Irre Pocher-Show bei "Let's Dance": "Das ist verrückt"

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Bei Oliver Pocher gab's Zugabe-Rufe, bei Thomas Rath und Kerstin Ott ungläubiges Kopfschütteln. Der eine ist mit 23 Punkten raus, die andere mit 7 Punkten weiter dabei. Alle Höhe- und Tiefpunkte der vierten Live-Show finden Sie in der Bildergalerie.

Erneut zeigte Jorge González sich in einem zumindest fragwürdigem Outfit. Was hatte der Juror diesmal an: Reste eines Wischmobs? Oliver Pocher hatte zu dem schrägen González-Style seine eigene Meinung. Er sagte: "Das ist genau der Teppich, den ich bei Ikea gesucht hatte."
Apropos Mode-Fauxpas: Victoria Swarovski traf in der letzten Sendung mit ihrem "Federkleid" nicht den Geschmack aller. Diesmal blieb die Moderatorin dezenter. Auch wenn sie in ihrem Zwirn glitzerte, als hätte sie das familieneigene Steine-Imperium geplündert.
Für den Tango von Thomas Rath und Profipartnerin Kathrin Menzinger gab es 23 Punkte und viel Lob: "Ich habe eine ganze neue Facette an dir gesehen - einen anderen Thomas", orakelte Jorge. "Sehr maskulin." Und auch Motsi Mabuse war begeistert: "Ihr bietet viel Tanzen, seid unterhaltsam. Und ihr liefert Woche für Woche ab". Doch es folgte noch ein Drama um Rath.
Einen "Contemp...", nein, "Contempry" lieferte Evelyn Burdecki noch in der vergangenen Woche. Das hatte Auswirkungen: "Jetzt weiß ich, dass man das Contemporary ausspricht", blickte die amtierende "Dschungelkönigin" zurück. Ob sie das neue Wissen ihrem Partner Evgeny Vinokurov zu verdanken hat? Der Profi schenkte ihr das Modell eines Gehirns.
"Das sind so viele Schritte, das ist viel zu viel", jammerte Burdecki angesichts ihrer Aufgabe: Sie sollte einen Jive einstudieren. Dass sie sich mit der Umsetzung schwer tat, entging nicht nur dem Publikum. Juror-Fallbeil Joachim Llambi war geradezu ungehalten: "Takt ist das ein und alles. Du warst oftmals daneben. Deine Grundschritte waren schlecht."
Barbara Becker fiel in den bisherigen Sendungen kaum auf. Schade! Ein Tango ließ bei der ehemaligen Gattin von Tennisstar Boris Becker den Knoten jedoch platzen. Auf ihre gemeinsame Zeit mit dem Idol der 90er-Jahre blickte sie auch zurück. "Mit Boris habe ich immer versucht, die Haltung zu bewahren. Ich habe mich selbst beschützt", so Becker.
Doch beim Tanzen kommt es darauf an, sich zu offenbaren und ungeschützt der Situation hinzugeben. Becker zeigte endlich die Hingabe, die sie bislang so vermissen ließ - und überwältigte damit die Jury! Motsi Mabuse ernannte einen "Barbara-Tango" zum neuen Standard. Zur Belohnung gab es 29 Punkte für Becker. Nicht einmal die bislang überragende Ella Endlich (28 Zähler) war besser.
Die gute Nachricht vorweg: Als Baby trat Oliver Pocher nicht auf die Bühne. Dabei hatte er in der ersten "Kennenlernen"-Show noch angekündigt, er wolle seine Geburt nachtanzen, wenn er den Contemporary zum Besten geben darf. In dieser vierten Liveshow war es nun soweit.
Pocher "vertanzte" stattdessen den Mauerfall. Komisch, dieser geschah doch 1989. RTL hatte aber ein "90er-Spezial" ausgerufen. Sei's drum! Pocher sprang durch eine Mauer aus Pappmaché, zeigte beeindruckend, dass er ein Bein auch gerade von sich strecken kann und lieferte den Spruch des Abends. "Im Gaza-Streifen wird bald nur noch Contemporary getanzt. Weil: Tanzen reißt Mauern ein."
Doch die große Pocher-Show sollte erst nach dem Contemporary folgen. Beim als Geschlechterkampf zelebrierten "Boys vs. Girls"-Battle zelebrierte der Comedian Britney Spears in ihren frischesten Jahren und holte im Alleingang den Sieg für die männlichen Teilnehmer. Lautstarke "Zugabe"-Rufe und tosender Applaus der Zuschauer hallten durch das Kölner Studio.
Jorge González gefiel bei Oliver Pocher besonders das Röckchen: "Oliver soll das immer tragen." Nur bei dieser roten Buxe bräuchte er noch Beratung, wie Joachim Llambi meinte.
Mit seinem grandiosen Auftritt als Britney Spears dürfte sich Oliver Pocher in sämtlichen "Let's Dance"-Rückblicken einen Platz gesichert haben. Am anderen Ende der Begeisterungsskala: Kerstin Ott. Die als Mann auftretende Frau fand ihren Charleston nicht. Ober-Juror Joachim Llambi war darüber gar entsetzt.
"Es sah langsam und behäbig aus. Es war keine Hüftbewegung da. Das war nicht der Charakter eines Charleston", urteilte Llambi. Immerhin: Zu einem "Sturz" von Partnerin Regina Luca wie in der vergangenen Woche kam es nicht.
Für die hölzerne Interpretation eines Charleston, den niemand erkennen konnte, bekam Ott magere sieben Punkte. Schlechter wurde in dieser Staffel von "Let's Dance" noch kein Tanz bewertet. Dennoch ist die als Mann auftretende Frau weiterhin dabei.
Denn es ist und bleibt eine fragwürdige Regel, dass bei "Let's Dance" Jurypunkte und Zuschaueranrufe gleich gewertet werden. So kam es, dass Designer Thomas Rath mit 23 Punkten die Show verlassen musste, an der er doch nach eigener Aussage so viel Spaß hatte. Kerstin Ott mit 16 Zählern weniger auf dem Konto kam dagegen weiter - dank treuer Fanbase.
"Thomas Rath ist raus? Wie geht das denn?" oder "Das ist verrückt", kommentierten die Moderatoren Daniel Hartwich und Victoria Swarovski die Entscheidung. Ärger hin oder her: Es geht weiter in dieser Staffel von "Let's Dance". Nur aber kommende Woche nicht. Dann ist Karfreitag. Bundesweit gilt ein Tanzverbot. Und dieses gilt auch für eine TV-Show.