• Die Dokumentation "Lovemobil" von Elke Margarete Lehrenkrauss war in Teilen inszeniert, ohne dies zu kennzeichnen.
  • Der NDR sieht die journalistische Sorgfaltspflicht der Autorin vernachlässigt und distanziert sich als Koproduzent von dem Film.
  • Die Autorin selbst gibt an, nicht gewusst zu haben, dass diese Standards für ihren Film gegolten haben.

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Die Doku "Lovemobil" wurde vom Norddeutschen Rundfunk mitproduziert und hat bereits Preise gewonnen. Nachdem allerdings herausgekommen ist, dass große Teile des Dokumentarfilms inszeniert waren, distanziert sich der Sender von dem Projekt.

Dokumentarfilmerin und Autorin Elke Margarete Lehrenkrauss wollte mit "Lovemobil" die Situation von Prostituierten zeigen, die in Wohnmobilen an Bundesstraßen in Niedersachsen arbeiten. Deren entwürdigende Umstände sind zentraler Punkt des Films, der aufgrund von Corona-Beschränkungen nur kurz im Kino lief, aber im Dezember auch im NDR ausgestrahlt wurde.

"Lovemobil"-Inszenierung war nicht abgesprochen

Was Lehrenkrauss allerdings mit dem koproduzierenden Sender nicht abgesprochen hatte, war, dass die meisten Protagonistinnen des Films in inszenierten Szenen agieren. Sie sind teils Darstellerinnen, aber keine Prostituierten, und stellen nur das nach, was die Autorin über Jahre recherchiert haben will.

Das entspricht laut NRD nicht den Standards des dokumentarischen Erzählens - zumal der Sender darüber nie informiert worden sein soll. Der Film gaukele dem Zuschauer eine Authentizität vor, die er nicht habe, so Frank Beckmann aus der Programmdirektion Fernsehen beim NDR.

Elke Margarete Lehrenkrauss sieht Schuld nicht bei sich

Die Autorin selbst sieht laut Tagesspiegel keine Schuld bei sich: Sie habe die Realität nicht verfälscht und der Sender habe auch nie nach der Authentizität der Szenen gefragt. Die journalistischen Maßstäbe, die der NDR an ihren Film angelegt habe, seien niemals Teil ihrer Methode gewesen.

Sie hätte sich gewünscht, dass es eine gemeinsame Lösung der Sache gegeben hätte, etwa mit einem Hinweis zum Start des Films.

Herausgekommen waren die Diskrepanzen zwischen dem, was der Sender erwartet und dem, was die Autorin produziert hatte, nach Recherchen des Magazins von "STRG_F". Die Redaktion hatte Informationen aus dem Umfeld der Produktion erhalten.

Den entsprechenden Beitrag will das Magazin, das auch Lehrenkrauss selbst zu Wort kommen lässt, am Dienstag den 23. März um 17 Uhr auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichen. Die NDR-Sendung "Panorama 3" bringt um 21:15 Uhr einen Beitrag dazu.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet

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