Ein bisschen Aufregung muss sein: In der Regel kann man sich bei "Die Höhle der Löwen" auf die gute Kinderstube von Kofler, Maschmeyer und Co. verlassen. In der jüngsten Ausgabe vom Dienstagabend gab es allerdings Streit zwischen den "Löwen". Schuld war ein Hundeleinenverschluss.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Unterhaltung für den Zuschauer und maximaler Gewinn für die Investoren sind die Währung der "Höhle der Löwen". Was die Unterhaltung anbelangt: Da ist noch gehörig Luft nach oben.

Abgesehen von einem zwar bemühten - aber technisch zweifelhaftem - Twerk-Versuch von Dagmar Wöhrl in der vergangenen Folge hielt man sich in puncto Amüsement vornehm zurück.

Wie viel Gewinn die "Löwen" mit ihren Investments machen, kann dem Zuschauer ohnehin egal sein, denn davon wird die Show nicht lustiger.

"Ihr seid uninvestierbar für mich"

Lustiger wurde sie in der jüngsten Folge allerdings auch so nicht – zumindest, was die Produktpräsentationen anbelangt. Keine twerkende Wöhrl, noch nicht einmal ein Discofox von Herrn Maschmeyer. Nein, zum Tanzen war diesmal keinem der "Löwen" zumute. Stattdessen gab es Stunk. Doch dazu gleich mehr.

Zunächst einmal schneite ein bekanntes Gesicht in die "Höhle". Vor zwei Jahren stellte Annemarie Heyl schon einmal frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte vor, ging aber außer mit vielen Ratschlägen mit leeren Händen nach Hause.

Diesmal ist sie mit einer Idee ihres Mitarbeiters Brando da: Chia Bowls. Das ist eine Art Pudding aus Chia-Samen im Glas in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Die Geschmacksrichtung Investor war leider nicht dabei, weshalb Annemarie Heyl zum zweiten Mal unverrichteter Dinge abreisen muss. "Ihr seid uninvestierbar für mich", erklärt Frank Thelen. Der Grund: Annemarie Heyls eigentliches Unternehmen hält bereits 50 Prozent an Chia Bowls. Für die Löwen wäre das nur mit einer Verschiebung der Anteile machbar.

Doch kaum hatten die Gründer das Problem mit den Anteilen gelöst, passte den "Löwen" das Produkt nicht mehr, denn ein Glas enthält mehr als die empfohlene Menge an Chia-Samen, was für die Investoren die Chia-Bowls unpraktikabel macht.

"Ihr Jungs, ihr druckt Geld"

Besser lief es für Finanzguru. Die zweieiigen Zwillinge Benjamin und Alexander Michel haben eine App entwickelt, die "Finanzen magisch einfach" macht. Sie verwaltet das eigene Konto, zeigt die Ausgänge an und auch Verträge lassen sich via App kündigen.

Finanzen und Apps, da kriegt natürlich Frank Thelen feuchte Hände: "Ihr Jungs, ihr druckt Geld. Das ist wirklich eine starke App." Nur die Zahlen stimmen noch nicht. Bei aktuell 2.000 Usern werden Thelens Hände erst einmal wieder trocken.

Warum er am Ende nicht einsteigt, liegt aber an der Deutschen Bank, denn die hat bereits in das Start-up investiert: "Ein großes Corporate hat immer eine eigene Agenda", erklärt Thelen seinen Ausstieg.

Carsten Maschmeyer ist da weniger zimperlich und will investieren: "Das ist ja meine Branche." Allerdings will Maschmeyer das Doppelte an Firmenanteilen haben. Am Ende trifft man sich in der Mitte.

Der höchste Einzeldeal in der Geschichte der "Löwen", wie der Off-Sprecher erklärt. "Entschuldigung, dass das länger gedauert hat, aber bei einer Million Euro muss man mal ein paar Fragen stellen", entschuldigt sich Maschmeyer bei seinen Investoren-Kollegen.

Die Löwen fahren die Krallen aus

Noch interessanter war das letzte Produkt des Abends. Ein neues Verschlusssystem für Hundeleinen. Das bringt zwar nicht gleich die ganze Menschheit voran, aber kann doch für den einen oder anderen Hundebesitzer ganz nützlich sein, denn es funktioniert mit einem Magneten und ist einhändig bedienbar.

Nützlich fanden das Start-up auch die "Löwen", um es einmal vorsichtig auszudrücken. Denn als es um die Deals ging, kam ein bisschen Leben in die Bude – ebenfalls vorsichtig ausgedrückt. Achtung Kalauer: Wie von der Leine gelassen stürzten sich die "Löwen" auf die Gründer, schmiedeten Allianzen und ließen die Konkurrenz nicht aus den Augen.

Als es dann ums Verhandeln mit den Gründern ging, gab es richtig Stress. Thelen und Dümmel gaben ein gemeinsames Angebot ab und während die anderen drei Löwen sich im Hintergrund noch über ein Gegenangebot berieten, machten Thelen und Dümmel währenddessen kurzerhand den Deal mit den Gründern.

Die Unterlegenen gaben sich erst generös, nur Carsten Maschmeyer war offen unzufrieden – ein letztes Mal vorsichtig ausgedrückt: "Wir können uns hier richtig fetzen. Das war scheiße. Das ist absolute Scheiße, was ihr gemacht habt", fährt Maschmeyer Thelen und Dümmel an.

Fazit:

Lange Zeit fuhr auch die jüngste Folge "Die Höhle der Löwen" nur im zweiten Gang. Erst als die Bandagen härter wurden, kam endlich wieder ein bisschen Leben in die Show.

Wer in der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" sein Produkt vorstellen und vielleicht sogar einen der Investoren überzeugen kann, hat bei an die drei Millionen Zuschauern gute Werbung für sich gemacht. Die Bekanntheit der Sendung nutzen seit einiger Zeit aber auch Betrüger aus, indem sie im Internet gefälschte Anzeigen und Artikel platzieren. Wir erklären die Masche, damit Sie nicht darauf hereinfallen.