Von den Medien erschaffen, von den Medien zerrissen: Egal ob Sarah und Pietro heiraten oder ein Baby bekommen – RTL2 ist dabei. Jetzt hat sich das einstige Traumpaar, dessen Liebe 2011 bei "Deutschland sucht den Superstar" begann, getrennt. Und liefert dem Sender medienwirksames Material für tabuloses Trash-TV.

Ein Kommentar
von Lara Cinetto

Für 60 befremdliche Minuten steht im zweiten Teil von "Sarah und Pietro – Die ganze Wahrheit" das Single-Leben der beiden auf dem Programm. Weil Sarah mit Sohn Alessio in der ehemaligen gemeinsamen Wohnung bleibt, macht sich Pietro auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Eine Premiere im Leben des 24-Jährigen, der seit dem dramatischen Tag der Trennung übergangsweise auf dem Sofa eines Freundes nächtigt.

Egal was Sarah macht - ihre Fans und Hater kommentieren es.

"Ich muss alles neu lernen", fasst Pietro zusammen. Denn bisher hat er weder schon einmal selbst seine Wäsche gewaschen, noch gekocht – geschweige denn, eine ganze Wohnung gesucht.

Da versteht es sich von selbst, dass Pietros allererster Anruf für die Suche ebenselbiger gefilmt werden muss. Stolz spricht er auf den Anrufbeantworter einer Maklerin. Verunsichert wie ein kleiner Junge lässt er sich danach von Kumpel Max bestätigen, ob seine Nachricht gut war.

Ja, sein Leben ist auf links gedreht. Wie das Weltbild eines Zuschauers, der solche Szenen zu sehen bekommt. Im Rückblick auf die Trennung und die Hintergründe beteuert er: "Nicht nur Sarah braucht Liebe, ich brauch‘ auch Liebe!" RTL2 dagegen braucht Material, mit dem eine Stunde im Programm gefüllt werden muss.

Der Skandal um die pikanten Fotos – und Sarahs Wunsch nach Anonymität

Natürlich kommt neben Pietro auch Sarah zu Wort. Zumeist unter Tränen bereut sie ihren Fehler. Dazu kommentiert der Sprecher in pathetischem Tonfall: "Für ihren Sohn versucht Sarah, stark zu sein, doch innerlich ist sie zerrissen." Mitsamt ihrem Kinderwagen und dem Kamerateam läuft sie durch die Stadt. Manche Menschen schauen sie an. Ob das an den pikanten Fotos liegt, die von Sarah und ihrem Ex-Freund im Oktober in der Presse aufgetaucht sind und mit denen die Tragödie sich medial verselbstständigte, bleibt zu bezweifeln.

Nach TV-Show wird klar: Haussegen hängt bereits länger schief.

Immerhin: Einige möchten trotzdem Selfies mit Sarah machen. Die Szene wirkt dabei so gestellt wie ein Wohnzimmer im Möbelkatalog. Trotzdem ist die 24-Jährige danach zuversichtlich. Vielleicht denken doch nicht alle, sie sei ein schlechter Mensch. Außerdem hält ihre Mutter immer zu ihr. Besonders widersprüchlich wird es dann, wenn beide sich vor laufender Kamera darüber beklagen, die Geschichte ginge keinen da draußen etwas an.

Bei Sarah fließen die Tränen – und ihre Mutter weint mit, weil das Kind leidet. Der Zuschauer im Übrigen auch.

"Fremdgehen ist nicht gut!"

Während Pietro zum ersten Mal in seinem Leben erfolgreich eine Wohnungsbesichtigung meistert, erlebt Sarah ein anderes erstes Mal. Sie trifft endlich ihre Großeltern wieder, die sie seit den Schlagzeilen noch nicht wieder gesehen hat. Ängstlich, ob diese zu enttäuscht von ihrer Enkelin sein könnten, wagt sie sich an den Ort des Geschehens.

Ein Treffen, das vermutlich extra aufgespart wurde, damit RTL2 die Kamera draufhalten kann. Doch Oma und Opa stehen hinter Sarah. "Ich habe dich genauso lieb wie vorher und Pietro auch", gibt Sarahs Oma zum Besten.

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Sarah & Pietro Lombardi: So schön begann ihre DSDS-Liebe

Es begann so schön: Die Liebe von Sarah und Pietro Lombardi vor laufender Kamera.

Ein paar mahnende Worte bleiben der jungen Mutter trotzdem nicht erspart: "Aber Sarah, das Bild, das Bild war nicht gut. Fremdgehen ist nicht gut!" Die 24-Jährige kann dennoch auf die Unterstützung ihrer Lieben zählen. "Meine Familie ist im Moment das einzige, was ich habe."

Diese weicht ihr ebenso wenig von der Seite, wie das RTL2 Kamerateam! Sarahs Oma nimmt sie tröstend in den Arm: "Das Leben geht weiter." Das gilt in diesem Fall wohl gleichermaßen für die Trash-TV-Soap. Eins ist nämlich klar: Das Fernsehen ist immer für Sarah und Pietro da. In guten wie in schlechten Zeiten. Ein echter Bund fürs Leben.