Auch in Folge vier von "Kampf der Realitystars" stehen die Zeichen auf Krawall: Georgina legt sich gleich mit zwei Kandidaten an und Melissa sorgt mit einem intimen Geständnis für Gesprächsstoff. Außerdem stürzen sich zwei Neuzugänge in das Abenteuer "Trash-TV".

Eine Kritik
von Felix Reek

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Es könnte so schön sein auf Phuket, dort wo "Kampf der Realitystars" stattfindet. Vor allem, wenn die Reisegruppe aus den Untiefen der deutschen Promi-Wartebank nicht da wäre. Doch wie das so ist mit Trash-Formaten: Man kann am Ende jeder Folge noch so viele der Möchtegern-Berühmtheiten nach Hause schicken, es kommen immer wieder welche nach.

"Kampf der Realitystars": Rätselhafte Neuzugänge

In Folge vier ist das unter anderem ein grinsender Ken-Klon namens Marcellino, der freudestrahlend verkündet: "Isch trainier' nicht nur meinen Geist, isch trainier' auch meinen Körper." Um in den folgenden zwei Stunden alles daranzusetzen, den ersten Teil seiner Aussage zu widerlegen.

Der zweite Neuankömmling sorgt für noch mehr Rätsel: Ist es Naddel? Gina-Lisa? Fragen sich die Bewohner. Nein, es ist: Aurelie Tshamala! Warum haben die das nicht gleich gesagt! Die war doch …? Ist die nicht …? Ähhhh …? "Ich glaube, die Hälfte kannte mich gar nicht", beschwert sie sich dann auch kurz nach der Ankunft. Was nicht ganz exakt ist. Die andere Hälfte hatte auch keine Ahnung, wer sie ist.

"Welcher Star ist austauschbar?"

Zeit, sich besser kennenzulernen. Und wie ginge das einfacher, als mit einem gemeinsamen Spiel? "Welcher Star ist austauschbar?", heißt es, was erstaunlicherweise keine rhetorische Frage ist. Die Teilnehmer sollen einschätzen, wie die Zuschauer sie anordnen würden. Vorne in Sachen Einzigartigkeit landet Georgina Fleur, hinten Neuankömmling Marcellino Kremers. Doch es kommt ganz anders: Das Publikum hält Aurelie für besonders bemerkenswert, Johannes Haller und Willi Herren eher nicht. Offenbar sind die Zuschauer von "Kampf der Realitystars" auch nicht viel schlauer, als die Teilnehmer der Show.

Doch es ist immer noch viel zu ruhig in Phuket. Schnell an den Champagner-Tropf und Flaschendrehen, schon seit Teenager-Tagen der Garant für intime Geständnisse, die man besser für sich behalten hätte. Bei Melissa Damilia liegen die offenbar schon zu lange zurück. Auf die Frage, mit wem sie ihren schönsten Kuss hatte, antwortet sie naiv: Pietro Lombardi. Sofort schallt es ihr entgegen: "Das gibt wieder Schlagzeilen!".

Eigentlich ein Kompliment, ist das doch die einzige Daseinsberechtigung für den "Kampf der Realitystars". Melissa hingegen stürzt weinend aus dem Zimmer. Johannes Haller hinterher, er geht vor ihr auf die Knie, hält ihre Hand, der wird doch nicht etwa …

Sandy wird gegenüber Georgina laut

Kurz bevor wir das erfahren, ob er durch ein kurzzeitiges Aussetzen des Kleinhirns um ihre Hand angehalten hätte, unterbricht lautes Geschrei diesen intimen Moment. Sandy brüllt Georgina an. Was er sagt, ist nicht ganz klar, offenbar hat eine Horde hyper-aggressiver Mäuse die Tonspur zwischen den Zähnen, immer wieder piepst es nur laut. Der Konsens: Georgina hat einen Freund von Sandy Fähse als schwul geoutet. In dessen Welt offenbar das schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Dabei sei der gar nicht schwul.

Sandy droht mit den schlimmsten Beschimpfungen, die ihm einfallen. Seine Mutter würde sagen: "Wie kannst du denn mit so einer verkehren!" Weil, seine Mutter sei nämlich korrekt! Und überhaupt: "Ich hasse dich!" Woraufhin Georgina in den Wald hinaus läuft. Warum, weiß keiner, vielleicht auf der Suche nach Sandys korrekter Mutter? Dem Rest ist das egal, der geht einfach pennen.

