Die Geissens starten mit ihrer neuen Show "Spiel die Geissens untern Tisch". Und es passiert genau das, was der Titel verspricht: Carmen und Robert sind beim Zocken chancenlos.

Christian Stüwe
Eine Kritik
von Christian Stüwe, Freier Autor

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Woran denkt man, wenn man an die Geissens denkt? Langgezogene "Roooobääääärt"-Rufe, dicke Autos, Luxusreisen, teure, aber trotzdem irgendwie trashige Klamotten.

Die neureichen Millionäre jetten um die Welt, verprassen ihren Reichtum und sind dabei alles andere als bescheiden. Irgendwie ist die ganze Familie um Carmen und Robert Geiss ein bisschen durchgeknallt, aber doch sympathisch. Sonst würde sich die Doku-Soap "Die Geissens - eine schrecklich glamouröse Familie" ja auch nicht schon seit Jahren im Programm von RTL II halten.

Man vermutet auf jeden Fall nicht, dass die Geissens abgezockte und schlagfertige Ratefüchse sein könnten. Doch ausgerechnet mit einer Rate- und Spielshow möchte das Millionärspaar nun punkten.

Am Montagabend lief auf dem Haussender RTL II das neue Format "Spiel die Geissens untern Tisch" an. Die Rubriken und Fragen erwiesen sich dabei an die Zielgruppe angepasst und drehten sich beispielsweise um "Promi-Kids" oder Spiele wie "Geschenke einpacken". Schließlich sollen weder die Kandidaten noch die Zuschauer überfordert werden.

Kai Ebel macht den Quizmaster

Die Rolle des Quizmasters übernahm Formel-1-Sonnenkönig Kai Ebel, der ein golden besticktes Sakko mit Tiermotiven trug und mit seiner unnachahmlichen Paradiesvogelhaftigkeit glatt zur Geiss-Familie gehören könnte.

Da haben sich drei gefunden, die man sich so richtig im gemeinsamen Urlaub in Monaco vorstellen könnte. Auf einer Yacht, flaschenweise Champagner verspritzend.

Etwas weniger glamourös waren die Gegner der Geissens, Nicole und Sascha Fingerhut, Hausmeisterin und Kraftfahrer aus Bonn. Das Ehepaar hoffte, die Geissens unter den Tisch zocken zu können und sich so die ausgelobten 20.000 Euro zu sichern, um noch einmal zu heiraten. Und zwar auf den niederländischen Antillen. "Mein Beileid", bemerkte Robert Geiss angesichts der romantischen Pläne ganz charmant.

Carmen erkennt die Kinder des Terminators nicht

Dann begann das Quiz. Zunächst waren die Frauen dran, Carmen und Nicole duellierten sich in der Rubrik "Promi-Kids".

Wie beim Memory wurden Kinderbilder aufgedeckt, die dazugehörigen Promi-Eltern mussten erraten werden. Mit dabei waren die Beckers, die Trumps und die Beckhams.

Carmen Geiss erkannte jedoch glatt die Kinder von Arnold Schwarzenegger nicht. "Samstach noch neben ihm jesessen und jetzt kennste die Kinder nit?", maulte Robert. So ist das in der High Society. Doch die Freundschaft mit dem Terminator half letztlich nichts, das erste Spiel holten sich die Fingerhuts.

Weiter ging es mit "Der Rubel rollt". Eigentlich hätte es aber "Der Euro rollt" heißen müssen, denn Zwei-Euro-Münzen mussten so gerollt werden, dass sie auf einem Klebestreifen stehen blieben.

Irgendwie erinnerte das Ganze mehr und mehr an eine kleinere Variante von "Schlag den Raab", oder besser "Schlag den Roooobääääärt".

Carmen feuerte ihren Mann lautstark und krächzend an, auch Nicole Fingerhut unterstützte ihren Mann stimmgewaltig und nannte ihn dabei "Hase". Sehr passend für einen schwergewichtigen Kraftfahrer. Den nächsten Punkt holte er sich trotzdem.

Schoßhündchen und schwimmendes Gemüse

Es folgte das Spiel "Schoßhündchen" - und dabei wurde tatsächlich Memory gespielt. Auf fünf Bildern mussten zwei identische Hunde identifiziert werden.

"Näää, was is dat schwer", stöhnte Carmen. "Du bist so blöd, ehrlich", entgegnete Robert. So kennen wir die beiden. Den Punkt holten sich wieder die Fingerhuts.

Dann wurden Gemüse und Früchte ins Wasser gelegt. Die Paare mussten entscheiden, ob diese schwimmen oder sinken würden.

Der Apfel schwamm, die Birne sank auf den Grund des Aquariums. Vielleicht fragte sich der eine oder andere Zuschauer, warum das so ist. Dies aufzuklären, hätte aber den Anspruch der Sendung um Längen übertroffen.

"Meine Pflaume kann schwimmen", jubelte Robert stattdessen und lachte schelmisch in Richtung seiner Frau. Achja. Dass am Ende wieder die Fingerhuts gewannen, muss nicht weiter erwähnt werden.

Weiter ging es mit "Geschenke einpacken". "Kann ich net", sagte Robert. "Is doch iiiisssieee", sagte Carmen.

Aber so easy war es tatsächlich nicht, denn jeder durfte nur einen Arm verwenden. Teamwork war gefragt. Und ausgerechnet hier holten die Geissens den ersten Punkt. Dabei hätte man gedacht, dass sie eher Spezialisten im Geschenke auspacken sind.

Das kreative Lösungswort lautet: Monaco!

Die Fingerhuts hatten trotzdem vier Spiele gewonnen und bekamen vier Buchstaben des sechs Buchstaben zählenden Lösungsworts vorgegeben. Diese lauteten M-O-N-A-...-.... und sie lösten wenig überraschend mit "Monaco".

"Dat war aber einfach", sagte Carmen und man mochte ihr nicht widersprechen. Bei den Fingerhuts rollten Tränen, mit 20.000 Euro geht's ab zur zweiten Hochzeit auf die Antillen.

Dann war die Show auch schon vorbei und die Geissens waren tatsächlich ziemlich unter den Tisch gezockt worden. Aber vielleicht gehört das auch irgendwie zum Konzept der Show.

Alles in allem gab es wenig Innovatives zu sehen. "Spiel die Geissens untern Tisch" ist ein weiteres Trash-Format, auf das Fernseh-Deutschland nicht gewartet hat. Außer vielleicht Fans der Protz-Millionäre. Und selbst bei denen dürfte sich die Begeisterung am Montagabend in Grenzen gehalten haben.