"Höhle der Löwen": Maschmeyer fällt vernichtendes Urteil

Die sechste Staffel von "Die Höhle der Löwen" endete mit einem großen Knall: "Das ist kein Start-up, das ist ein Start-down!", urteilte Carsten Maschmeyer und sprach zwei Gründern sein "Beileid" aus ...

Ein Highlight gleich zu Beginn: Carsten Maschmeyer (Mitte) im "Witwe Bolte"-Aufzug beim Kombucha-Brauen. Leon Benedens (links) und Paul Seelhorst aus Berlin bieten mit "fairment" fermentierte Produkte an. Diese sollen unter anderem die Darmflora ins Gleichgewicht bringen.
Bei der Verkostung zeigte sich Judith Williams angesichts dessen besorgt: "Die verdauungsfördernde Wirkung ist nicht sofort?", hakte sie sicherheitshalber nach. Und auch Ralf Dümmel (Bild) erkundigte sich: "Wir können den Pitch noch zu Ende machen?" Entwarnung von den Gründern.
Vielmehr schlug den Investoren jedoch die "extrem progressive Bewertung" von gut 10 Millionen Euro auf den Magen. Und so stieg ein "Löwe" nach dem anderen aus: "Sie geben mir ein komisches Gefühl!", verriet Dagmar Wöhrl. "Ich bin doch auch was wert!" - "Ich auch!", konterte da gleich Leon Benedens (nicht im Bild).
Schließlich konnte Williams ihren Buddy Frank Thelen zu einem gemeinsamen Angebot überreden: 950.000 Euro für 30 Prozent. Die Ansage "take it or leave it" nahmen die beiden Gründer jedoch nicht wörtlich und machten ein Gegenangebot: 15 Prozent. Kein Deal. Maschmeyer (Mitte) fasste zusammen: "Unseriöses Angebot - super tolle Gründer!"
Ein ähnliches Schicksal ereilte "ooshi" aus Berlin. Weil's so schön war, aber zunächst ein kleiner Exkurs über den Start-up-Namen: "Das heißt 'Uschi' - reimt sich auf ...", ulkte Judith Williams herum. "Auf Maschi!", half ihr der Milliardär, doch noch die Kurve zu kriegen. Doch tatsächlich ...
"Wir wollten es zuerst 'Mooshi' nennen, mit der entsprechenden Assoziation", verrieten die beiden Gründerinnen Kristine Zeller (links) und Dr. Kati Ernst, die mit "ooshi" Periodenunterwäsche vertreiben. "Dann dachten wir, das ist vielleicht doch too much!" Thelen gratulierte konsterniert: "Tolle Entscheidung, dass ihr das M weggelassen habt!"
Bei der Periodenunterwäsche wird das Menstruationsblut von einem Membransystem aufgesaugt. Frauen sollen die Pantys wie normale Wäsche tragen können und anschließen zur Wiederverwendung bei 40 Grad waschen. "Ich empfehle Ihnen, dass Sie eine Frau als Investor gewinnen!", verkündete Maschmeyer. Dümmel protestierte: "Was hast du gegen mich, Carsten?"
Schließlich stieg der Handelsmogul aber selbst aus, und Wöhrl gab zu: "Ich würde mich nicht ganz wohlfühlen!" Williams (links) war ebenfalls skeptisch, wollte jedoch investieren: 300.000 für 30 statt 10 Prozent. Das Gegenangebot der Gründerinnen von 15 Prozent lehnte sie ab. Thelen (rechts) war enttäuscht: "Die haben Judith nur als Geld gesehen!"
Dann wurde es düster in der "Höhle der Löwen". Gerd Wolfinger (links) und Roland Huber aus Wien stellten mit "HomeShadows" ein Gerät vor, das vor Einbrechern schützen soll, indem es Schatten-Bewegungen in der Wohnung simuliert.
Carsten Maschmeyer (links) berichtete sogleich von seinen Einbruchs-Erfahrungen: "Es ist schon komisch: Da wo normalerweise Fernseher und Stereoanlage sind, gucken nur noch die Kabel aus den Schränken raus. Dann hast du danach Angst, da zu schlafen. Gruselig!"
"HomeShadows" war dem Milliardär allerdings "zu antiquiert in der Zeit von Internet of Things". Er gratulierte jedoch Ralf Dümmel, der investierte (100.000 Euro für 33 statt 20 Prozent), gewohnt wortgewandt: "Hauptsache, das Produkt führt kein Schattendasein!" Die Stimmung stieg beim nächsten Pitch ...
Elias El Gharbaoui aus Bornheim stellte "Elimba" vor, ein Kakaogetränk mit euphorisierender, gar aphrodisierender Wirkung. Während Nils Glagau eine "kleine Orgie" feiern wollte, machte sich Dümmel (rechts) Sorgen um seine Zurechnungsfähigkeit: "Müssen wir jetzt aufpassen, dass wir nicht zu viel trinken? Nicht dass wir tanzen und Angebote machen!"
Zunächst sah es allerdings so aus, als sei nur Dagmar Wöhrl interessiert: "Er ist ein Mensch, mit dem ich auch gerne zusammenarbeiten würde!", lobte sie den jungen Gründer, der den Kakao auf einer langen Reise schätzen gelernt hatte. Dann machte die Familienunternehmerin jedoch einen Rückzieher.
Glücklicherweise sprang nun Südamerika-Fan Nils Glagau ein: "Du hast einen 'Löwen' hier, der fast Gleiches erlebt hat." Auch Glagau war in jungen Jahren monatelang im "Maya-Land" und versprach Elias 50.000 Euro plus "Power und Herzblut" für 25 Prozent. Bei Nachverhandlungen ging er immerhin auf 24,9. Deal! "Da werden wir mal alle aphrodisieren!"
Deprimierend war dagegen der Auftritt von Andreas Klett und Leo von Klenze mit "Scansation" - oder besser Carsten Maschmeyers (links) Reaktion darauf. Der Milliardär sparte wirklich nicht mit Kritik: "Ich überlege wirklich, wie ich Ihnen helfen kann, aber eigentlich kann ich Ihnen nur helfen, indem ich Ihnen mein Beileid ausspreche", erklärte er.
"Sie stehen vor einem unbewältigbaren Aufgabenturm. Sie haben da keine Chance!" Doch was hatten die Münchner präsentiert? Ihre App "Scansation" soll das Einkaufen im Supermarkt schneller machen. Der Kunde scannt seine Produkte selbst beim Hereinlegen in den Einkaufswagen. An der Kasse muss er nur noch bezahlen.
Das Problem: Klett (rechts) und von Klenze (links) konnten erst zwei Supermärkte von ihrer Idee überzeugen - und das bei einer Bewertung von 3,33 Millionen. "Aber das sagt doch alles!", motzte Nils Glagau. "Will das der Einzelhandel? Will das der Endverbraucher? Nein! Diese Bewertung aufzurufen, find ich frech. Hab ich keine Lust drauf!"
Maschmeyer (links) ergänzte: "Sie brauchen Tausende Märkte und Millionen User! Das ist kein Start-up, das ist ein Start-down!" Die beiden Gründer wollen dennoch weitermachen. Für Maschmeyer "ein Jammer"! - "Die laufen mit 'ner Wasserpistole in 'nen Atomkrieg!"