In der Komödie "Lommbock" kiffen sich Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz wieder durch die Würzburger Provinz. Aber kann der sehnsüchtig erwartete Nachfolger von "Lammbock – Alles in Handarbeit" die hohen Erwartungen erfüllen?

Eine Kritik
von Michael Dirk Scholz

Die Fans können sich freuen: Nach mehr als 15 Jahren gibt es endlich eine Fortsetzung der Kiffer-Komödie "Lammbock". Christian Zübert, der 2001 mit seinem Kino-Debüt einen riesigen Erfolg feierte, hat auch dieses Mal wieder die Story verfasst und Regie geführt.

Und auch das alte Chaos-Kiffer-Duo Moritz Bleibtreu (Kai) und Lucas Gregorowicz (Stefan) ist wieder am Start.

Wir erinnern uns: So etwas wie "Lammbock" hatte es vorher im deutschsprachigen Kino noch kaum gegeben. Inspiriert von Vorbildern wie Kevin Smith ("Clerks") und Quentin Tarantino, war "Lammbock" eine Art Versuch, den lässigen Humor amerikanischer Slackerfilme in die deutsche Provinz zu transportieren.

Von Dubai zurück in die deutsche Provinz

Sprung in die Fortsetzung: Stefan (Lucas Gregorowicz) ist fünfzehn Jahre, nachdem er Würzburg verlassen hat, ein erfolgreicher Anwalt in Dubai und kurz davor, die Geschäftsfrau Yasemin (Melanie Winiger) zu heiraten. Leider fehlt noch die Geburtsurkunde – um diese Formalität so schnell wie möglich zu erledigen, fliegt er zurück in sein Heimatland.

Elyas M'Barek verkündet Starttermin der Komödie.

Kaum ist er in Würzburg angekommen, trifft er auf seinen alten Kumpel Kai (Moritz Bleibtreu). Der hat sich nicht wirklich weiterentwickelt.

Mit dem Asia-Service "Lommbock", schlägt sich Kai mehr schlecht als recht durch. Immerhin lebt er inzwischen in einer Patchwork-Familie mit Sabine (Mavie Hörbiger) und deren Sohn Jonathan (Louis Hofmann). Doch Kiffen ist immer noch eine wichtige Konstante in seinen Leben; auch wenn die Familie natürlich nichts davon wissen darf.

Kai holt Stefan vom Flughafen ab - und natürlich rauchen die beiden in Kais Laden den ersten Wiedersehens-Joint. Von da an nimmt das Schicksal seinen THC-gesättigten Lauf und die Freundschaft von Kai und Stefan wird in den nächsten zwei Wochen auf eine harte Probe gestellt ...

Von "Lammbock" zu "Lommbock"

Regisseur Christian Zübert soll sich lange gegen eine Fortsetzung gewehrt haben. "Der erste Lammbock war ein Einzelstück. Und ich wollte das nicht durch eine blöde Fortsetzung verderben", meint er dazu. Schließlich habe er aber dem Quengeln von Moritz Bleibtreu nachgegeben und damit begonnen, das Drehbuch für "Lammbock 2" zu verfassen.

Unter diesen Umständen muss die Frage erlaubt sein, ob der zweite Teil nun gelungen ist oder nicht. Schließlich ist es auch kein einfaches Unterfangen, einen "Kultfilm" zu toppen. Der erste Film war ja auch aus dem Grund erfolgreich, weil er den Nerv einer Generation getroffen hat: "Lammbock" war vor allem die Erzählung einer Coming-of-Age-Geschichte, also eine Art Pubertäts-Komödie.

Was aber, wenn man nun Vierzigjährigen plötzlich beim Kiffen zuschauen muss? Funktioniert die Geschichte dann überhaupt noch? Nur bedingt: Vieles bei "Lommbock" wirkt konstruiert. Der Film ist ohne Zweifel eine lockere und lustige Komödie. Aber nie so lustig, dass es einen vom Hocker haut.

Und irgendwie kann man sich des Gefühls auch nicht erwehren, dass die deutsche Provinz noch viel schrägere und absurdere Figuren zu bieten hätte, als kiffende Normalos in der Midlife-Crisis.

"Lommbock" startet am 23. März in den deutschen Kinos.

Erster Clip aus "Lommbock"

Moritz Bleibtreu philosophiert im ersten Ausschnitt aus der Fortsetzung von "Lammbock" wieder über die wirklich wichtigen Themen. Der Film läuft ab dem 23. März 2017 in den Kinos.