Am Haken! Krasser war noch keine Mutprobe bei "Joko gegen Klaas"

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Für "Körperexperimente" ist Charlotte Roche durchaus zu haben - was man seit ihrem Bestseller "Feuchtgebiete" weiß. Bei einer neuen Ausgabe von "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" wagte die 41-Jährige die wohl krasseste Mutprobe aller TV-Zeiten.

Der Zuschauer hatte nicht den falschen Kanal gewählt. Da zeitgleich zu "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" bei RTL die Live-Konkurrenz "Denn sie wissen nicht, was passiert" lief, ließen es sich Klaas Heufer-Umlauf (links), Moderatorin Jeannine Michaelsen und Joko Winterscheidt nicht nehmen, als Thomas Gottschalk, Barbara Schöneberger und Günther Jauch aufzutreten.
Heufer-Umlauf sah dem Original Gottschalk - ok, bis auf die Körpergröße - so verblüffend ähnlich, dass er sich der Verkleidung inklusive Supernase nicht entledigte. Dabei lief die Show bis nach Mitternacht. Und es wurde schmerzhaft. Nicht nur für Heufer-Umlauf, der sich zunächst Nadeln in die Haut stecken musste.
Das ist Stanislav. Der "verrückte" Russe war bereits 2015 in einer Ausgabe von "Joko gegen Klaas" zu sehen. Stanislav pflegt eine besondere Leidenschaft. Mit vier Titan-Haken gesichert, die "einfach nur" in seinen Rücken gepierct werden, stürzt sich der Mann in die Tiefe.
Joko Winterscheidt (links) sollte sich bereits 2015 mit dem "Russen am Haken" (Stanislav) in die Tiefe stürzen. Das allerdings nur in der Tandem-Variante. Bedeutete: Winterscheidt wurden damals keine Titan-Sicherungen gepierct. Dennoch verweigerte er. Roche hingegen sollte erst springen, nachdem ihr die Haken unter die Rückenhaut gerammt wurden.
Charlotte Roche war an der Extrem-Herausforderung nicht ganz unschuldig. Im Vorfeld hatte sie Heufer-Umlauf mehrfach darauf aufmerksam gemacht: "Bei mir kannst du richtig ans Eingemachte gehen."
"Für mich ist es wichtig zu zeigen, dass Frauen dicke Eier in der Hose haben", erklärte Roche. Mit "Trockenübungen" wie einer Gabel im Rücken wollte die Moderatorin herausfinden, wie viel Pein ihre Haut wohl ertragen würde. Dann ihre Entscheidung: "F..k it, ich mache den Sprung."
Dann gab es kein Zurück mehr. Stanislav zeigte sich vorab nicht als der beste Motivator. Der Bungee-Irre meinte: "Der schlimmste Teil ist der, bei dem du die Haken in den Rücken bekommst." Später mit vier recht großen Bolzen unter der Haut bestätigte Roche: "Es war ein richtiger Schmerzschock, Wahnsinn, wie weh das getan hat."
Aua! Das schmerzt doch schon beim bloßen Hinsehen. Und erst das Ertragen der puren Gewalt in zartem Roche-Fleisch. Nachdem die Moderatorin die vier Bolzen mitsamt Titan-Haken unter der Haut hatte, ließ sie wissen: "Mir kam öfter mal die Kotze hoch." Schließlich aber beruhigte sie sich. Und ging hoch. Auf die Brücke. Zum Sprung in die Tiefe.
Stanislav zählte einen Countdown Und dann tat Charlotte Roche das, was keiner für möglich gehalten hatte. Sie sprang mit einem Bungee-Seil nur an ihrer eigenen Haut "befestigt" von einer Eisenbahnbrücke. Wie sich diese Erfahrung wohl angefühlt haben mochte? Roche erklärte es mit diesen Worten: "Ich dachte, mein Körper und das Gehirn explodieren von den Schmerzen." Nachahmenswert? Auf gar keinen Fall!
