"Halleluja, geht's hier ab!": Jury-Zoff bei "Grill den Henssler"

Zum Schluss gab es doch noch einen kleinen Eklat: Beim Staffelfinale von "Grill den Henssler" flogen in der Jury die Fetzen. Man darf gespannt sein, ob die Jury in gleicher Besetzung 2020 zur elften Staffel zurückkehrt.

Schwung gab's im Staffelfinale von "Grill den Henssler" (VOX) nicht nur, als Barbara Becker mit dem Küchentuch wedelte. Am Jurorentisch tobte ein Orkan. "Halleluja, geht's hier ab!", feixte Steffen Henssler, als Christian Rach ("Blauwal!") und Reiner Calmund ("Hungerhaken!") übereinander herfielen. Am Ende gab's sogar eine "Teufelsaustreibung"!
Da war's noch friedlich. Moderatorin Annie Hoffmann, Steffen Henssler und die Promi-Gegner Tom Beck, Koch-Coach Maximilian Lorenz, Axel Stein und Barbara Becker (hinten von links) beim Erinnerungsfoto mit den Juroren Christian Rach, Mirja Boes und Reiner Calmund (vorne von links). Kurz danach flogen schon die Fetzen!
Die Schauspieler Axel Stein (rechts) und Tom Beck eint die Tatsache, dass sie beide schon mal Steffen Henssler bezwingen konnten. "Ich hab' Bock, den Henssler wieder zu grillen", war Axel bester Dinge. "Vaddi ist heiß!", sprach sich auch Henssler Mut zu. "Ich muss Vollgas geben. Axel ist so'n linker Vogel!"
Beim Impro-Gang galt es, Entenkeule, Zucchiniblüten und Glasnudeln in etwas leckeres Hübsches zu verwandeln. Anfangs in der Fritteuse sah es aber gar nicht so hübsch aus: "Jetzt wissen wir auch, wo die alten Haare von Gottschalk gelandet sind", meinte Henssler mit Blick auf die dünnen Nudeln. Gottschalk in der Fritteuse, Schalk im Nacken ...
Juror Christian Rach sah zwei "großartige" Teller. "Ich arbeite an guter Laune!", gab er sich friedlich. Allerdings - angesprochen auf die ruhige Stimmung in der Jury - auch ohne Illusionen: "Das kann sich nur um Minuten handeln ..." Nahezu prophetische Worte. Die Promis (von links: Tom Beck, Axel Stein, Barbara Becker und Koch-Coach Maximilian Lorenz) hatten andere Probleme: Sie mussten eine Auftaktpleite verdauen.
"Boah, schmeckt das sch....!" Henssler maulte beim Zwischenspiel "Tubenschmecken". Axel Stein (rechts) schlagfertig: "Das hat sicher der Steffen gekocht!" Henssler leitete die Attacke geschickt um - Zeit fürs traditionelle Kollegen-Bashing: "Ja, und zwar nach 'nem Rezept von Tim Mälzer!" Hochmut kommt aber vor dem Fall: Die Promis gewannen das Intermezzo.
Axel ärgerte seinen langjährigen Freund Henssler ("Bei uns heißt Steffen ja Mariah, weil er immer so rumzickt!") gleich mit der Vorspeise: Pfannkuchen mit Hack! Henssler: "Wahnsinn! Wer frisst denn so was?" Moderatorin Annie Hoffmann: "Das doofe Gesicht von Steffen war wie inneres Blumenpflücken, oder?" Axel: "Och, das hat er doch immer!"
Axel hatte Labertäschchen Annie ganz gut im Griff ("Annie, erzähl du doch mal was aus deinem Leben!"), sehr zur Freude von Koch-Coach Maximilian Lorenz. Der Sterne-Koch gab sein "GdH"-Debüt - und wurde von Gang zu Gang hibbeliger. Bei der Vorspeise klappte es: Auf die Sekunde wurden die Teller eingedeckt. Und das Jury-Drama konnte beginnen ...
"Ich bin enttäuscht!" Mit Rachs guter Laune war es rasch vorbei. Er sprach von "uncharmanten Versuchen" und punktete flach. Hoch ging er bei der höheren Wertung der Kollegen ("Och, hör auf, ich geh nach Hause!"). Calli: "Mir hattet jeschmeckt!" Rach entgegnet sauer: "Einfacher Geschmack braucht einfaches Gericht." Calli kontert: "Vorsischt, du Hungerhaken!"