Georgina lügt, Willi schimpft

Darauf am nächsten Morgen erstmal ein Glas Champagner. "Die trinken alle nicht", beschwert sich Georgina. "Das versteh ich nicht." Womit sie angesichts der Gesellschaft dort nicht ganz Unrecht hat. Dann kommt auch noch Momo angeschluppt. Er will von ihr und Sam wissen, wen er bei der Entscheidung rauswählen soll. Die Antwort: Willi, der verdiene eh am meisten von allen, hat genug Geld und will zurück zu seiner Frau. Offenbar nicht die Antwort, die das harmoniebedürftige Monchhichi hören wollte, der geht sofort petzen.

Willi Herren ist geschockt. Was insofern wirklich ein Schock ist, weil den ehemaligen "Lindenstraße"-Schauspieler nach gefühlten 957 Reality-Formaten offenbar noch etwas schocken kann. Oder er doch ein besserer Schauspieler ist, als wir bisher dachten. Er konfrontiert Georgina: "Du kleines Miststück!" Okay, eigentlich beschimpft er sie: "Wenn das stimmt, bist du für mich tot." Momo kommt dazu: "Warum leugnet ihr das? Ich versteh das nicht. Ich bin jetzt richtig traurig." Kann dem Mann mal jemand ein Taschentuch bringen? Oder den Daumen in den Mund stecken? Das hat bei den Monchhichis doch auch immer funktioniert.

Das nächste Spiel wartet

So viel Einfühlungsvermögen besitzt RTL 2 aber nicht. Stattdessen müssen die Kandidaten in Zweierteams zum nächsten Spiel anrücken. Es gilt, den nackten Oberkörper in Schaum zu tauchen und dann an einer Scheibe ein Bild freizurubbeln. Sie kennen das aus dem sexy Carwash Ihres Vertrauens. Wer gewinnt, ist sicher auch in der nächsten Folge dabei. Eigentlich ein Grund zu verlieren, die Promis treten trotzdem an.

Natürlich in Kombinationen mit maximaler Sprengkraft. Wie zum Beispiel Willi Herren und Johannes Haller. Doch kaum sind die Hüllen gefallen und die Oberkörper schmieren im Einklang über die Scheibe, sind die Differenzen vergessen: "Wir hatten überraschend viel Spaß", sagt Haller. Und fügt hinzu: "Es hat uns zwischenmenschlich näher gebracht." Was für den Rest der Show heißt: keine Seifenbottiche mehr für die beiden. Nicht, dass die noch Freunde werden und das Sendekonzept sprengen.

Gemeinsam einsam bei "Kampf der Realitystars"

Georgina und Sandy kann das glücklicherweise nicht passieren. Sie treten ebenfalls zusammen an, die Begeisterung hält sich aber in Grenzen. Georgina fürchtet nach ihren Eskapaden, dass ihre Mitbewohner sie rauswerfen, Sandy wünscht sich genau das. Entsprechend erfolgreich sind die beiden. Georgina scheitert an dem Wort, das es zu lösen gilt: Champagner. Eigentlich ihr Lieblingsgetränk - aber wer kommt schon auf die Idee, das Etikett zu lesen? Weswegen sie nach dem Sieg von Dijana Cvijetic und Kate Merlan bei der Entscheidung wieder zittern muss.

Wenig überraschend fallen die meisten Stimmen auf sie und Sandy. Es steht vier zu vier, als Dijana Cvijetic sich für die Blondinen-Schublade revanchiert, in die sie Sandy gesteckt hat. Georgina lacht erleichtert auf, sehr zum Unwillen der anderen. Sie hat offenbar vergessen, dass die beiden Neuankömmlinge Aurelie und Marcellino eine weitere Person nach Hause schicken.

Die machen es wie gewohnt spannend - und entscheiden sich für Fürstin Andrea von Sayn-Wittgenstein. Blankes Entsetzen macht sich breit. Was soll nur aus dieser Show werden, wenn jetzt jede Woche die gehen müssen, die NICHT unangenehm auffallen? Die Antwort weiß Kate Merlan: "Es wird immer schlimmer und schlimmer. Das spür' ich."

Lesen Sie hier: Wer von den Realitystars ist raus, wer rückt noch nach?