"Promi Darts WM 2018": Schlechter Verlierer Tim Wiese tritt nach

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Für den Titelverteidiger Tim Wiese endete die "Promi Darts WM" früh. Der Favorit - erneut im Team mit Darts-Superstar Michael van Gerwen - schied vorzeitig aus. Und das ziemlich sang- und klanglos. Das gefiel der selbsternannten "Machine" gar nicht. Vor laufender Kamera zog er über einen Gegenspieler her. © teleschau - der mediendienst GmbH

Beide haben mächtige Oberarme, aber nur einer von ihnen eine besonders große Klappe. Tim Wiese (rechts) war nicht erfreut darüber, dass er sang- und klanglos bei der "Promi Darts WM 2018" ausschied. Einen Schuldigen für die Schlappe hatte der Titelverteidiger schnell ausgemacht. Dieser jedoch beachtete die vermeintliche "Machine" noch nicht einmal.
Doch was war gleich zu Beginn eines sehr langen Turniers los? Wiese verlor sein Auftaktmatch. Und das auch noch gegen eine Frau. Fernanda Brandao und der neue echte Darts-Weltmeister Rob Cross schlugen im Team die Favoriten Wiese/van Gerwen. Darüber konnte Wiese lachen - noch.
Mit Cross (links) begegnete van Gerwen seinem ganz persönlichen Albtraum wieder. Bei der letzten WM der Darts-Profis schied der Niederländer ausgerechnet gegen Cross im Halbfinale aus. Die beiden hatten sich vor wenigen Tagen noch ein episches Match geliefert. Bei diesem gewann Cross erstmals gegen van Gerwen. Auch bei der "Promi Darts WM" blieb der Engländer siegreich.
Wegen ihm wurde Wiese nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel sauer: Florian Hambüchen. Der Turn-Olympiasieger von Rio (rechts) kickte gemeinsam mit Gary Anderson die selbsternannte Wiese-"Machine" aus dem Turnier. Später im Interview bei Moderator Joko Winterscheidt zog der Berserker, der angeblich zehn Dartboards gefrühstückt haben soll, dann vom Leder.
Nach seinem vorzeitigen Aus beschwerte Wiese sich. Über van Gerwen! "Mein Partner hat ein bisschen geschwächelt." Das war noch lustig gemeint. Über Hambüchen moserte er: "Der wirft ohne Plan." Aber Wieses Leben ging weiter - feucht-fröhlich! Wiese sagte noch: "Jetzt ist alles vorbei, jetzt kann ich ja mal 'nen Whisky-Cola trinken. Egal", und war fortan nicht mehr gesehen.
Auch Stefan Effenberg hätte gerne länger gespielt als nur zwei Matches in der Gruppenphase. Beide verlor der Ex-Kicker. Das wurmte ihn. Effenberg nach seinem Aus: "Wir Ex-Sportler, wir Profis, die immer gewinnen wollen, wir haben daran zu knabbern. Ich persönlich habe da echt dran zu knabbern."
Schon erstaunlich: Als die Macho-Jungs Wiese und Effenberg längst bei Whisky-Cola und anderen Erfrischungsgetränken waren, spielten Ruth Moschner und Brandao noch um den Titel bei der "Promi Darts WM". Die beiden waren die einzigen Frauen im Teilnehmerfeld. Und sie schlugen sich überragend. Wenn manchmal auch mit etwas unlauteren Mitteln.
Im Duell mit Phil Taylor (im Team mit TV-Koch Frank Rosin) flirtete Moschner die Darts-Legende fast schon unverschämt offen an. Sie ging an ihm vorbei und hauchte ihm ein kaum hörbares "Phil" ins Ohr. Kurz war die Legende tatsächlich irritiert. Am Ende entschied er das Match gegen das Team Moschner/Peter Wright dennoch.
Phil "The Power" Taylor, die Darts-Legende, der 16-fache Weltmeister, blieb der Star des Abends. Erst recht, weil er auf den ganz großen Darts-Bühnen nicht mehr zu sehen sein wird. Der erfolgreichste Darts-Spieler der Welt hat nach seiner Finalniederlage jüngst bei der Profi-WM gegen Rob Cross seinen Rücktritt erklärt.
Die Crux beim Darts ist, dass die Spieler einen Durchgang nur mit einem Treffer im äußeren "Double ring" beenden können. Bei diesem sehr schweren "Auschecken" haben selbst die Profis immer wieder ihre Probleme. Frank Rosin, sonst eher blass und kaum entspannt an der Seite von Taylor, gelang dieses "Kunststück" als erstem Promi.
Und wie reagierte Hambüchen eigentlich auf die Angriffe von Wiese? Der Turn-Olympiasieger feuerte ausgerechnet im Halbfinale einen entscheidenden Dart in den "Double ring". Von wegen, der Florian könne nicht zielen, wie Wiese zuvor stur behauptet hatte. Ob dieser Hambüchens Glanz-Wurf gesehen hatte, blieb offen.
Für das Finale reichte es für Hambüchen (im Team mit dem zweifachen Weltmeister Gary Anderson) dennoch nicht. In der Vorschlussrunde unterlagen die beiden Peter Wright und dem Promi-Publikumsliebling Moschner. Die Moderatorin erhielt als einzige Promi-Teilnehmerin immer wieder Anfeuerungsrufe der stetig müder werdenden Fans.
Bis zum Finale zog sich die "Promi Darts WM" schon sehr lange. In der Düsseldorfer Halle hatten nicht alle Zuschauer das nötige Stehvermögen. Und daheim vor dem Fernseher? Moderator Joko Winterscheidt forderte vor dem letzten entscheidenden Match auf: "Alle aufwachen, Zuhause, es geht nochmal los." Zu diesem Zeitpunkt war es schon nach 1 Uhr morgens.
Das Finale bestritten Moschner mit Wright gegen Martin Schindler und den Youtuber MarcelScorpion.
Martin Schindler gilt nach Max Hopp als deutsche Darts-Hoffnung. Der 21-Jährige spielte bei der letzten Profi-WM in London. Sein Erfolg: überschaubar! Er verlor sein Erstrundenspiel gegen den Australier Simon Whitlock.
Im Team mit Schindler kämpfte sich MarcelScorpion bis ins Finale. Zu einem "Promi" wurde er als Youtuber. Vor allem aber: Der junge Mann aus Hameln kann wirklich Darts spielen. Mehrfach erreichte er Highscores von mehr als 100 Punkten. Dafür zollte ihm sogar Wright (rechts), immerhin die Nummer zwei der Weltrangliste, Respekt.
Gemeinsam mit Moschner verlor Wright das Finale gegen Schindler und MarcelScorpion. Erst um 1.32 Uhr in der Nacht krachte der letzte entscheidende Pfeil in das Dartboard. Zuvor hatte ProSieben den Ablauf bereits etwas gekürzt. Die Finalspiele waren ursprünglich über eine längere Distanz angesetzt worden.
Nach Tim Wiese / Michael van Gerwen im vergangenen Jahr holten sich diesmal MarcelScorpion und Schindler den Sieg bei der "Promi Darts WM". Bei einer nächsten Ausgabe werden sie wieder dabei sein. Und diese soll kommen. Moderator Joko Winterscheidt kündigte zu sehr später Stunde an: "Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!"
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