"Jenseits der Mauer", die sechste Folge der siebten Staffel von "Game of Thrones", führt Jon Schnee und seine Gruppe in den eisigen Norden. Dort treffen sie auf die riesige Armee des Nachtkönigs und noch größere Logiklöcher.

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Achtung, Spoiler: Wer absolut nichts über die siebte Staffel wissen will, sollte lieber nicht weiterlesen.

Alles andere als clever

Wir erinnern uns: In der letzten Folge kam Jon Schnee (Kit Harington) auf die glorreiche Idee, hinter die Mauer zu ziehen, um einen Eiszombie aus den Horden des Nachtkönigs einzupacken.

Der Untote soll Cersei Lennister (Lena Headey) davon überzeugen, den Krieg gegen Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) ruhen zu lassen und sich dem Kampf gegen die eisige Armee aus dem Norden anzuschließen.

An Naivität ist diese Idee kaum zu übertreffen. Nicht nur, dass man so einen Zombie erst mal fangen muss. Cersei war darüber hinaus auch schon von Danys feuerspuckendem Ungetüm nicht sonderlich beeindruckt und sollte daher - mit Blick auf ihren Leibwächter - auch mit wandelnden Toten keine größeren Probleme haben.

Einer der klügsten Sätze der Episode stammt daher von Tormund (Kristofer Hivju), der die Mission im Norden perfekt beschreibt: "Clevere Leute kommen nicht hier hoch und suchen nach Toten."

In der neuen Folge gibt es sensationelle Enthüllungen und Rückkehrer.


Um sich aufzuheitern, schwärmt Tormund dem Hund (Rory McCann) daher ein bisschen von seiner Traumfrau vor. Damit meint er natürlich Brienne - und hinterlässt damit keinen allzu guten Eindruck bei Clegane; der musste schließlich eine schmerzhafte Niederlage gegen sie einstecken, die ihn beinahe das Leben kostete.

Dann wird endlich gekämpft. "Der erste und der letzte Feind ist der Tod - und er wird auch immer gewinnen." So bereitet Beric Dondarrion (Richard Dormer) Jon und die Zuschauer schon mal auf das vor, was danach kommt: ein Zombiebär.

Der nachfolgende Kampf sieht erstens gut aus und sorgt zweitens dafür, dass es mit Berics Wiederbelebungen vorbei ist - denn Thoros (Paul Kaye) wird schwer verletzt und erliegt später seinen Verletzungen.

Nach kurzer Zeit treffen sie auf eine kleine Gruppe Zombies, angeführt von einem Weißen Wanderer.

Dieser Kampf findet jedoch schnell ein Ende, denn nachdem Jon den Anführer niederstreckt, verlieren auch die anderen Angreifer ihr "Leben". Glücklicher- und seltsamerweise ist aber noch ein Eiszombie übrig, der auch gleich eingepackt wird.

In Game of Thrones stecken viel mehr reale Ereignisse als vermutet.


Die Drachenkönigin als letzte Chance

Gleich um die Ecke wartet allerdings die Horde des Nachtkönigs. Das scheint Jon zu überraschen, denn just in dem Moment (und beispielsweise nicht schon, bevor er losgegangen ist) entscheidet er, Gendry (Joe Dempsie) zurück zur Ostwacht zu schicken, um Hilfe von Daenerys anzufordern.

Gendry rennt also kurz einmal quer durch den eisigen Norden und schickt dann einen Raben los.

Derweil werden die anderen auf einem gefrorenen See von der Zombie-Armee umzingelt. Dank einer glücklichen Fügung bricht allerdings das Eis ringförmig um die Gruppe ein und hält die blauäugigen Untoten fürs Erste auf.

Verzweifelt versuchen sich Jon und seine Anhänger gegen die Zombies zu verteidigen. Und gerade, als die Lage endgültig aussichtslos erscheint, kommt Daenerys angeflogen. Zur Feier des Tages hat sie diesmal alle drei Drachen mitgebracht, die eine Schneise der feurigen Zerstörung durch die Untoten schlagen.

Der Nachtkönig ist davon allerdings weder angetan noch beeindruckt und holt den Drachen Viserion mit einem gezielten Speerwurf vom Himmel.


Viel Zeit zum Trauern bleibt allerdings nicht, denn jetzt gilt es der riesigen Armee von Untoten zu entkommen. Alle sehen die Notwendigkeit zur Flucht, lediglich Jon muss noch ein bisschen den Helden spielen.

Prompt wird er von den Zombies in den See gezogen - schafft es allerdings natürlich wieder heraus. Jon Schnee ist einfach nicht zu töten ...

Bei seiner weiteren Flucht von seinem Onkel Benjen Stark unterstützt. Der gibt ihm sein Pferd und stellt sich der Zombie-Horde in den Weg. Gut, er hätte auch mitreiten können, aber Jon ist ja nicht der einzige Held hier!

Mit letzter Kraft erreicht er die Mauer und ist endlich mit Dany wiedervereint, die auch schon sehnsüchtig auf ihn gewartet hat.

Dank ihrer Rettungsmission ist er jetzt bereit, sie als seine Königin anzuerkennen. Lediglich das Niederknien muss er aus Unterkühlungsgründen verschieben.

Für ein bisschen Händchenhalten reichen seine Kräfte aber noch. Hoffen wir, dass Jon bald etwas von seiner Herkunft erfährt, denn er steuert hart auf eine Liebesbeziehung mit seiner Tante zu.

Fassen wir die Mission im Norden also noch mal zusammen: Der Nachtkönig hat jetzt einen Drachen.

War es also eine gute Folge?

Die Mission "Fangen wir einen Zombie und zeigen ihn Cersei" wirkt alles in allem sehr konstruiert.

Und konsequenterweise hätte man auch die ganze Folge im Norden spielen lassen und Arya und Sansas Streitereien in Winterfell auf nächste Woche verschieben können.

Die Episode wirft auch weitere Fragen auf:

  • Wo hat der Nachtkönig diese riesigen Ketten her, mit denen die Untoten den Drachen aus dem See ziehen? Aus dem örtlichen Baumarkt?
  • Und wer ist runtergetaucht, um sie anzubringen? Die Zombies, die angeblich nicht schwimmen können?
  • Dauert es nicht ziemlich lange, bis Gendry zur Ostwacht gerannt ist?
  • Dauert es nicht ziemlich lange, bis ein Rabe von der Mauer bis nach Drachenstein zu Dany geflogen ist?
  • Und auch wenn Drachen recht schnell sind: Dauert es nicht ... Sie wissen, worauf wir hinauswollen.
  • Hätte man nicht gleich mit einem Drachen hochfliegen können?
  • Sollte Danenerys nicht ein wenig trauriger über den Verlust eines ihrer Kinder sein?
  • Und ist Jon jetzt tot oder lebendig? Die Hinweise für Ersteres häufen sich jedenfalls.

Optisch war es aber natürlich wieder ein Fest und man darf man sich auf den Showdown im Staffelfinale freuen. Hier gibt es einen Vorgeschmack:


Die siebte Staffel "Game of Thrones" läuft seit dem 17. Juli auf Sky - die neuen Folgen sehen Sie immer montags ab 20:15 Uhr auf Sky Atlantic.