Im neuesten "Jenke-Experiment" prüfte der RTL-Reporter den massiven Fleischkonsum auf Herz und Nieren. Von Wilmsdorff gab sich zwei Wochen hemmungslos der Fleischeslust hin, um danach auf vegane Kost umzustellen. Einen Job als Schweineflüsterer bescherte ihm das Experiment ebenso. Dass der Grenzgänger zwischenzeitlich auch seine nächtlichen Erektionen überwachen ließ, lenkte nicht allzu sehr vom Thema ab.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

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Satte 60,1 Kilogramm Fleisch verinnerlicht sich der gemeine Deutsche durchschnittlich pro Jahr, mit Vorliebe jenes vom Schwein.

Vor dem Hintergrund, dass es sich bei den für unseren Verzehr gezüchteten rosa Tierchen aufgrund der höchstproblematischen Haltung nur selten bis gar nicht um "Glücksschweine" handelt, ist dies eigentlich durchaus erstaunlich. Dass die weltweite Viehhaltung mehr Co2 verursacht als der gesamte Straßenverkehr, macht die Angelegenheit natürlich auch nicht besser. Die Intention von Wilmsdorffs: In den Köpfen der Menschen ein neues Bewusstsein schaffen!

Fleisch bis zum Abwinken, danach vegane Kost

Zu diesem Zweck hat der 54-jährige Grenzgänger im Rahmen des Experiments gleich zwei Mal seine Ernährung radikal umgestellt.

Zunächst ließ er seinen Fleischkonsum massiv in die Höhe schnellen. "Weil ich wissen will, was das mit meinem Körper macht", so von Wilmsdorff, der zwei Wochen lang Tag für Tag rund 1.000 Gramm Billigfleisch die Peristaltik runterschickte – medizinische Begleitung natürlich inklusive.

Dem Eiweißwahnsinn ließ der Radikale eine 14-tägige vegane Phase folgen, um auch einen profunden Vergleich ziehen zu können. Zudem, so Jenke, solle der Verzicht auf Fleisch laut Studien auch positive Folgen für die Männlichkeit haben. Daher ließ er auch kurzerhand mittels eines sogenannten "Rigiscans", dessen Messschlaufen an der Penisbasis sowie hinter der Eichel angebracht werden, über Nacht Länge und Anzahl seiner Erektionen zu messen. Damit das auch abgeklärt ist…

Jenke von Wilmsdorff als Schweineflüsterer

Parallel zur "Fleischintensivkur", die übrigens im exzessiven Modus langfristig schon mal zu Diabetes, Arterienverkalkung oder überhaupt gleich Darmkrebs führen kann, nistete sich von Wilmsdorff auf einem Bauernhof ein. Dort galt es, sich um die an sich für die Schlachtung vorgesehenen Schweine "Elsa" und "Schmali" zu kümmern.

"Es ist noch nichts passiert, und ich weine schon. Ich verstehe einfach nicht, wie man Tiere essen kann", schrieb indes eine junge Dame auf Twitter. Aber auch von Wilmsdorff war ergriffen: "Ich hätte niemals gedacht, dass diese 120 Kilo so verschmust sind", so der Neo-Schweinebeauftragte im Kuschelmodus.

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Das Leben von "Elsa" steht auf dem Spiel

Ernährungsumstellung hin, Penis-Check her: Wer Jenke von Wilmsdorffs Sendung kennt, wusste natürlich, dass hier noch so eine Art Showdown folgen muss.

Und tatsächlich präsentierte der Sender im Format am Montagabend dann noch einen Deal: Entscheidet sich von Wilmsdorff nach der Sendung für ein Leben als Vegetarier, darf die 120-Kilo-Braut "Elsa" weiterleben. Das Schicksal der armen Sau "Schmali" hingegen schien – warum auch immer – bereits besiegelt.

Oft der Grund, wenn die Gicht sticht: Zu viel Fleisch!

Bereits das erste Ernährungsexperiment zeitigte massive körperliche Auswirkungen beim interimistischen Hardcore-Karnivoren, also Superfleischfresser.

In der Nacht bekam von Wilmsdorff plötzlich massive Schmerzen in der Hand, die zunehmend ausstrahlten und seine Pfote anschwellen ließen, weshalb ein Arzt hermusste. Der Mediziner attestierte von Wilmsdorff einen erhöhten Harnsäurewert im Blut und äußerte den Verdacht auf eine durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben verursachte Gicht. "Es ist anzunehmen, dass dies vom intensiven Fleischkonsum stammt", so der Mediziner. Der Körper würde in so einem Fall mit einer Entzündung reagieren.

Blutwerte wieder okay, Erektionen von untadeliger Qualität

Die Zäsur in Form einer Umstellung auf vegane Ernährung kam also nicht ungelegen. "Ich möchte wissen, wie ich mich ohne die tierischen Substanzen fühle", ließ von Wilmsdorff die TV-Zuseher wissen.

Und tatsächlich: Nach nur wenigen Tagen fühlte sich der Experimentierfreudige ungleich besser, was den Mediziner ob der Blutwerte wenig verwunderte. Während der Fleischphase sei nämlich das schlechte Cholesterin um 30 Prozent gestiegen und durch die Phase mit veganer Kost nun sogar unter den ursprünglichen Wert gesunken.

Und wie war das jetzt mit Länge und Anzahl der nächtlichen Erektionen? "Es war schon vorher alles im Normalbereich. In der veganen Phase hat sich nichts geändert", lautete der Befund des Mediziners. So richtig freuen konnte sich der RTL-Star dennoch nicht: "Ich finde es total erschreckend, dass nach nur 14 Tagen übertriebenem Fleischkonsum medizinisch nachweisbar ist, wie schädlich das für die eigene Gesundheit ist."

Quietschvergnügtes Happy End im Schweinestall

Was noch ausstand, war die finale Entscheidung. Wird sich von Wilmsdorff künftig weiter vegan ernähren und der süßen "Elsa" den Schlachthof ersparen?

"Der Appetit auf Billigfleisch ist mir schon längst vergangen", so der 54-Jährige. Fleisch habe für ihn jetzt ein Gesicht und einen Namen. "Aber natürlich kann ich 'Elsa' nicht zum Schlachter bringen. Und 'Schmali' ebenso nicht, weshalb wir beide leben lassen. 'RTL' und das 'Jenke-Experiment' übernehmen die lebenslange Patenschaft über die beiden Schweine."

Vegetarier sei er jetzt dennoch: "Sollte ich irgendwann wieder Fleisch essen, dann nur von Tieren, die so ein Leben wie 'Elsa' und 'Schmali' hatten", verspricht Jenke von Wilmsdorff abschließend.