laut der Studie auf die Leser abfärbt.

Romane ersetzen direkte Erfahrung

Um ihre These zu belegen hatten die Wissenschaftler über Wochen hinweg Schülern verschiedener Altersgruppen in Italien Passagen aus den "Harry Potter"-Romanen vorgelesen.

Die Resultate bestätigten, dass das zwischenmenschliche Verhalten der Schüler, die sich mit dem Titelhelden identifizieren konnten, nach den Lesungen deutlich positiver ausfiel.

Demnach sei nicht einmal direkter Kontakt mit Minderheiten notwendig, um Vorurteile abzubauen. Allem Anschein nach können auch fiktive Figuren eine tolerantere Grundhaltung hervorrufen.

Für alle, die ihre Nase nicht gerne in ein Buch stecken, sei zudem gesagt: Der Effekt der "Harry Potter"-Filme wurde in der aktuellen Studie bislang nicht ausreichend erforscht. Vielleicht wäre es somit Zeit für einen Selbstversuch?  © 1&1 Mail & Media / CF