Dieser Witz ging nach hinten los: Mario Barth veräppelte in seiner Show einen Gefängnisleiter, indem er ihn stotternd nachäffte. Was nun bekannt wurde: Der Mann leidet wirklich an einer Sprachstörung. Nun will sich Barth laut RTL bei ihm entschuldigen - allerdings nicht sofort.

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Seltsame Millionen-Investitionen, mehrere Ausbrüche und Freigänger, die nicht zurückkehrten: Die Justizvollzugsanstalt Plötzensee in Berlin sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für Negativ-Schlagzeilen.

Ein gefundenes Fressen für einen Komiker wie Mario Barth (45). In seiner RTL-Show "Mario Barth deckt auf" nahm er die Anstalt und dessen Leiter aufs Korn – schoss damit aber über das Ziel hinaus.

Mario Barth äfft Gestotter nach

In der Show wurde ein Mitschnitt abgespielt, in dem zu sehen ist, wie der Anstaltsleiter Dr. Uwe Meyer-Odewald leicht stotternd einen gelungenen Ausbruchsversuch zu erklären versucht. "Da kommt selbst der Gefängnisleiter ins Stottern", kommentiert Barth den Beitrag und äfft ihn später stotternd nach.

Guido Cantz, Moderator von "Verstehen Sie Spaß?" und bei Barth zu Gast, fragt nach, ob es diesen "stotternden Anstaltsleiter" wirklich gibt. "Der Satiriker? Ja, der ist da der Chef sogar", legt Barth einen nach.

Die Show wurde bereits am 14. März ausgestrahlt. Nun berichtet die NDR-Sendung "Zapp", dass der Anstaltsleiter tatsächlich Stotterer ist und an einer körperlich bedingten Sprachstörung leidet.

RTL kündigt Entschuldigung an

"Zapp" konfrontierte RTL mit diesen Infos. Ein Sprecher des Senders habe dem Magazin daraufhin erklärt, dass "weder Redaktion noch Moderator bekannt oder bewusst war, dass Herr Dr. Meyer-Odewald Stotterer ist".

Der Sender ziehe auch Konsequenzen aus dem Beitrag. "Produktion und Redaktion" seien sensibilisiert worden, solche Fehler nicht zu wiederholen.

Außerdem werde sich Barth "in der Sendung entschuldigen, die als nächstes produziert wird". Auch bei Meyer-Odewald werde man sich persönlich entschuldigen.

Die Sendung mit der Entschuldigung laufe aber voraussichtlich erst im Herbst.

Ähnlicher Fall in "heute-show"

Der Fall weckt Erinnerungen an einen Beitrag in der ZDF-Satiresendung "heute-show". In einer im Februar ausgestrahlten Sendung hatte sich Moderator Oliver Welke (51) über die Sprache eines AfD-Sachverständigen lustig gemacht - und später nach Protesten einräumen müssen, dass niemand in der Redaktion von dessen Sprachstörung gewusst habe.

Auch Welke entschuldigte sich dafür. (am/dpa)