"Höhle der Löwen": "Wie kann man den Deal nicht nehmen?!" - Überraschende Abfuhr für Frank Thelen

Kommentare1

Ganz schön undankbar: Frank Thelen machte in der "Höhle der Löwen" nur aus Nettigkeit ein Angebot - und bekam einen Korb. Judith Williams versteht die Welt nicht mehr.

"Es ist unwahrscheinlich, dass wir daraus eine 100-Millionen-Firma machen!", gab Frank Thelen (Mitte) zu. Und wollte dennoch investieren - "aus Passion"! Und weil alle "Löwen" wie wild auf ihn einredeten. Dann der Skandal: "CLEW" aus München nahmen sein Angebot nicht an. Entsetzen nicht nur bei Judith Williams. Unsere Galerie zeigt alle Details.
Los ging es allerdings mit etwas Erfreulicherem: Essen! Genau genommen: Marshmellows. Dazu hatten Carsten Maschmeyer (Mitte) und Judith Williams (zweite von links) ihre ganz eigene Theorie: "Marshmellow, das kommt von Maschmeyer!", phantasierte der Milliardär. "Das ist die softe Variante", ergänzte Williams.
Nein, "Mellow Monkey" aus Gießen bieten eine Variante mit Eiskern an. Und die war so lecker, dass es sogar Zoff zwischen den Naschkätzchen gab. "Hier hört unsere Freundschaft auf, Carsten!", drohte Williams (Bild), als sich ihr Nachbar über ihre Portion hermachen wollte. "Ich hab als Maschmeyer zu Marshmellow mehr Rechte als du!", protestierte der.
Einen Deal gab es für das Gründer-Pärchen Robert und Stephanie Ackermann dennoch nicht. Zum einen waren die Preise für den handgemachten Süßkram mit 7 Euro pro Stück ziemlich gesalzen. Zum anderen erschloss sich den Investoren nicht, wie man das Start-up "richtig multiplizieren kann".
Zurück blieben fünf "Löwen" mit Figurproblemen. "Also ich muss heute Abend zu Zumba, Cha Cha Cha, alles was ich kriegen kann. Wer kommt mit?", fragte Williams (links, mit Georg Kofler). "Ich kann nicht. Ich muss den Schneider anrufen: Anzug größer machen", konterte Ralf Dümmel.
Beim Auftritt von "Easy Pan" aus Stade war der Zucker-Schock aber wieder vorbei und "Pfannen-König" Dümmel (Bild) hellwach. Tom Becker und sein Schwager Jan Heitmann stellten die erste Bratpfanne mit einem "Überrollbügel" vor. Da bekam der Handelsmogul Dollarzeichen in den Augen.
"Ich hab Millionen Pfannen verkauft. Einen Großteil davon an Judith. Lass uns das abkürzen! Lass uns an die Arbeit gehen! Lass uns das Ding großmachen, und lass uns den Deal machen!", überging der "Dümmi-nator" alle anderen "Löwen". Mit Erfolg. Für schlappe 25.000 Euro bekam er 20 Prozent der Firmenanteile.
Weniger Glück hatte Bülent Yaman aus Mannheim. Vielleicht, weil er drei "Löwen" erst mal auf die Ersatzbank setzte? Der begeisterte Hobby-Fußballer stellte seine Erfindung, den "Soccer Performancesack", vor. Der soll auch bei Minusgraden die Beine der Sportler auf der Bank warmhalten.
Auch Dagmar Wöhrl kennt das Problem: "Ich hab immer am Rand gesessen, weil mein Vater beim 1. FC N gespielt hat." Dennoch fand sie die Zielgruppe zu nischig. "Warum spezialisieren Sie sich auf Sport? Bei mir im Garten könnte ich mir das gut vorstellen. Da würde ich sechs oder sieben kaufen, wenn ich Gäste hab." Kein Deal!
