Kauf mich! Diese Stars spielten Prostituierte

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Während sich Hollywood vor Jahrzehnten noch zierte, offen über Prostitution zu sprechen, ist das Tabu inzwischen längst gebrochen. Tatsächlich ebnete die Rolle eines Call-Girls - oder -Boys - vielen heutigen Superstars den Weg in Hollywood. © teleschau - der mediendienst GmbH

Einst oscarnominiert für "Crazy Heart", nun auf dem New Yorker Straßenstrich - der krasse Abstieg der Maggie Gyllenhaal? Mitnichten: Die Rolle der Prostituierten spielt die 39-Jährige natürlich nur - und ist damit in bester Hollywood-Gesellschaft ...
In die ungewöhnliche Aufmachung schlüpfte Maggie Gyllenhaal für die neue HBO-Serie "The Deuce", die ab 11. September bei Sky Atlantic gezeigt wird. Darin spielt sie die Alleinerziehende Candy, die sich im New York der 70er-Jahre als Prostituierte und Pornodarstellerin durchschlägt. Eine Rolle, die der zweifachen Mutter viel abverlangte, vielleicht aber auch einen Karriere-Kick mit sich bringt.
Denn schließlich war es die Rolle einer Prostituierten, die eine der größten Hollywoodkarrieren aller Zeiten begründete: Julia Roberts' ikonischer Auftritt als Callgirl Vivian, das einem reichen Geschäftsmann den Kopf verdrehte. Ironie der Filmgeschichte: Zehn Jahre vor "Pretty Woman" war es Roberts' Filmpartner Richard Gere, der in einem Film für Liebe bezahlt wurde ...
"American Gigolo - Ein Mann für gewisse Stunden" hieß der Film, in dem Richard Gere 1980 den Edel-Callboy Julian spielte, dem man einen Mord anhängen will. Nachdem Christopher Reeves den Part abgelehnt hatte, erhielt zunächst John Travolta den Zuschlag. Der bekam jedoch in letzter Minute kalte Füße und machte den Weg für Richard Gere frei - es sollte der große Durchbruch des heutigen Superstars sein.
Bevor sie die später oscarnominierte Rolle der Prostituierten Iris in "Taxi Driver" spielen durfte, musste Jodie Foster zunächst mit einem Psychiater vom Jugendamt sprechen. Aus gutem Grund: Die heute 54-Jährige war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst zwölf! Darum sorgte ein Mitarbeiter des Jugendamts auch stets dafür, dass Foster nie am Set war, wenn Robert De Niro in einer Szene fluchen sollte.
Zwölf war auch Brooke Shields, als sie 1978 in Louis Malles Skandalfilm "Pretty Baby" eine Kinderprostituierte spielte - teilweise auch nackt. "Kinderprostitution", schimpften einige Kritiker. "Meine Mutter war darüber sehr wütend", erinnerte sich die Schauspielerin 2014 im "Guardian". "Sie fragte mich: 'War es für dich okay?', und ich sagte ja. Dann sagte sie: 'Dann sch**ß auf sie, wenn sie nicht damit klarkommen'".
Übrigens ging in "Pretty Baby" auch die Mutter von Brooke Shields' Figur Violet der Prostitution nach: Susan Sarandon spielte Hattie und bekam für ihre Leistung viel Lob.
Nicht nur Lob, sondern auch einen Oscar brachte die Rolle der Edelnutte Lynn Bracken 1998 Kim Basinger ein. Dabei hatte sie den Part in "L.A. Confidential" ursprünglich abgelehnt: "Ich hatte gerade meine Tochter zur Welt gebracht, als ich das Drehbuch erhielt", erinnerte sich die Schauspielerin im Mai. "Ich las es dreimal und sagte meinem Agenten dann: 'Ich spiele keine Hure. Ich bin jetzt Mutter'". Doch Regisseur Curtis Hanson habe sie "verführt".
Auch Kurtisane ist nur ein vornehmes Synonym für Prostituierte - und somit gehört auch Nicole Kidmans Satine aus "Moulin Rouge" (2001) in diese Kategorie. Denn wie sang sie so schön in ihrem Medley mit Ewan McGregor: "The only way of loving me, baby, is to pay a lovely fee" (Der einzige Weg, mich zu lieben, Baby, ist es, mir eine entzückende Gebühr zu bezahlen).
