"Modernes Hirngespinst!" - "Höhle der Löwen"-Investoren ätzen gegen Urban Gardening

Man hüte sich vor Georg Kofler: Der war in der aktuellen Folge von "Die Höhle der Löwen" ordentlich in Fahrt - und nicht nur er. Da konnten einem die Gründer nur leidtun. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Erfolgreich waren etwa sie: Johannes Lutz (r.) und Christoph Lung mit ihrem "Duschbrocken". Der soll Duschgel und Shampoo zugleich ersetzen und so auf Reisen viel Platz im Gepäck sparen. Carsten Maschmeyer war allerdings von der Firmenbewertung der Weltenbummler wenig begeistert.
"Das ist ein teurer Brocken! Da muss ich Ihnen den Kopf waschen!", fand er, denn Johannes und Christoph wollten für 250.000 Euro gerade einmal zehn Prozent ihrer Anteile abgeben. Das kam auch für Ralf Dümmel (r.) nicht in die Tüte - investieren wollte er dennoch.
"Mister Regal" bat also die Gründer, noch mal in sich zu gehen und mit einer realistischeren Bewertung wiederzukommen: "Kommt mir nicht mit 12,5 oder 15 Prozent um die Ecke!", forderte er. Auf 25 Prozent konnte man sich schließlich einigen. Urteil Maschmeyer: "Auf der Weltreise haben die zu viel Basar erlebt!"
Keinen Basar wollte dagegen Nils Glagau (M.) und setzte einem Gründer die Pistole auf die Brust. Im feschen Fußballer-Outfit erfreute er aber zunächst die Damenwelt: "Die Waden vom Nils zum ersten Mal ... ziemlich heiße Geschichte. Ich versuche, mich unter Kontrolle zu halten!", erklärte Judith Williams.
Doch dann wurde Glagau richtig bissig. Nachdem er Hannes Mirow (Bild) für dessen "unverrutschbare" Panthergrip-Schienbeinschoner ein Angebot gemacht hatte (125.000 Euro für 25 Prozent), durfte kein anderer "Löwe" mehr ran: "Du kannst natürlich noch ganz viele Fragen beantworten: Dann bin ich raus! Musst du dir jetzt überlegen!"
Da zog nicht nur Judith Williams die Augenbrauen ganz weit nach oben. "Darf ich fragen, was der Hintergrund ist, dass ich mir die anderen Angebote nicht anhören soll?", wollte der Gründer verunsichert wissen. "Ich glaub an dich. Ich glaub an das Produkt. Es kommt selten vor, dass man so früh sagt: 'Ich steh dahinter!'", erklärte Glagau. Mirow war überzeugt. Deal!
Beim Pitch von drinkbetter versuchte Ralf Dümmel (Bild) etwas Ähnliches - ging dabei allerdings sympathischer vor: "Komm, Carsten, wir testen jetzt, ob die schnell und spontan sind!", sagte der Hamburger, der gemeinsam mit Maschmeyer in das Nahrungsergänzungsmittel investieren wollte.
"Wir sind beide überzeugt, und wir testen jetzt mal, ob ihr uns auch unbedingt wollt. Und bevor hier irgendwas passiert und noch andere Angebote kommen, sagen Carsten Maschmeyer und ich: 'Wir glauben an die Geschichte!'" Davon ließen sich Johannes Bitter (l., Handball-Weltmeister von 2007) und Christian Monzel aber nicht einwickeln.
Monzel, ehemaliger Spieler und Co-Trainer in der Hockey-Bundesliga, konterte: "Wir geben den anderen gerne die Chance - und dann sind wir spontan!" Im Gegensatz zu Glagau ließen sich Dümmel und Maschmeyer das ohne zu murren gefallen. Dagmar Wöhrl durfte auch noch ein Angebot abgeben.
Obwohl Dagmar Wöhrl weniger Prozente wollte (20 Prozent für 200.000 Euro), kam es zum Doppel-"Löwen"-Deal: 30 Prozent für 300.000 Euro - plus Working Capital ohne Ende. "Was würden wir denn an Working Capital brauchen?", wollten die Gründer wissen. Maschmeyer: "Ne Million!" - "Und die würden Sie uns geben?" - "Ja. Ja, klar!"
"Satz mit X", hieß es dagegen für keimEX aus Marburg: Das Vater-Sohn-Gespann Ullrich (r.) und Paul Eitel will mit antibakteriellem Wandbelag (etwa für Krankenhäuser) das Familienunternehmen Marburger Tapetenfabrik in die Zukunft führen.
Doch da Paul noch im Studium ist und Vater Ullrich die Hauptfirma weiterführen muss, sahen die "Löwen" keinen richtigen Ansprechpartner für das Start-up: "Wer denkt von morgens bis abends an keimEX?", fragte sich nicht nur Maschmeyer. Kein Deal!
Ohne Investor und ein paar Köpfe kürzer gingen Rankwerk nach der "Höhle der Löwen" nach Hause. Hannes Popken (l.) und Dennis Lizarzaburu wollen vielbeschäftigten Städtern den Trend "Urban Gardening" näherbringen.
Ihre Produktpalette beinhaltet unter anderem biologisches Saatgut, Gartenwerkzeuge und Pflanzengefäße. Ein Onlinekurs, der die Neu-Gärtner von der Aussaat bis zur Ernte begleitet, soll zudem bei allen Käufern für einen grünen Daumen sorgen.
"Ist das Bestandteil von irgendeiner Psychotherapie?", ätzte Georg Kofler (l.). "Oder einer neuen Sinnsuche? Das ist ja rational nicht erklärbar! Kinder, ich war Hütejunge auf der Alm! Ich halte dieses ganze Balkon-Gardening für ein typisch modernes städtisches Hirngespinst!"
Das hätte als Kritik ja eigentlich schon gereicht, doch Carsten Maschmeyer trat noch nach und urteilte: "Naive Gründer mit einer liebenswerten Idee. Keine Geschäftsleute!"