Mit seinem neuen Streifen "After Earth" scheint Will Smith ordentlich ins Klo gegriffen zu haben. Der Film droht nicht nur an den Kinokassen ein Flop zu werden, sondern soll darüber hinaus auch nur so vor Scientology-Referenzen strotzen.

Warum floppt "After Earth"?

Über 35 Millionen US-Dollar sollte Will Smiths Sci-Fi-Mammutprojekt "After Eart" am Startwochenende in den USA einspielen. Doch es sieht danach aus, als würde der Film weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Das mag mehrere Gründe haben. Zum einen hagelte es vernichtende Kritiken, zum anderen wird wohl manchem Kinobesucher die Tatsache aufgestoßen sein, dass die Hauptrolle in offensichtlicher Vetternwirtschaft an Smiths Sohn Jaden vergeben wurde.

Zu allem Überfluss soll es in "After Earth" auch nur so vor Scientology-Ästhetik wimmeln. Das behauptet zumindest Ex-Scientologe Marc Headley in einer Kolumne auf "Hollywoodreporter.com". Der Aussteiger erklärt, "After Earth" enthalte Sprache, Konzepte und Symbolik, die deutlich die Handschrift des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard tragen.

SciFi-Film voller SciFi-Glaube

"After Earth" handelt von dem General Cypher Raige (Will Smith) und seinem Sohn Kitai (Jaden Smith), die 1000 Jahre nachdem die Erde von den Menschen verlassen wurde, auf selbiger mit ihrem Raumschiff abstürzen. Dabei verletzt sich Will Smiths Figur, woraufhin sich sein Sprössling mit den fiesen Aliens, die den ehemals blauen Planeten nun bevölkern, herumschlagen muss, um sich und seinen Vater zu retten.

Am eklatantesten komme der Sekten-Einfluss in den Dialogen des Films zum Tragen. So erklärt Will Smiths Figur im Film seinem Sohn: "Fear is not real. It is a product of thoughts you create" (dt.: "Furcht ist nicht real. Sie ist ein Produkt deiner Gedanken.") Auch in Hubbards Lehre stellen Ängste mentale Konstrukte dar, von denen es sich zu befreien gilt.

Ein Kernelement von Scientology ist das Streben danach, in der Gegenwart präsent zu sein. Diesem Ziel wird durch jahrelanges Training entgegengearbeitet. Ein weiterer weiser Ratschlag Smiths an seinen Sohn im Film: "Be present in the moment."

Der Showdown von "After Earth" ereignet sich auf einem Vulkan. Diese haben bei Scientology große symbolische Bedeutung und tauchen immer wieder auf Büchern oder in Werbespots auf. Das rührt nicht zuletzt daher, dass der fiese intergalaktische Imperator Xenu laut Hubbard einst die Seelen sämtlicher Lebewesen des Universums einfing und in den Vulkanen der Erde entsorgen wollte.

Wie schlecht ist "After Earth" wirklich?

Natürlich können all diese Parallelen dem Zufall entspringen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich Will Smith, dessen Ideen und Vorgaben die Geschichte zu "After Earth" entspringt, einige Ideen bei L. Ron Hubbard geborgt hat. Der war seines Zeichens selbst als Science-Fiction-Autor tätig und schrieb neben etlichen Sachbüchern auch unzählige Romane. Smith, der sich selbst als Christen bezeichnet, hat bereits bei mehreren Gelegenheiten seine Sympathien für die umstrittene Sekte geäußert und wird immer wieder mit ihr in Verbindung gebracht. Dass Hubbards Ideen auf der Kinoleinwand allerdings kein gutes Omen sind, sollte Smith eigentlich wissen.

Der bekennende Scientologe und Smith-Kumpel John Travolta verfilmte im Jahr 2000 einen Roman Hubbards und scheiterte kläglich. "Battlefield Earth" gilt als einer der schlechtesten Filme der Kinogeschichte. Diesem zweifelhaften Titel macht "After Earth" nun womöglich ernsthaft Konkurrenz. Wie mies der Streifen wirklich ist, können mutige deutsche Kinobesucher ab dem 06. Juni selbst sehen.

(lug)