"Ich habe unzählige Filme gedreht. Dennoch identifizieren mich die Leute am meisten mit der kühlen Blonden aus 'Belle De Jour", erkannte Catherine Deneuve auf dem Höhepunkt ihres Erfolges. In der Verfilmung eines bis dahin wenig bekannten Romans von Joseph Kessel brillierte die damals gerade erst 23-jährige Nachwuchsdarstellerin 1967 in der Rolle der unzufriedenen Ehefrau, die in einem Bordell zu arbeiten beginnt.
Als Dirne Shae verführte Sibel Kekilli Tyrion Lannister, einen der beliebtesten Charakter aus "Game Of Thrones" - und das über 20 Episoden hinweg. Ihre Figur gab zwar bereits in Staffel vier den Löffel ab, doch in Hollywood dürfte die Heilbronnerin dank dieser Rolle trotzdem einen Fuß in der Tür haben.
In einem Film über Jack the Ripper kommt man um die Rolle der Prostituierten schlecht drumherum - immerhin ermordete der Serienkiller 1888 fünf davon. In "From Hell" (2001) mit Johnny Depp übernahm Heather Graham die Rolle seines letzten Opfers Mary Kelly.
Ja, auch Leonardo DiCaprio musste sich im Film schon Freier suchen: Um seine Drogensucht zu finanzieren, begann seine Figur in "Jim Carroll - In den Straßen von New York" (1995) erst zu klauen und zu rauben und landete schließlich auf dem Strich. Jim Carroll gab es wirklich: Der Punk-Poet starb 2009 im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt.
Die Drogensucht war es auch, die Jennifer Connellys Figur Marion in "Requiem For A Dream" dazu bewegte, ihren Körper zu verkaufen. Zunächst ermutigt von ihrem ebenfalls süchtigen Freund, den Jared Leto spielte, gerät sie immer weiter in den Teufelskreis hinein. Angeblich soll Neve Campbell die Rolle zuerst angeboten worden sein, die habe aber aus Angst vor den Nacktszenen abgelehnt.
Dass sich ihre Tochter Dakota Johnson derzeit in der "Fifty Shades of Grey"-Trilogie auspeitschen lässt, ist für Melanie Griffith sicher kein großes Drama: In der Komödie "Taschengeld" spielte sie 1994 auch eine schlüpfrige Rolle: die der Prostituierten "V", die von einem kleinen Jungen dafür bezahlt wird, mit seinem Vater (Ed Harris) auszugehen.
Mit dieser Prostituierten sollte man sich nicht anlegen: Wenn sich die schießwütige Gail mal nicht mit dem Gewehr selbst zu helfen weiß, kann sie sich immer noch auf ihren On-Off-Freund Dwight (Clive Owen) verlassen: Rosario Dawson spielte in den "Sin City"-Filmen eine echte Power-Frau.
Willkommen in der Zukunft: 16 Jahre, nachdem Steven Spielberg Jude Law (rechts) in "A.I. - Künstliche Intelligenz" einen Roboter für bestimmte Stunden spielen ließ, eröffnete in Barcelona tatsächlich ein Bordell, in dem Mann mit menschenähnlichen Maschinen verkehren kann. Spielberg siedelte seine Zukunftsvision übrigens im späten 22. Jahrhundert an ...
Sie wollte nicht noch einmal das nette Mädchen von nebenan spielen. Da kam Elisabeth Shue das Drehbuch zu "Leaving Las Vegas" gerade recht - das nämlich handelte von einer toughen Prostituierten und einem lebensmüden Autor. Sowohl Shue als auch ihr Filmpartner Nicolas Cage wurden oscarnominiert, doch nur Cage gewann.
Als sie zum ersten Mal tötete, war es Notwehr. Später jedoch machte es sich die traumatisierte Prostituierte Aileen Wuornos zur Gewohnheit, ihre Freier zu berauben und umzubringen. Charlize Theron spielte die Serienmörderin, die 2002 hingerichtet wurde, 2003 im aufwühlenden Biopic "Monster". Sie wurde dafür mit einem Oscar ausgezeichnet.
Läuft nicht für den "Asphalt Cowboy" (1969) in John Schlesingers gleichnamigem oscargekürten Drama: Jon Voight spielte einen Möchtegern-Casanova aus der Provinz, der als "Miet-Rammler" in New York die Ladys glücklich machen will. Selten ist einer im Kino so hart auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen.
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