Große Verwirrung beim "Kampf der Realitystars": Ein Paar zieht ein, eine maskierte Drag-Mumie entert die Showbühne, Evil Jared versteht sich nicht mehr mit den Frauen und als wäre das nicht anstrengend genug - ist auch noch Claudia Obert zurück.

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Datum: Thu Jul 23 00:00:00 CEST 2020
Eine Kritik
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Es gibt etwas, daran lassen sich alle Teilnehmer von "Kampf der Realitystars" auf RTL2 sofort erkennen. Nein, nicht die immer zum nächsten Glas mit Alkoholika zuckende Hand. Oder die auf die Haut gestochenen Vornamen diverser Verwandter, für den Fall, dass sie nach zuviel Handzucken einmal in Vergessenheit geraten.

Nein, es ist der erste Satz bei der Ankunft: "Mich kennt man aus …" Was synonym steht für: "Kein Mensch weiß, wer ich bin, ist aber auch egal, wo ist denn hier eigentlich die Theke?"

In Folge vier von "Kampf der Realitystars" werden diesen Satz gleich drei Neuzugänge aussprechen. Zunächst erscheint ein Paar: Mike Heiter und Freundin Laura Morante. Bevor Sie sich jetzt den Google-Suchverlauf ihres Smartphones für alle Zeiten versauen und peinlichen Nachfragen ausweichen müssen, lösen wir auf:

Die beiden traten in den üblichen Formaten auf, kennen sich seit der Schulzeit und es ist die große Liebe. Muss es schließlich sein, Heiter und Morante sind bereits zum dritten Mal zusammen. Und werden in der vierten Folge von "Kampf der Realitystars" nicht weiter in Erscheinung treten.

"Kampf der Realitystars" - jetzt auch mit Drag-Mumie

Neuzugang Nummer drei weiß zumindest, wie man eine Punchline setzt. Auch wenn seinen Auftritt wohl nur er versteht. Wie eine Mumie mit Binden im Gesicht umwickelt schreitet Dragqueen "Charlet" die Show-, äh, Klotreppe herunter. Zurück zur Punchline. Kommt eine Kader Loth zur Mumie, fragt: "Kommst du frisch von der OP?" Sagt die Mumie: "Ja, so wie du." Bäm!

Nach der Enttarnung sind aber alle genauso schlau wie vorher. "Mich kennt man aus …", setzt Gino Bormann an, "Prince Charming, Staffel zwei." Ach so, na dann. Und was sollte das mit diesem seltsamen Auftritt?

"Damit hier ein bisschen Stimmung reinkommt", antwortet Bormann. Und "Stimmung", das heißt in "Kampf der Realitystars" vor allem Streit. Das Stichwort für das selbsternannte "Comeback des Jahres": Sektkühler dieser Welt, nehmt euch in Acht, Claudia Obert ist wieder da!

Warum, weshalb, weiß keiner, aber wen interessiert schon Logik in einer Trash-TV-Show. Obert ist sowieso viel zu beschäftigt damit, Loona anzubrüllen, die sie in der letzten Folge hinauswählte und nun auf Vergebung hofft. "Du kleine Suse!", schreit sie Obert an. Wenig später liegen sie sich in den Armen, weil sie ein Karaoke-Spiel gewonnen haben und nicht mehr nominiert werden können. Feindschaft ist, was man daraus macht.

Treffen der Erdnuss-Giganten

Ein Motto, das sich nahtlos auf die beiden Erdnuss-Hirne von Andrej Mangold und Chris Broy übertragen ließe, die endlich ihren Zwist begraben wollen. Der besteht hauptsächlich darin, dass der eine mit der Freundin des anderen vor ihm, na Sie wissen schon, sie dann verlassen hat, sie sich dann in den nächsten verliebte, der sie schwängerte und nun ebenfalls verlassen hat, was aber erst nach den Dreharbeiten von "Kampf der Realitystars" passieren wird - Sie merken schon, es ist kompliziert.

Glücklicherweise handelt es sich bei Mangold und Broy um zwei kultivierte junge Herren, die das sicher ein für alle Mal aus der Welt schaffen können. Das sieht in Folge vier so aus: Rotgebrannt und schweißgebadet sitzen die beiden in der Interviewbox und schieben sich ohne Unterbrechung Nüsse in den Mund (Die sind gesund! Viel pflanzliches Protein! Das ist gut für den Muskelaufbau! Und das Hirn!).

Zeit für die Aussprache: "Du bist also extrem nachtragend." "Du hast es nicht verstanden, Alter" "Doch!" "Nein!" "Doch!" Sie merken: Da hilft die Nüsse-Völlerei auch nicht mehr. All das Protein bleibt auf dem Weg zum Hirn zwischen all diesen Muskeln stecken.

Evil Jared und seine Probleme als Frauenversteher

Dazu kann Evil Jared, irgendwann in den Neunzigerjahren mit der "Bloodhound Gang" zumindest mal so etwas wie ein Rockstar, ein paar Basstöne spielen. In den ersten Folgen von "Kampf der Realitystars" eher unauffällig, gerät er unfreiwillig in die aktuelle Feminismus-Diskussion. Oder das, was die Teilnehmerinnen dieser Reality-Show dafür halten.

Nach einem der Spiele müssen die Verlierer auf dem Boden schlafen, ihre Betten werden einkassiert. Evil Jared ist keiner von ihnen - doch ihm wird zum Verhängnis, dass er seine Schlafgelegenheit nicht sofort einer der Matratzen-losen Frauen anbietet. Er sei schließlich ein Mann - die nächtigen bekanntermaßen sowieso am liebsten in Höhlen. Als er es dann doch tut - zweimal - sind die Frauen bereits beleidigt.

In seiner Not greift Evil Jared zu etwas, womit er sich überhaupt nicht auskennt - Taktik. Er steckt Loona einen Zettel zu, in dem er anbietet, sie zu unterstützen, so dass sie gewinnt. Dankbar wie sie ist, zeigt sie den Zettel sofort den anderen.

Woraufhin die sonst so brave Jenefer Riili die Nerven verliert und auf Evil Jared losgeht: "Jemand, der versucht, das Spiel zu manipulieren ist bei mir unten durch", schreit sie. Weil, sie ist "fucking ehrlich" und keine "fake bitch". Und offensichtlich in ein Urban Dictionary gestolpert.

Die Übelkeit ist ganz auf unserer Seite

Evil Jared versucht noch zu retten, was nicht zu retten ist und erklärt: "Wir sind hier alle Freunde." Die Antwort von Jenny: "Sind wir nicht." Da bleibt dem Bassisten der Bloodhound Gang nur noch das, wofür er eigentlich eingekauft wurde: Er leert eine Flasche Jägermeister und übergibt sich neben dem Klohäuschen. Die Übelkeit ist ganz auf unserer Seite.

Glücklicherweise hält sie nicht lange an. Während sich bei der Nominierung von "Kampf der Realitystars" die Teilnehmer noch streiten, wer nun eine Dramaqueen ist oder nicht, wer was gesagt hat und was nicht und wer jetzt für wen wann welches Bett freimacht, springt Claudia Obert auf und grölt: "Piepen, Pimmel, Prösterchen!"

Womit sie das Konzept der Sendung in einer klassischen RTL2-Alliteration zusammengefasst hat. Evil Jared ist raus, ebenso wie Walther Hoffmann. Letzterer zieht bedröppelt von dannen, ersterer täuscht eine Heulattacke vor, um dann allen verbliebenen die Mittelfinger zu zeigen. "Fuck you!", ruft er ihnen entgegen. Dem können die Zuschauer nur zustimmen.

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