"Die Höhle der Löwen" 2017: Solch ein Deal-Angebot gab's noch nie

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In der "Höhle der Löwen" kommt zusammen, was zusammen gehört: Carsten Maschmeyer hat jetzt seine persönlichen Abschlepper für Frau Veronica Ferres. Frank Thelens Herz wurde von einer Fußballer-Truppe zum Schmelzen gebracht, deren "wunderschöne Körper" Judith Williams künftig nach Herzenslust pflegen kann. Und Ralf Dümmel und seine Mutter werden glücklich mit "Helga" - und Anneliese, und Renate, und Ute ? © teleschau - der mediendienst GmbH

Treffen sich zwei beim Abschleppen ... Das ist nicht der Anfang eines flachen Witzes, sondern der Beginn einer wunderbaren Gründungsgeschichte. Statistisch gesehen wird jeder Deutsche zweimal in seinem Leben abgeschleppt. Judith Williams und Carsten Maschmeyer haben da privat ganz andere Erfahrungen gemacht. Alles über Pitches und Pannen in der "Höhle der Löwen" erfahren Sie in unserer Bildergalerie.
"Ich bin schon öfter als zweimal abgeschleppt worden", gestand Home-Shopping-Queen Judith Williams (zweite von links) den beiden Gründern von "MySchleppApp": "Ich habe vergessen zu tanken." Da konnte Carsten Maschmeyer (links) mitreden: "Das passiert meiner Frau auch. Das ist wohl manchmal so." So was wie Schicksal. "Lästig", fuhr Williams fort. "Ich bin im Winter nachts nach der Sendung stehengeblieben."
"Mein Mann schlief natürlich schon. Wen ruft man an?" - "Wie hast du überlebt?", grinste Maschmeyer. "Schwer. Nach vier Stunden kam ein Auto vorbei. Ich bin nicht im Automobilklub. Ich denke, das brauche ich nicht." Ahja! Dieses Elend soll nun ein Ende haben. Frank Heck (44, links), "in der zweiten Generation Abschlepper aus Bonn", und Santosh Satschdeva (31) haben eine Art digitalen ADAC entwickelt.
Vor zwei Jahren blieb Santosh mit seinem Auto liegen. Frank schleppte ihn ab. "Im Auto haben wir uns ausgetauscht. Das war die Geburtsstunde von 'MySchleppApp'." Hier können die Nutzer einen Abschleppdienst in der Nähe finden - ohne lange Wartezeiten. "Für mich ist das ein absoluter Problemlöser", fand Williams. "Und die Geschichte ist sensationell. Treffen sich zwei beim Abschleppen ..."
"... und machen ein Geschäftsmodell draus. Nur mit mir als Investor bleibt ihr liegen." Santosh und Frank benötigen 100.000 Euro und bieten dafür 10 Prozent ihrer Firma. "Geile Story, geiler Typ, geiler Typ", lobte Frank Thelen (links) die Gründer. "Das Problem ist: Where is the beef?" Sprich: Wie viel Umsatz kann man damit machen? Frank Heck erklärte: "Es gibt sieben Millionen Abschleppungen in Deutschland. Und die Pannen steigen."
"Wenn der Scheibenwischer bei deinem Tesla kaputt ist, kannst du nicht weiterfahren." - "Der Frank aus Bonn und der Frank aus Bonn", dachte Thelen da laut. "Normalerweise muss jetzt was kommen", lockte ihn Frank Heck. "Ja, aber das ist ein Arsch voll Arbeit. Weil ihr so cool seid, biete ich euch 100.000 für 25 Prozent." Doch da hatte er die Rechnung ohne Carsten Maschmeyer gemacht.
"Das gab es noch nie: Zwei Investoren und drei Angebote", erklärte Williams. Da beim Zweier-Angebot an den Prozenten nichts mehr zu machen war, nahmen die Abschlepper den Deal von Maschmeyer an. Noch mehr Men-Power gab's bei den Jungs von "Teamwallet". Von links: Kai Hörsting (32), Nicolo Incorvaia (31), Michael Schreiner (33) und Michael Schweizer (29) sind begeisterte Fußballer.
Die Mannschaftskameraden aus Kirchheim unter Teck gründeten 2014 "Teamwallet", die digitale Mannschaftskasse mit Bezahlfunktion. "Zuspätkommen kostet 5 Euro. Verpasste Torchance: 2 Euro. Pinkeln unter der Dusche: ..." Entsetzte Blicke bei den Löwinnen: "Das machen Sie?" Kein Kommentar. "Das war nervig. Man musste immer den Leuten für das Geld hinterherlaufen", erklärte Nicolo (zweiter von links).
Williams erteilte der Viererkette schweren Herzens eine Absage: "Mit mir hättet ihr nur einen Klotz am Bein. Ihr würdet allerdings super ausschauen. Ich würde euch pflegen. Eure wunderbaren Körper", strahlte die Beauty-Expertin. "Ihr seid in einem brutal schwierigen Markt", mischte sich Thelen ein. "Bargeld muss abgeschafft werden. Daran arbeiten viele und auch Große. Ihr seid aber keine App-Experten."
