"Fast schon wie im Kokain-Handel!" - Vox-"Löwen" zerfleischen Haustiere-App

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"Fast schon wie im Kokain-Handel!" - Angesichts der Margen von "vetevo" leuchteten bei Georg Kofler die Augen. Doch zu früh gefreut: Die Gründer wurden von den "Löwen" in der Luft zerfetzt! Wie man mit einer Million Euro rausgeht, obwohl man weniger wollte, machten andere vor. Dazu gab es jede Menge Premieren, wie unsere Galerie zeigt.

Unfassbar süßes Pony, niedlicher Hund - bei ihrer Präsentation hatten Mareile Wölwer und Felix Röllecke eigentlich alles richtig gemacht. Die beiden wollen mit "vetevo" den "digitalen Tierarzt für zu Hause" anbieten - mit Labor-Diagnostik, Medikamenten wie Wurmkuren und Gesundheitstracking.
Bei der Marge der Test-Kits (29 bis 39 Euro Verkauf - 1,20 Euro Herstellung) bekamen Ralf Dümmel und Georg Kofler (r.) Schnappatmung: "Fast schon wie im Kokain-Handel!", freute sich Kofler. "Da hab ich keine Erfahrung mit!", stellte Judith Williams (l.) sogleich klar. "Hab mal was gelesen drüber", murmelte Kofler grinsend.
Doch schnell war Schluss mit den Dollarzeichen in den Augen, als Dümmel noch Versand und Laborkosten mit reinrechnete. Ernüchterung auch bei den Einnahmen. Und dann verdunkelte sich der Himmel in der "Höhle der Löwen", als der Orkan Maschmeyer mit einem seiner Lieblingsthemen über die Gründer hereinbrach: Bewertung!
"Warum ist Ihre Firma 9,9 Millionen Euro wert?", beschwerte sich der Milliardär. "In Ihrer Bewertung ist ganz kräftig der Wurm drin! Da sollten Sie mal einen Bewertungs-Wurmtest machen!" Schließlich wurde er richtig sauer und behauptete: "Ich glaube, Sie wollen hier die Werbung und wussten, dass Sie mit der Bewertung keinen Deal bekommen!"
Wesentlich besser lief es für "rezemo" aus Stuttgart. Die Gründer Julian Reitze (r.) und Stefan Zender decken mit ihrer Erfindung die beiden Trendthemen Kaffeekapseln und nachhaltige Verpackungen ab. Sie präsentierten die weltweit erste und bislang einzige Kaffeekapsel aus Holz.
Bei so viel Potenzial gab es ordentlich Gemauschel, Taktiererei und sogar Zoff unter den "Löwen" und "Löwinnen". Zuerst genervtes Augenrollen bei Williams (l.), als Wöhrl forderte: "Lass mich mal ganz kurz zu Ende reden!" Dann: nervöses Herumrutschen auf den Sitzen ...
Schließlich sprang Carsten Maschmeyer (r.) auf und verdrückte sich in die rechte Ecke - zu Wöhrl und Dümmel (l.): "Wollen wir das mal zu dritt machen?" Frank Thelen und Judith Williams waren sich sicher: "Die hauen jetzt 'ne Million raus!"
Als das Getuschel verebbt war, fragte Dümmel frech in Richtung Konkurrenz: "Frank, wer fängt an? Wollen wir 'Ching, Chang, Chong' machen?"
Also "Schnick, Schnack, Schnuck", "Schere, Stein, Papier" - wie auch immer: Frank Thelen verlor und musste anfangen. "Es ist eine meiner großen Passionen, dass wir diesen Planeten behalten können", erklärte er und bot 500.000 Euro für 20 Prozent (statt der gewünschten 10 Prozent) der Anteile.
Dann ging die Wöhrl-Dümmel-Maschmeyer-Show los. Letzterer versprach Werbung "zu Konditionen, die Sie nirgends kriegen", an Stellen, "wo man die Augen schlecht zumachen kann". Dem Unternehmen, "das die Verpackungsbranche revolutioniert - global" bot er 750.000 Euro für 25 Prozent.
Williams fasste die beiden Angebote noch mal zusammen und ergänzte bei Thelen dessen "gigantisches Netzwerk" und die "Option jederzeit Working Capital zu besorgen". Sofort regte sich links von ihr Widerstand: "Das war keine neutrale Zusammenfassung", beschwerte sich Maschmeyer.
"Ich schmälere keinen der 'Löwen'. Nur weil ihr so extrem viel mehr Redezeit hattet ...", versuchte die Beauty-Expertin einzulenken: "Wir haben halt mehr Vorteile zu bieten. Geht ja nicht um Redezeit", motzte Maschmeyer weiter. Doch das letzte Wort hatten ohnehin die Gründer.
Die verhandelten hart und wollten von ihrer ursprünglichen Bewertung nicht abrücken. Schließlich gab es vom Dreier-"Löwen"-Gespann eine Million Euro für 20 Prozent am Unternehmen. "Man muss echt bei euch aufpassen mit den Komplimenten. Die sind teuer!", stöhnte Dümmel. "Ich schwitz' wie sonst was! Ich bin fix und fertig!"
Da kam die nächste Gründerin sehr gelegen: Seit ihrer Kindheit leidet Sümmeyya Bach aus Hamburg an sehr starkem krankhaften Schwitzen. Nach einem langen Leidensweg - denn kein Deo wirkte bei ihr - entwickelte sie "Soummé", ihr eigenes Antitranspirant, das ihr Schweißproblem um bis zu 90 Prozent reduziert habe.
"Ich bin tief beeindruckt von Ihnen", lobte Judith Williams die One-Woman-Show und bot 150.000 Euro für 20 Prozent. Einsatz Ralf Dümmel, aber nicht etwa mit einem Angebot: "Wir haben jetzt das erste Mal, dass Judith UND Georg hier sitzen. Insofern interessiert mich jetzt, Georg, ob du ein Angebot gegen Judith machst!"
Gegenfrage von Kofler: "Heißt das, dass du keins machst? Du hast ja manchmal so 'ne Taktik, dass du wartest, bis alles auf dem Tisch liegt." Doch Kofler, seines Zeichens nicht mehr Stellvertreter von Judith Williams ("Jetzt sind wir Konkurrenten!"), ließ sich nicht lumpen. Sein Angebot: 200.000 Euro für 15 Prozent.
Und dann "dümmelte" es: "Wahnsinn! Wahnsinn! Wahnsinn! Eine Leistung, die unglaublich ist", erklärte der Handelsmogul enthusiasmiert und bot 150.000 Euro für 20 Prozent. Sümmeyya Bach entschied sich für Dümmel, den Wunsch-"Löwen" ihrer Mutter. Sehr zum Missfallen von Williams: "Die erste Gründerin, wo es wirklich wehtut!"
Doch auch Kofler bekam noch seinen Deal - schwitzend! Nach einem Test von "EVEREST Climbing", einer Kletterwand mit fünf Laufbändern, versprach der "Bergstar aus Tirol" 220.000 Euro für 30 Prozent. Maschmeyer wünschte dem ersten "Löwen"-Investment in eine polnische Firma: "Stetig kletternde Umsätze!"
Schweißtreibend auch die Gespräche mit "SofaConcerts" aus Hamburg, die über ihre Onlineplattform Musiker für Privatkonzerte vermitteln. Auch hier wollte nur Kofler helfen. Doch die Gründerinnen (r.) blieben eisern. Zu weit seien die Bewertungen auseinander. Es gab noch nicht mal ein Gegenangebot: "Ich hätte mit mir handeln lassen!", erklärte Kofler.