Ebenfalls glücklos: "ahead" aus Hamburg. Die ehemaligen Bundeswehr-Offiziere Philip Brohlburg (links) und Johannes Schröder präsentierten "den ersten pflanzlichen Omega-3-Riegel weltweit, der DHA aus Meeres-Mikroalgen enthält und so auch Vegetariern diesen wichtigen Nährstoff zugänglich macht". Nicht nur die Idee schmeckte den "Löwen".
"Bisschen darf ich ja vielleicht auch mal", beschloss Carsten Maschmeyer (links), der eigentlich keine Nüsse verträgt, nachdem seine Kollegen so geschwärmt hatten. Die Bewertung von 4 Millionen Euro verdarb allerdings allen den Appetit. "Kein Mensch würde Sie auf 4 Millionen schätzen", beschwerte sich Georg Kofler (Mitte).
Kein guter Tag für Maschmeyer: Auf das nächste Produkt reagierte er ebenfalls allergisch. "Ich bin Nicht-Reiter, weil ich eine Pferdehaar-Allergie habe", erklärte er Christina Terbille (links) und Sarah Wendlandt von "Die Pferde App". "Ich muss um Pferde einen großen Bogen machen, hoffe aber, dass Sie erfolgreich ins Ziel reiten."
Gut, dass die Damen beim Pitch nicht ihn, sondern Ralf Dümmel zum Chef eines Pferdebetriebs beförderten. Der kam beim Stallmanagement ganz schön ins Schwitzen ("Die sind aber auch alle krank. Was läuft denn hier verkehrt?"), sah mit Mütze allerdings prima aus.
Alle "Löwen" waren von den kompetenten Gründerinnen begeistert, investieren wollte aber niemand. Also entschied sich Pferde-Allergiker Maschmeyer kurzerhand um: "Sie sind Bombe! Bilderbuch-Gründertypen!" Da er die App auch für andere Branchen sah, bot er 150.000 Euro für 24,9 Prozent. Deal!
Und zum Schluss kam nicht zusammen, was eigentlich zusammengehört! Jakob Schneider, Johannes Weckerle und Matthias Albrecht (von links) aus München haben mit "CLEW" eine innovative Snowboard-Bindung entwickelt, durch die sich das lästige An- und Abschnallen erübrigt.
Der leidenschaftliche Snowboarder Frank Thelen (Mitte) war zufälligerweise schon auf der Suche nach so einem System, hatte bereits alle Hersteller abgeklappert. "Ein großer Problemlöser", lobte er die Gründer. "Nathalie, meine Frau, hat Step on von Burton", erklärte er. "Aber in meiner Größe liefert Burton das nicht."
"46? Wer hat denn so große Füße? Ist doch unnormal, Frank!", warf Judith Williams ein. Das tat wenig zur Sache, doch Frau Williams hatte auch schlaue Anmerkungen: "Wenn ich mir überleg, was du die Stunde kostest, Frank, ist es einfacher, du investierst! Das ist sparsamer."
"Wir finden, du solltest das machen!", drängte auch Maschmeyer (hinten links). "Hier sind ja jetzt schon sieben Leute, die pitchen", stellte Dümmel (vorne rechts) fest. Doch Thelen (hinten rechts) hatte bei dem "Nischenmarkt" Bedenken, rang sich aber schließlich zu einem Angebot durch.
"Ich würd' das machen - aus Passion. 200.000 für 30 Prozent. Darunter kann ich es nicht machen. Es ist unwahrscheinlich, dass wir daraus eine 100-Millionen-Firma machen. Das muss ich fairerweise sagen." Doch "CLEW" wollten nicht mehr als 20 Prozent herausrücken - und gingen. Williams fasste sich an den Kopf: "Wie kann man den Deal nicht nehmen?!"
Maschmeyer (links) ergänzte: "Das werden sie wahrscheinlich bereuen!" - "Die wissen nicht, welche Herausforderungen jetzt vor ihnen stehen", erklärte sich Frank Thelen die Absage. Dass er überhaupt ein Angebot gemacht hatte, wollte Williams (rechts) dann noch mal ausdrücklich loben: "Das war mit dem Herzen gesprochen, Frank!"