Blitze von Schmerz durchzuckten Roches Körper immer wieder. Denn sie musste nach ihrem Sprung erst noch auspendeln. "Ich hing wie so ein Karnickel an meiner eigenen Rückenhaut", erinnerte sie sich. Stanislav hingegen stand oben auf der Brücke. In einer beachtlichen Seelenruhe bemerkte der Voll-Tätowierte mit einem Mix aus Respekt und Ungläubigkeit: "Sie hat's geschafft. Großartig!"
Joko Winterscheidt (rechts), der auch schon einige unwirtliche Erfahrungen gemacht hat, verneigte sich im Studio vor dem Wahnsinn der Roche (rechts): "Man könnte die Sendung nach diesem Film beenden. Es kann nicht mehr krasser werden." Da hat er wohl Recht.
Roche zeigte ihren Rücken. Schlimme Folgen waren aber erstaunlicherweise keine zu sehen. Nur ein paar längst zugewachsene und verheilte Piercingnarben. Alles halb so schlimm, also? Roche sagte über ihre wohl einmalige Erfahrung: "Das Gefühl beim ersten Ratscher beim Sprung war, als würdest du zehn Kinder gleichzeitig bekommen - aus dem Rücken heraus!"
Bei all dem Wahnsinn um Charlotte Roche ging fast unter, dass auch andere Promis verrückte Mutproben zu meistern hatten. Max Giesinger beispielsweise! Er sollte seinen Hit "80 Millionen" singen. Das allerdings auf einem Schiff. Vor den Azoren im Atlantik. Dort schleuderten fünf Meter hohe Wellen nicht nur einen kleinen Kutter wild umher.
Auch bei dem Sänger (und einer gesamten Filmcrew) ging es ans Eingemachte. Und wie! Giesinger wurde seekrank, alle wurden seekrank.
Giesinger "spuckte" mehr seinen Hit, als dass er ihn sang. Der Film wurde zu einem Schauspiel des Unappetitlichen. Giesinger: "Ich habe so krass gekotzt, dass ich es geschafft habe, eine Kotztüte kaputt zu kotzen."
Hier sah es noch gemütlich aus, was Bill (links) und Tom Kaulitz in der Steppe Südafrikas erleiden mussten. Sie saßen im kleinsten Tokio Hotel der Welt - einem Mini-Glaskasten. Nachts allerdings kamen die Löwen. Sie "schnupperten" sehr eindeutig an den beiden. Tom über die Natur-Erfahrung: "Mehr Afrika geht nicht. Wir hatten die volle Dröhnung."
"Bachelor" Paul Janke wiederum wurde nach Nigeria geschickt, wo die zweitgrößte Filmindustrie der Welt angesiedelt ist: "Nollywood" bringt jedes Jahr mehr als 2.000 Streifen von mitunter haarsträubender Qualität hervor. Und Janke sollte als deutscher Superstar in einem davon mitspielen: "Fury Blood Warrior 3: Commando Killerninja".
Das Besondere waren weniger die billigen Trickeffekte, die nachträglich in den Film eingebaut wurden, sondern eher die Drehzeit: Janke wurde vom Flughafen abgeholt - und es ging direkt los. Zwei Minuten fürs Drehbuch, gefilmt wurde das Ganze binnen weniger Stunden. Fatal: "Ich kann mir Texte nicht so gut merken."
Und wer hat am Ende gewonnen? Das wurde angesichts von Roches Extrem-Leistung fast schon zur Nebensache. Diverse Studiospiele verlangten auch den Gastgebern Härten ab - wie etwa das Wetttrinken von Wurstwasser (Bild). In anderen Challenges mussten Fotofallen ausgelöst werden - in dem Moment, in dem Joko und Klaas ein Gegenstand ins Gesicht knallte.
Bei "Joko gegen Klaas" muss es immer auch einen Gewinner geben. Dieser wurde - neben freilich der Krass-Roche - Klaas Heufer-Umlauf. Gestoppt von Industriekleber robbte er sich live zum Siegerpokal. Nun darf er sich auch mal wieder Weltmeister nennen. Zumindest bis zur nächsten Ausgabe von "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt".