Krasses Exorzismus-Schicksal: DSDS-Kandidat berührt mit Herz und Stimme

Ein schwuler Sonnenschein, der sich gerne schminkt und es liebt zu twerken - auf den ersten Blick passt Marcio Pereira Conrado perfekt in die DSDS-Paradiesvogel-Schublade. Doch der Schweizer hat eine düstere Vergangenheit.

Marcio Pereira Conrado (26) wäre perfekt für die Paradiesvogel-Schublade von "DSDS" geeignet. Doch der Schweizer mit brasilianischen Wurzeln hat eine düstere Vergangenheit, von der er in der RTL-Show erzählte ...
Zum 500. Mal zeigte RTL eine Sendung mit Dieter Bohlen (rechts) als Jury-Oberhaupt - in zusammengerechnet 30 Staffeln "Deutschland sucht den Superstar" und "Das Supertalent" hat er vieles gesehen: schräge Vögel und arme Schweine, große Talente und Selbstüberschätzer. Seine Jubiliäumsfolge begann mit dem unappetitlichen Geständnis eines Kandidaten.
"Angepisst" wurde nämlich einst die Hecke von Dieter Bohlens Anwesen, wie Kandidat Sebastian Kempin (30) dem Pop-Titan gestand - sein Zwergspitz Muffin war der Übeltäter. "Das hält die Hecke aus", zeigte sich Dieter Bohlen nachsichtig. Kritisch wurde er jedoch, nachdem Sebastian seinen ersten Song angestimmt hatte ...
"Das Problem bei Pietro-Songs: Wenn Pietro sie nicht singt, klingen sie immer scheiße", kommentierte er Sebastians Version von Lombardis "Nur ein Tanz". Für "Unter die Haut" von Tim Bendzko feat. Cassandra Steen gab's dafür drei Stimmen (außer Lombardis), auch weil alle Bohlens Meinung waren: "So einen sympathischen Kandidaten hatten wir selten."
In dieser Folge hatten jedoch viele eine positive Ausstrahlung, mal gepaart mit mehr, mal mit weniger Talent. Und mal mit dem falschen: Tatjana Weigel (27) etwa überzeugte weder mit "Wild Thoughts" von DJ Khaled feat. Rihanna & Bryson Tiller noch mit Yavier Naidoos "Alles kann besser werden", doch ihr Tanz haute Profi Oana Nechiti um: "Supergut!"
Tanzen und Lebensfreude versprühen konnte auch die kamerunische Wahlschweizerin Adele Tankwa Nchoutnsu (25), die enthusiastisch Tina Turners "König der Löwen"-Song "He Lives In You" performte - leider mit zu dünner Stimme. Sie nahm die (sehr nett formulierte) Ablehnung gelassen: "Wenn etwas nicht passt, heißt das nur: Es war nicht mein Weg."
Ebenfalls aus der Schweiz angereist war Geraldine Rudolf von Rohr (26), die "I Will Be" von Leona Lewis sang. Damit wurde sie allerdings einstimmig abgelehnt. Ihr Ausscheiden nahm sie klaglos hin: "Es war trotzdem cool, euch mal live zu sehen." Lombardis Fazit: "Eins muss man den Schweizern lassen - die sind so sympathisch, auch wenn die rausfliegen!"
Neben netten Schweizerinnen wurde der jüngste Juror zweimal mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Etwa als Linda Weber (26) von Oana Nechiti begrüßt wurde mit: "Du siehst ein bisschen aus wie Sarah" (Lombardis Ex). Sie sang wie eingangs Sebastian "Unter die Haut" und gefiel Bohlen und Naidoo. Ihr Glück: Dank ihres Naidoo-Jokers kam sie weiter.
Das zweite Ex-Flashback bescherte Lombardi Letizia Fischer (23), der man ihren Beruf - Immobilienmaklerin! - nicht ansah. Ihren Vornamen trug auch eine Verflossene des Jurors, der lachend verriet: "Ich hab für die sogar einen Song gemacht: 'Komm zurück'. Ich war 14." Tim Bendzkos "Keine Maschine" brachte die quirlige Schweizerin einstimmig weiter.
Kämpferisch zeigte sich Chiara D'Amico (18), die 2019 im Recall ausgeschieden war. "Ich finde, dass die Entscheidung nicht so gerecht war", ließ sie die Jury wissen. Diesmal sang sie "Ex's And Oh's" von Elle King, doch "die Nummer passt nicht zu dir", fand nicht nur Bohlen. Mit "Mein Herz" von Beatrice Egli überzeugte sie mehr: viermal Ja.
Gleich auf Anhieb begeistert war die komplette Jury von Kathrin "Katja" Bibert (20), die als Sängerin auf dem Clubschiff AIDA arbeitet und nun "When We Were Young" von Adele zum Besten gab. Eine "sehr schöne Ausstrahlung", attestierte ihr Oana Nechiti. "I like. Hast mich berührt", befand Xavier Naidoo und ein "Wow!" gab's von Pietro Lombardi.
Und noch mehr Frauenpower: Die mehrsprachige Wirtschaftinformatikstudentin Lorna Hysa (27) hat in ihrer Heimat Albanien bereits einige Fans als Sängerin. Bohlen fand ihr "Crazy" (Gnarls Barkley) dagegen "altmodisch und nervig", Lombardi fehlte das Gefühl, doch Nechiti und Naidoo gaben Lorna eine Chance. Ihr Nechiti-Joker brachte sie in den Recall.
Und wo blieben die Männer? Tja ... Alexander Winter (19) war mit Kumpel und YouTube-Partner Onur Ercin (21) angereist, der ihm als "Coach" markige Sprüche wie diesen mit auf den Weg gab: "Kontrolliere deine Ängste, bevor die dich kontrollieren." Und so scheiterte Alexander immerhin angstfrei an Pietro Lombardis "Bella Donna". Viermal Nein.
Denn ihr zuliebe ging er in eine sektenähnliche Kirchengemeinde, wo ihm seine Homosexualität durch Exorzismus ausgetrieben werden sollte. "Sie wollte mich nur schützen, hat es aus Liebe getan", nahm Marcio seine Mama in Schutz, die ihn heute so akzeptiert, wie er ist. Als Song hatte er "Be Careful" von Cardi B mitgebracht.
Die Jury war angetan: "Ich sehe einen Entertainer in dir", verriet Oana Nechiti, "das war echt gelungen". "Du hast schon Gefühl in der Stimme", fand Dieter Bohlen, und nachdem Marcio ausgiebig über sein einstimmiges Weiterkommen gejubelt hatte ("Überwältigend!"), bestätigte Xavier Naidoo noch mal: "Aus dem kann echt was werden."