Es ist gerade äußerst dünn an der Trash-TV-Front. "Das Sommerhaus der Stars" wurde eben erst nach hinten verschoben und so müssen alle Freunde des Gaga-Fernsehens momentan nehmen, was kommt. Und gerade hier macht die einzige Alternative, "Paradise Hotel", schlapp, wie die jüngste Folge eindrucksvoll unter Beweis stellt.

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Das hat man sich bei RTL sicher anders vorgestellt. Die Trash-Kuppelei "Paradise Hotel" lief ja in den ersten beiden Folgen schon ein bisschen zäh an. Da gab es bisher nichts, was nicht so oder so ähnlich auch in den Dorf-Diskotheken der Republik hätte stattfinden können.

Und in dieser an Dienstverweigerung grenzenden Unterhaltungstristesse musste ausgerechnet der zuerst gehen, der als Einziger noch ein wenig Fremdscham-Charme versprühte: Tobi.

Tobias hinterlässt eine Trash-TV-Lücke

Der Trash-TV-Hoffnungsträger, der die Staffel bisher mit so poetischen Wortbeiträgen wie "Wer bumsen will, muss freundlich sein. Das soll jetzt auch nicht so plump rüberkommen" bereichert hatte, musste in Folge zwei seinem Konkurrenten Andreas im Kampf um das Herz von Luisa das Feld überlassen.

Nun wird man nie erfahren, ob er tatsächlich die Sache mit dem Sex vor laufender Kamera - wie angekündigt - umgesetzt hätte. Aber gut, manche Sachen sollten besser für immer ein Geheimnis bleiben.

Trotzdem hinterlässt der gute Tobias mit seinem Stakkato-Lachen bereits nach zwei Folgen eine Trash-TV-Lücke, die erst einmal gefüllt werden will. RTL geht die Aufschüttversuche zunächst recht konventionell an: mit einem nackten Hintern.

Gut, das ist nicht besonders originell, aber in Dürrezeiten ist selbst ein kleines Popöchen Wasser auf die Trash-TV-Mühlen. Also darf auch Andi, nachdem Tobi bereits einmal blank zog, sein Gesäß beim Duschen ins Sonnenlicht halten.

Im Vergleich zu den Morgenritualen in den anderen Zimmern, ein harmloses Vergnügen.

Singles sind nicht gerne gesehen

Yücel bereiten nämlich ganz andere Körperteile Sorgen: "Als ich aufgewacht bin, hab' ich auf einmal Chelly mit 'ner Maske gesehen. Hab' ich mich natürlich am Anfang erschrocken: Oh Gott, was ist das denn jetzt?"

Im Zimmer von David und Michelle wird zur gleichen Zeit erprobt, was RTL nicht alles für sendefähig hält. Als David seine Bettgenossin Michelle sanft weckt, begrüßt die ihn mit einer kurzen Darmwind-Fanfare. Immerhin hat sie die vorher ordnungsgemäß angekündigt. Ja, Unterhaltungsfernsehen ist ein sehr dehnbarer Begriff.

Da sich RTL glücklicherweise entscheidet, nicht auf diesem Niveau weitersenden zu wollen, geht es alsbald um das vermeintlich eigentliche Thema der Show: die Paarfindung.

Da dazu aber in der Regel nur zwei gehören, ist die Situation bei Andi, Luisa und Julia verzwickt: Luisa mag Andi, Andi mag aber lieber Julia und Julia äußert sich diesbezüglich bislang nur recht vage: "Ich fühl mich echt so beschützt bei ihm."

Hier kommen wir also vorerst nicht weiter und deshalb schenkt RTL in Folge drei personell noch einmal nach. Evelina und Nikita heißen die beiden neuen Damen und sollen der ganzen Männlein-Weiblein-Konstellation eine gewollte Unwucht geben, so dass die Frauen sich nun anstrengen müssen, um einen Partner zu finden.

Denn nur wer nach der "Paarzeremonie" einen Bettgenossen vorweisen kann, so die Regeln der Show, darf weiter dabei bleiben. Singles sind hier nicht gern gesehen.

"Paradise Hotel": "Verzweiflung" bei den Damen?

"Hab' ich gar keinen Bock drauf", nimmt Cheyenne deshalb Notiz von der Konkurrenz. "Wir haben uns natürlich gefreut auf Neuzugänge", freut sich hingegen Yücel natürlich auf Neuzugänge.

Und Omar? Der schätzt den neuen "Frauenüberschuss" irgendwie richtig, aber doch so falsch ein: "Jetzt fängt bei dem einen oder anderen Mädchen die Verzweiflung an." Dass man den ganzen Unfug auch freiwillig verlassen kann, kommt ihm nämlich offenbar nicht in den Sinn.

Den Damen allerdings auch nicht und deshalb müssen sie zusehen, wie die beiden Neuen mit Yücel, Tuncay, Andi und Omar eine exklusive "VIP-Party" am Strand feiern dürfen. Während sich die auserwählten Herren freuen, versteht der verschmähte David am schnellsten, was die Situation im Umkehrschluss für ihn bedeutet: "Ich bin zufrieden, ist okay so. Ich bin mit fünf Mädels hier nachher."

Doch bevor die Party steigen kann, verständigen sich Julia, Luisa, Andi und Omar einvernehmlich darauf, doch die Partner zu tauschen. Dann aber schmeißen sich die Herren endlich in ihre zu kurzen Hosen und zu weit aufgeknöpften Hemden, um was auch immer zu machen, wie es Yücel andeutet: "Wie treu ich bin heute Abend, wenn ich offen und ehrlich bin, bin ich eher nicht so treu."

"Paradise Hotel" oder die Frage: Wie schmeißt man eine Party?

Nun weiß man nicht, was man bei der Produktionsfirma unter "VIP" und unter "Party" versteht, aber zumindest für den Zuschauer war das Ganze weniger Party als vielmehr eine lose Rudelbildung.

Auch die Stimmung bei den Zurückgelassenen ist eher medium, weil sie sich mit einer Palette Dosenbier in Sackleinen hüllen müssen. Erst, als beide Gruppen wieder zusammengeführt werden, steigt die Stimmung – nur nicht beim Zuschauer. Was auch immer sich RTL dabei gedacht hat: Das ist Fernsehen in seiner zähesten Form.

Dementsprechend ist man als Zuschauer nicht ganz undankbar, als Folge drei endlich ihrem Ende entgegen taumelt.

Doch bevor wenigstens die abschließende "Paarzeremonie" noch etwas Spannung in diesen drögen Fernsehabend hätte bringen können, bricht RTL Folge drei kurz zuvor ab und vertröstet den Zuschauer mit dem Versprechen auf ein Ende der Ereignislosigkeit auf die kommende Folge.

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