Dass es bei den ganzen Fremdschäm- und Spanner-Formaten à la "Big Brother" intellektuell zappenduster zugeht, ist keine Überraschung mehr. Mit "Das Sommerhaus der Stars" zeigte RTL gestern Abend aber, dass man immer noch eine Schippe drauflegen kann.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

"Liebe Zuschauer, ich hab' ein echtes Problem." Das wichtigste Statement kommt gleich am Anfang und abgegeben hat es Helena Fürst.

Man weiß zwar an dieser Stelle noch nicht genau, welches Problem sie meint – ihre RTL-Abhängigkeit, ihre Als-wie-Schwäche oder aber, was nahe liegt, den Mann an ihrer Seite.

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Der nennt sich Ennesto Monte, ist optisch eine Mischung aus Rodeo-Clown und noch einem Rodeo-Clown und zieht gleich einmal die Niveau-Grenze, um deren Überschreitung in den folgenden Minuten ein regelrechter Wettkampf ausbrechen sollte: "So bin ich eigentlich das erste Mal an die Öffentlichkeit gelangt", erzählt Ennesto, während ein Einspieler gezeigt wird, in dem er von der Polizei beim Geschlechtsakt an einem Bankautomaten gezeigt wird.

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Nach den ersten Minuten erscheint es also durchaus plausibel, dass Helena Fürst ihren Ennesto mit dem "Problem" gemeint hat. Im Grunde ist es aber auch egal, denn eigentlich müsste der Satz lauten: "Liebe Zuschauer, SIE haben ein Problem." Denn diese kurze Anfangsszene zeigt eindrucksvoll, wo das Fernsehen so steht im Jahr 2017.

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"Das Sommerhaus der Stars": Nico Schwanz ist auch dabei

"Das Sommerhaus der Stars" nennt RTL seine neueste "Errungenschaft" aus den Tiefen des Trash-TVs. Nach einer ersten Staffel im vergangenen Jahr überbrücken die Kölner damit auch in diesem Jahr die Sommer-Flaute und schicken eine Horde Fernsehmietnomaden in eine portugiesische Villa zur Dauerüberwachung.

"Promi-Paare im Ausnahmezustand", "Spiele, die den Stars alles abverlangen" und "ungeschminkte Wahrheiten", verspricht der Off-Sprecher gleich am Anfang und da gucken wir doch einmal nach, was von so einem Versprechen zu halten ist.

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Dass der Begriff "Promi" inzwischen inflationär gebraucht wird – geschenkt. Aber beim gestrigen "Sommerhaus der Stars" dürften selbst Trash-TV-Fans den einen oder anderen Namen gegoogelt haben. Martin Semmelrogge erklärt sich und sein Schaffen noch brav selbst: 'Bang Boom Bang', 'Das Boot', ein paar kultige Filme waren schon dabei." Ja, aber eben auch nicht mehr.

Trotzdem ist Semmelrogge wohl noch der Bekannteste. Dazu gesellen sich noch NDW-Altstar Markus Mörl, Manni Ludolf, Aurelio Savina, Hubert Fella und Matthias Mangiapane und Giulia Siegel, alle nebst aktuellem Partner. Ach ja, der Nico Schwanz ist natürlich auch dabei. Als Trash-Format bist du heute nichts ohne einen Nico Schwanz.

Aurelio eskaliert

Für den vermeintlichen Ausnahmezustand wurde Aurelio Savina eingekauft. Doch für Aurelio, er hat bestimmt erklärt, woher man ihn kennen könnte, ist Ausnahmezustand offenbar ganz normal. Jedenfalls verfügt der 39-jährige über eine bemerkenswert geringe Impulskontrolle.

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Die erste Auseinandersetzung hat er mit Ennesto, weil der zu Aurelios Freundin Linda etwas gesagt haben soll, woraufhin Linda wiederum … ach, ersparen wir uns das. Am Ende verliert der Testosteron-überdosierte Aurelio dann die Fassung, weil er seinen Kartoffelsalat in Zukunft zeitnah wegräumen soll.

Dass RTL so einen Killefit als "Ausnahmezustand" verkauft, ist schon erstaunlich genug. Viel schlimmer ist aber, dass der Sender so eine Grütze auch noch als Fernsehprogramm anbietet. Aber für einen TV-Gipfel hat man dieser Tage wohl nicht auch noch Zeit.

Saskia Atzerodt: "Dann fällt mein Arsch nach unten"

Was die "ungeschminkten Wahrheiten" anbelangt – da hätte es hingegen gerne ein bisschen weniger sein dürfen. Dass der Zuschauer gestern über die Koitus-Frequenz einer Giulia Siegel aufgeklärt wurde, darf man da fast noch als seriöse Berichterstattung einordnen.

Noch privater wird es dann, wenn Nico Schwanz' Freundin Saskia davon erzählt, dass sie Bein-Cellulite ihr Eigen nennt, sich 1,25 Kilo Fett aus beiden Beinen hat absaugen lassen und dass der behandelnde Arzt auch noch mehr hätte absaugen können, "aber dann fällt mein Arsch nach unten."

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Als Saskia Atzerodt dann auch noch erzählt, wie das damals so war mit ihrer Brustvergrößerung und in welche Richtung ihre Brustwarzen gezeigt haben, wird es Sonja Semmelrogge zu viel und sie fasst die Gesprächssituation im Anschluss zusammen: "Das ist mir zu debil. Sie hat ein Engelsgesicht, aber da kommt nichts raus als heiße Luft."

Es dürfte die Semmelrogges dementsprechend nicht allzu sehr geschmerzt haben, dass die anderen Paare sie bereits in Folge eins aus dem Haus gewählt haben.

Für den Zuschauer ist das Ausscheiden der Semmelrogges hingegen ein intellektueller Verlust. Und diesen Satz lassen wir jetzt einfach mal für sich sprechen.