"Sing meinen Song": Michael Patrick Kelly teilt "Horror-Erinnerungen"

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Déjà-vu bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert": In der siebten Folge stand das Werk von Gastgeber Michael Patrick Kelly im Vordergrund. Der 41-Jährige, der in den 90-ern mit der Kelly Family berühmt wurde, nahm vor zwei Jahren schon einmal an dem Tauschkonzert teil. Damals kamen ihm die Tränen - und auch dieses Mal brachte ihn der Beitrag eines Kollegen zum Weinen, während seine persönliche Lebensgeschichte die Zuschauer schockte.

"Ich habe ein sehr außergewöhnliches Leben gehabt", blickte Kelly zurück. "Ich bin mit meiner Großfamilie aufgewachsen, habe als Mönch im Kloster gelebt und bin jetzt seit einigen Jahren Solo-Artist - da wird heute Abend vermutlich von allem etwas dabei sein." Ob er Recht behalten sollte?
Die Moderation der Ausgabe übernahm Johannes Oerding. Er kennt Kelly am längsten: Mit 13 besuchte er in seinem Heimatort ein Konzert der Kelly Family. Nach dem Soundcheck fing er Kelly ab und streckte ihm durch den Zaun die Finger entgegen. "Das war für mich, als würde mir Michael Jackson die Hand geben", erinnerte er sich.
"Um mich rum waren circa 4.000 kreischende Mädchen", so Oerding weiter. Genau diese Hysterie sei ihm irgendwann zu viel geworden, gab Kelly zu. "Heute gibt es Begeisterung, und das finde ich cool. Ich bin sehr glücklich, dass ich in den letzten Jahren als Soloartist diese Wertschätzung und Anerkennung für meine Musik bekommen habe."
Der erste Song des Abends kam von Alvaro Soler, der sich den Song "Happiness" ausgesucht und dabei ein klares Ziel hatte: "Ich werde versuchen, diese Happiness von mir herauszubringen und mit den anderen sechs zu teilen", verriet er.
"Happiness shouldn't stay with me, happiness needs to be shared", heißt es in dem Song, und Soler nahm sich diese Zeile zu Herzen: Er verteilte Instrumente an seine Kollegen und regte sie zum Tanzen an. Jeanette Biedermann war besonders angetan: "Ich nehm dich einfach mit nach Hause, damit ich immer glücklich bin!"
Jeanette Biedermann nahm sich den Song "ID" vor - ein Song über gegenseitige Akzeptanz. Für sie habe der Song auch eine politische Botschaft: "Wenn mehr Menschen nach ID leben würden, würde es auch keinen Rassismus geben." Ob Kelly ihre Akustik-Version gefiel?
Und wie! Er wirbelte Biedermann vor lauter Freude durch die Luft. Der Song entstand bei "Sing meinen Song" und hat für Kelly eine besondere Bedeutung: "Als ich vor drei Jahren mit meiner Platte kam, haben die Radioleute kategorisch gesagt, Kelly spielen wir nicht. Bei 'Sing meinen Song' konnte ich zeigen, wer ich heute bin."
Natürlich durfte auch ein Song aus der Kelly-Family-Zeit nicht fehlen: Milow machte "One More Song" zu einem modernen Pop-Stück. "Das ist Recycling at its best", freute sich Kelly. In dem Song gehe es um Hoffnung und Zusammenhalt. "Eine Band zusammenzuhalten, ist nicht einfach." Wenn die Band aus Geschwistern besteht, sei es noch schwerer.
"Es gibt wunderschöne Erinnerungen, aber es gibt auch Horror-Erinnerungen", blickte Kelly zurück. Die düsterste Zeit in seinem Leben verarbeitete er in dem Song "Hope": "I remember a state of suicide", heißt es darin. "Vielleicht kannst du erklären, was da los war?", wollte Oerding wissen.
Mit Anfang 20 habe er eine depressive Phase gehabt und tiefe innere Leere gespürt, verriet Kelly. Sogar an Selbstmord habe er damals gedacht. "Im entscheidenden Moment, wo ich mein Leben hätte beenden können, habe ich es nicht gemacht. Es gab eine für mich bis heute unerklärliche Einwirkung. Ich habe einfach gespürt, dass das nicht der Weg ist."
Der Song "Hope" sei seine Botschaft an die Leute. Oerding textete ihn auf Deutsch um - und schon bei der ersten Zeile fing Kelly an zu schluchzen. "Ich hatte nicht vor, nochmal den Schlosshund zu spielen und zu heulen...", so Kelly. "Und ich hätte nicht gedacht, dass ich noch mal so berührt werde wie vor zwei Jahren."
Danach nahmen sich die beiden Künstler erst mal fest in den Arm. "Danke für alles, was du hier erzählst", flüsterte Oerding Kelly ins Ohr. "Das ist wirklich sehr inspirierend. Dein Mut, auch mal mehr zu erzählen und rauszulassen."
Doch genug geweint - danach musste Kelly selbst ran! Er sang seinen Song "Bigger Life", der davon handelt, dass man sich auch mal trauen sollte, große und schöne Dinge zu machen. "Das ist eine Aussage, die mir wichtig war - und ich wollte das mit allen teilen. Weil das hier ein Bigger-Life-Moment ist."
Jennifer Haben coverte anschließend den Song "Salve Regina" - ein Stück, das Kelly im Kloster geschrieben hat und dessen Text Lateinisch ist. Haben verpasste dem Song ein Rock-Finale, das Kelly umhaute. "Sensationelle Version, die muss ich sofort meinen Mönchs-Freunden schicken."
Der letzte im Bunde war Wincent Weiss: Er wählte "Roundabouts" aus, weil der Song ihn an seine zerbrochene Beziehung erinnerte. "Man hat gemerkt, er singt das nicht für mich, sondern für die Frau", sagt Michael Patrick Kelly begeistert.
Und wem gab Kelly die Flöte für den Song des Abends? "Ich habe euch allen verboten, mehr als eine Flöte zu geben, aber da ich der Bestimmer bin und das der letzte Abend ist...", sagte er - und zauberte zwei Flöten hervor: Eine für Jennifer Haben und eine für Wincent Weiss. Das war's fast mit "Sing meinen Song". Es folgen noch die Duette sowie die Zusammenfassung mit den "Songs des Abends".