Henssler ("Halleluja, geht's hier ab!") freute sich über den Jury-Zoff. Zumal er die Vorspeise 21:16 gewann. "Jetzt steht's 1:1, Axel. Musst halt mal wiederkommen." Stein trocken: "Na, vielleicht bist du dann wieder bei 'nem anderen Sender, weiß man ja nicht bei dir." Henssler lachte herzlich mit: "Der war echt gut!"
Sie schauen nicht zu Unrecht bedröppelt. Das Promi-Trio verlor weiter. Auch das zweite Zwischenspiel ging an Henssler - weil Axel Stein eine falsche Antwort rausgerutscht war. Henssler feixend: "Danke Axel, bist ein super Kumpel. Ich wusste immer, dass du eigentlich auf meiner Seite stehst."
Barbara Becker forderte Henssler zu "Seeteufel en Papilotte" heraus. Ihr größter Gegner war, abgesehen davon, dass sie sich in den Finger schnitt und sich selbst als "Bärbel" beschimpfte - Plauder-Annie. Koch-Coach Maximilian schabte unruhig im Stuhl, Axel wurde deutlicher: "Annie, kannste nicht mal Steffen ablenken?"
Ganz großer Moment! Tom Beck ("Ha, da steht zufällig eine Gitarre!") und Axel Stein jammten. Weil Barbara daheim beim Kochen immer Stevie Wonder hört, intonierte Beck (der Mann kann nicht nur "Cobra 11" und "Einstein", sondern hat fünf Alben veröffentlicht) gekonnt "I Just Came To Say I Love You". Stein sorgt für den Rhythmus.
Warum eigentlich Seeteufel? Barbara wollte damit Henssler huldigen, weil sie mal in einem seiner Restaurants so guten Fisch gegessen hatte. Henssler erinnerte der Fisch an etwas anderes: "Der ist wie Mälzer. Schlechte Zähne und hässlich!" Mirja Boes relativierte: "Hässlich, aber 'n netter Kerl. Und lecker." Sie meinte den Fisch.
Es kam noch besser. Als es ans Anrichten ging und es mächtig eng wurde, feuerte Beck mit einem Medley improvisierter neuer Songs an: "Barbara, dreh' den Herd runter und mach's mir heiß!", "Das muss schneller geh'n!", "Streng dich an, Barbara!" und "Die Babs, die grillt den Henssler". Alle mit Gassenhauer-Potenzial.
Barbara und Maximilian scheinen fassungslos. Aber so ging es allen, denn am Jurorentisch gab's Terz. Als Calli dozieren wollte "Mein Lieblingsfisch is ..." fiel ihm Henssler ins Wort: "Blauwal!" Da war Schluss mit lustig! Calli: "Pass op! Wenn der Blauwal gleisch rüberjeschwommen kömmt, dann kriechse keine Luft mehr, dann hältse die Schnauze!"
"Ätsch, die Leute mögen uns viel mehr als dich!", hatte Mirja Boes noch in Richtung Rach gestichelt, da wandelte sich der Vielgeschmähte zum Punktemaximalisten: Hensslers "Mälzerfisch" bekam von ihm 9, das Promiteufelchen 8 Punkte. Keiner votete höher. Mirja: "Ja, das Loben haben wir mit ihm Backstage geübt!" Aber es hielt nicht lange ...
Tom Beck bat Henssler zu "Armer Ritter mit Glühweinzabaione und Birnen". Seine eigene vorweihnachtliche Nachspeise bekam zu viel Hitze ab: "Brandenburg!", monierte Rach verkohlte Brotteilchen. "Komm, zeig doch mal Menschlichkeit", rief ihn Mirja auf. Rach versprach "wohlwollende" Bewertung. Und versenkte die Nachspeisen mit 4 und 5 Punkten!
Maximilian war baff, wie die Jury eskalierte. Mirjas Lob "Aus beiden Tellern hätte man einen perfekten basteln können!" kommentierte Rach hämisch mit "Ach Gott!" Dann drohte der "rasende Rach" übergriffig zu werden, näherte sich Calli. "Bleib von meinem Teller weg!", wehrte sich der, "ich will keinen Teufel an meinem Tisch!" Ein Seeteufel reicht.
Mirja gab zweimal 8 Punkte, "raging Rach" schnaubte. Calli ("Christian, uns hat's jeschmeckt, du bist der Außenseiter!") gab gar 8 und 10 (für Henssler). "Das tut weh!", fiel Rach fast vom Glauben ab. Aber, so Calli, der Grandseigneur der Jury und deren Urgestein sowieso: "Du bist außer Konkurrenz. Schluss, aus, Nikolaus!"