Drama um Nicolas Puschmann: "Let's Dance"-Publikum lässt "Prince Charming" fallen

"'Let's Dance'" war mein großer Traum, und ich würde alles tun, dass er nie aufhört", sagt Nicolas Puschmann vor seinem Quickstep mit Vadim Garbuzov. Wenig später ist alles vorbei: Beim Zuschauervoting verweigert das TV-Publikum dem Männerpaar die Unterstützung. © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Meine Damen und Herren, Sie sehen uns alle geschockt. Ehrlicherweise habe ich euch im Finale gesehen, und da bin ich sicher nicht der Einzige!", entfährt es Moderator Daniel Hartwich, als bekannt wird, wer die RTL-Tanz-Show "Let's Dance" nach Folge 8 verlassen muss.
Oldschool-Showelemente wie bei ihrem Quickstep zu "Wonderwall" sind ihnen ebenso geläufig wie schwierigste Hebefiguren, mitreißender Humor und eine berührende Message: Daher galten "Prince Charming" Nicolas Puschmann und Tanzprofi Vadim Garbuzov seit Beginn der aktuellen "Let's Dance"-Staffel als Top-Favoriten.
Nach einer etwas "unorganisierten" Samba in Show sieben versprach Vadim: "Wir kommen mit einem 'Bäm!' zurück und werden den Champagner spritzen lassen." Ihr Quickstep hält dieses Versprechen und ist ein Feuerwerk aus klassischen Bewegungen à la Fred Astaire und Stepptanz: Hollywood lässt grüßen!
Das Resultat: 27 Punkte und eine begeisterte Jury. "Freitag ist mein Lieblingstag, denn dann kommt ihr und vertanzt every single Beat mit tollen Akzenten", schwärmt Motsi Mabuse. "Nicht nur gut, sondern geil", urteilt Jorge González, und Joachim Llambi fasst zusammen: "Eine wunderschöne Show."
Umso härter trifft das Paar am Schluss das rote "Zitter"-Licht. Das finale Ergebnis des Zuschauervotings ist niederschmetternd: Das erste Männerpaar der "Let's Dance"-Geschichte muss die Show aufgrund zu weniger Anrufe verlassen. Fassungslosigkeit im ganzen Studio, in dem Nicolas' Abschiedsworte nachklingen: "Wir tanzen jede Show, als sei sie unsere letzte."
Auch Juror Jorge González kann's nicht fassen, und Motsi Mabuse fordert sofort auf Instagram: "Pushy come back!" Abschied statt Finale: Da hilft auch Jorges kunstvolles Styling nicht mehr, über die Moderator Daniel Hartwich zuvor noch witzelte: "Als Kind habe ich mir aus Lakritzschnecken so eine Frisur gemacht. Aber dir steht's besser."
Gramgebeugt schreitet Joachim Llambi nach dem Aus auf Nicolas und Vadim zu, selten hat man den Oberjuror so niedergeschlagen gesehen. Im Hintergrund kann Renata Lusin die Tränen nicht zurückhalten: Zeichen für das große Herz und Können, das die beiden Männer auf das Parkett gezaubert haben - und die Tücken des "Let's Dance"-Punktesystems.
Auch für sie steht die Welt Kopf. Schauspielerin Valentina Pahde, ebenfalls Favoritin, fasste das allgemeine Bedauern zusammen: "Wir haben jetzt alle schlechte Laune."
Als wäre das alles nicht genug, liegt auch Ilse DeLange erneut am Boden: In der Generalprobe zu Show sieben verletzte sich die Sängerin am rechten Fuß, den sie seither nicht belasten kann. Also ist es an Tanzpartner Evgeny Vinokurov, sie sicher und ausdrucksstark durch den Contemporary zu "tragen".
Das gelingt ihm in einer entsprechend angepassten Choreografie, in der Ilse fast nur ihren linken Fuß benutzen darf und es beeindruckend umsetzt. Joachim Llambi äußert trotzdem Bedenken: "Ich hoffe und bete, dass du nächste Woche weitertanzen kannst. Denn ich habe gerade gesehen, wie du gehumpelt bist. Ich habe da echt Bauschmerzen."
Der nächsten Show blickt Ilse DeLange mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie wird ganz knapp Vorletzte. "So richtig freuen können wir uns noch nicht", geben sie und Evgeny zu. Zu groß ist ihr Mitgefühl mit Nicolas und Vadim.
Letzte in der Jurywertung sind indes Auma Obama und Andrzej Cibis mit einem Paso Doble, der der Jury nicht prägnant genug war. Doch Barack Obamas Halbschwester ist ein Publikumsliebling und damit eine Runde weiter.
Auch Boxer Simon Zachenhuber zieht mit der ehemaligen "Miss Litauen" Patricija Belousova an Nicolas und Vadim vorbei. Die Armhaltung bei der Rumba drückt auf jeden Fall Siegeswillen aus - die Favoritenkarten werden nun neu gemischt.
Dabei hatte die Show so, nun ja, lustig angefangen: Mit Tröte in der Hand und Perücke auf dem Kopf probt Moderatorin Victoria Swarovski einen neuen Style. Das hat natürlich seinen Grund.
Da geben Fransenfrisur und das darin enthaltene Accessoire ihres Kollegen Daniel Hartwich konkretere Hinweise. Anlässlich des "Discofox-Marathons" gibt es nämlich ein Wiedersehen mit einem ausgeschiedenen Promi, dessen Kernkompetenz nicht das Tanzen, sondern die Stimmungsmache ist.
Die Rede ist von Spaßsänger Mickie Krause, der den Discofox live mit einem Medley seiner beliebtesten Schlager begleitet. "Biste braun, kriegste Fraun", heißt es da tatsächlich oder "Geh mal Bier hol'n".
Das Krause'sche Motto "Reiß die Hütte ab" nehmen Lola Weippert und Tanzpartner Christian Polanc dann gerne wörtlich und verausgaben sich bis zur Schnappatmung.
Das katapultiert sie auf den ersten Platz beim Discofox-Marathon. Lola zufrieden: "Die ganzen Dorffeste meiner Jugend haben sich gelohnt." Schön für die beiden, die zuletzt nicht wirklich bei der Jury punkten konnten.
Bereits bei den Einzeltänzen entscheiden sie jedoch die Show für sich. Der Charleston, so Lola, sei als Tanz genau wie sie: "Verrückt, anstrengend und ideal für mein Erbsengehirn." Der Lohn für so viel Selbsterkenntnis: 27 Jurypunkte.
Bei so viel Ironie und Schlager werden Nicolas Puschmann und Vadim Garbusov umso schmerzlicher fehlen. By bye, stilsicheres und lässig steppendes "Team Ahoi"...