(kom/cze) - Eine Fußball-Legende mal ganz privat - doch keiner will es sehen. Lothar Matthäus ist mit seiner Personality-Show "Lothar - immer am Ball" kläglich gescheitert.

Der Ex-Profifußballer hatte es aber auch nicht leicht: Ausgerechnet zur Premiere seiner Doku-Soap zitterten sich Balotelli und Co. beim Elfmeterschießen ins Halbfinale der Fußballeuropameisterschaft. Das drückte die Quoten zur Premiere natürlich kräftig - gerade mal 500.000 Zuschauer waren dabei, als "Loddar" aus seinem Privatleben erzählte. Der Marktanteil lag bei jämmerlichen 2,9 Prozent.

Das kann aber auch daran gelegen haben, dass die Show inhaltlich überhaupt nichts zu bieten hatte. Da wurde es schon zum Highlight, wenn Lothar Matthäus ohne Kochschürze am Herd stand, um seiner Joanna (ohne Erfolg) ein Spiegelei zu zaubern.

Immerhin hatte er für die wenigen Zuschauer der Show überraschende Styling-Tipps parat. Seine Freundin bat er zum Beispiel, keine Strumpfhose anzuziehen - trotz winterlicher Minustemperaturen. "Weißt du warum? Stilbruch", so "Loddar" zu dem konsternierten polnischen Unterwäsche-Model.

Jetzt kann man auch verstehen, warum Vox-Chefredakteur Kai Sturm bereits im Vorfeld der Ausstrahlung zugegeben hatte, dass man mit "Lothar - immer am Ball" unzufrieden sei. Der "Stern" schreibt in seiner TV-Kritik zum Beispiel vom "traurigen Leben des Lothar Matthäus". Weiter heißt es: "Die Doku zeigt einen verblassenden Semipromi und früheren Weltstar, der auf dem Platz alles erreicht hat und nun verzweifelt versucht, in seinen eigenen vier Wänden weiterzuführen, was ihm karrieretechnisch längst entglitten ist." Noch härter geht "Spiegel Online" mit Lothar Matthäus ins Gericht: Der Ex-Profikicker sei "klug wie ein Kühlschrank".

Wie es Lothar Matthäus wohl mit der Kritik ergeht? "Wir zeigen uns eben, wie wir sind, und was andere davon halten, interessiert uns nicht", hatte er vor wenigen Wochen gesagt. Das passt, denn umgekehrt interessiert sich ja auch kaum jemand für ihn.