Die "Tagesschau" flimmert seit 1952 regelmäßig über die deutschen TV-Bildschirme. Seitdem hat sich vieles verändert. Immer wieder wird dem Nachrichtenformat jedoch vorgeworfen, etwas angestaubt zu sein. Ein Meinungsforschungs-Institut hat nun im Auftrag einer Fernsehzeitschrift Zuschauer gefragt, was sie an der "Tagesschau" am meisten stört. Ganz vorne mit dabei: Wortmeldungen von Politikern.

Mitarbeiter lädt versehentlich Sendeablauf der Vortags-Ausgabe.

Das Meinungsforschungs-Institut TNS Emnid befragte im Auftrag der TV-Zeitschrift "Auf einen Blick" Zuschauer danach, was sie an der "Tagesschau" stört. Am häufigsten wurde mit 29,2 Prozent kritisiert, dass es zu viele Politiker-Statements in der Sendung gebe, berichtet das Branchenmagazin "Meedia" unter Berufung auf die TNS-Umfrage. 28,6 Prozent störten sich an zu vielen Negativ-Meldungen - doch gerade diese könnten für die positive Quoten-Entwicklung der "Tagesschau" im vergangenen Jahr verantwortlich sein.

Christian Nitsche, zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell, erklärt in "Auf einen Blick": "Dass die Nachrichten immer wieder von Negativ-Meldungen geprägt waren, war durch die gravierenden Entwicklungen im Ausland unvermeidbar." Dennoch bemühe sich der Sender, auch Positivbeispiele in die Berichterstattungen aufzunehmen.

Sport: was dem einen zu viel, ist dem anderen zu wenig

Als dritthäufigsten Kritikpunkt nannten die Befragten mit 25,1 Prozent, dass in der "Tagesschau" zu wenige Themen aus Deutschland behandelt würden. Immerhin 20,2 Prozent waren der Ansicht, es werde zu viel über Sport berichtet - 15 Prozent wünschten sich hingegen mehr Nachrichten aus den Bereichen Fußball und Co. Außerdem findet rund jeder achte Zuschauer die Sprache der ARD-Sprecher unverständlich, jeder neunte die Aufbereitung der Nachrichten zu kompliziert. Und sogar die Eingangsmelodie kommt nicht bei allen Zuschauern gut an: 12 Prozent befanden diese als nervig.

Dass auch eine Institution wie die "Tagesschau" nicht perfekt ist, weiß auch Chefredakteur Kai Gniffke. Der kündigte bereits mögliche Veränderungen an. Eine Reduzierung der Zahl der Themen sei im Gespräch, um die verbleibenden sorgfältiger zu behandeln. (lug/jwo)