"Das ist nicht meine DNA. Meine DNA ist Hightech." Entsetzen bei Michael: "Als Frank ausgestiegen ist, ist in mir eine Welt zerbrochen. Ich habe gedacht: Halt! This was not the plan!" Also preschte der Linksaußen vor. "Frank, du bist der Oberlöwe. Mein Traum wäre, du würdest doch noch umschwenken!" - "Ich mache ein Angebot", knickte Thelen ein. "Ich würde euch die 75.000 Euro geben für 30 Prozent."
Deal! Zur Feier des Tages gab es noch ein Mannschafts-Selfie. "Du hast die Nummer gerettet!", lobte Thelen den glücklichen Linksaußen. Keine Feierstimmung dagegen bei "TattooMed" aus Stuttgart. Janusz Hermann (37) und Tattoo-Fan Jenny Fischer (36) haben eine Pflegeserie für tätowierte Haut entwickelt. Sie wollen 300.000 Euro für 10 Prozent der Unternehmensanteile.
Doch bei den "Löwen" gab's keinen Deal, sondern Stress. Im Team. Dabei ging es ganz lustig los. Dagmar Wöhrl stellte sich für eine Behandlung zur Verfügung. "Wenn ich nicht tätowiert werde, komme ich gerne." - "Hat man dir nicht gesagt, dass man als Neu-Löwin Opfer bringen muss?", neckte sie Ralf Dümmel. "Ich habe auch ein Löwen-Tattoo", scherzte Williams mit einem neckischen Klapps auf ihren Po.
Doch Wöhrl war nicht zu überreden: "Früher hatten das Rocker oder Gefängnis-Leute. Heute ist das Kunst. Aber ich bin in der Szene zu wenig drin." Wer hätte das gedacht? Unterdessen kam heraus, dass Jenny nur fünf Prozent der Unternehmensanteile hält. Janusz dagegen 51. Ein dritter Investor den Rest. "Sie ist eigentlich das Symbol der Gründung", empörte sich Thelen. "Das empfinde ich als unfair."
"Stellt euch mal vor, ihr macht eine Million Gewinn. Sie bekommt 50.000. Er 550.000. Fühlt ihr euch dann dabei wohl?", hakte Maschmeyer nach. "Es hat bis dato keine Rolle gespielt", verteidigte sich Janusz (rechts). "Jenny, so etwas passiert zu 99 Prozent nie Männern", klärte Judith Williams auf. "Da können wir noch viel lernen. Frauen denken: Hauptsache, der Firma geht es gut." Kein Deal für "TattooMed". Die beiden wollen nun aber über eine Lösung des Prozente-Problems nachdenken.
Haarscharf an einer Abfuhr vorbei schlitterten Jens Thiel (47, links) und Lucas Richter (33, rechts). Sie haben den Fluxbag entwickelt, der Aufblasen von Luftmatratzen erleichtern soll. Wöhrl und Maschmeyer wagten den Praxistest: "Die typischen Camper!", lästerte Williams. "Nehmen Sie mit Ihrer Zehnkämpferfigur die Lunge", schlug Jens Milliardär Maschmeyer vor.
Auch mit Dagmar an der Pumpe konnten sie nichts gegen den Fluxbag ausrichten, der Luft von einem großen Sack in die Luftmatratze drückt. "Man bläst drei Liter rein und hat 150 Liter Luft im Fluxbag", schwärmte Jens (rechts). "Als Vater von drei Kindern weiß ich nicht mehr, wie oft ich schon pusten musste", erklärte Maschmeyer. "Das kennen wir alle. Da musst du dich hinsetzen. Da wird dir schwarz vor Augen."
"Jetzt wird mir bei Ihrer Firmenbewertung aber auch ein kleines bisschen schwarz vor Augen." Jens und Lucas bieten 10 Prozent Firmenanteile für 130.000 Euro. "Ich frage mich, ob ihr wirklich einen Deal wollt", mischte sich Dümmel ein (zweiter von rechts). "Ich gebe euch eine ungewöhnliche Chance. Geht raus, beratet euch und macht mir ein neues Angebot. Ich verhandle mit euch nicht. Ich sage nur ja oder nein."
Das "unschlagbare" Angebot waren 20 Prozent für 130.000 Euro. "Wir halbieren die Bewertung!" Nicht genug für Ralf, der dann doch nachverhandelte: "25 Prozent!" Deal! "Einfach wird's nicht mit denen!", ahnte Ralf bereits. Dabei hörte er gar nicht, was Jens draußen zu sagen hatte: "Er hat groß getönt. Jetzt muss er auch was tun für sein Geld!" Dann gab es aber noch einen "hübscheren" Deal für Ralf. Mit "Helga".
Anneliese Niederl-Schmiedinger (40, Mitte) hat mit Renate Steger (34, links) und Ute Petritsch (43) in ihrer Heimat Österreich ein Algen-Erfrischungsgetränk auf den Markt gebracht, kurz: "Helga" ("healthy algae"). "Meine Mutter erzählt mir seit Ewigkeiten, wie gesund Algen sind", berichtete Dümmel. "Renate, Anneliese, Ute und Ralf - das würde passen!" Und "Helga" nicht zu vergessen! Stolze 375.000 Euro gibt's für 23 Prozent an der "Dame". "Ich werde das Ding relativ schnell mit dem Turbo zünden!"
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