"Deutschland sucht den Superstar": Pop-Titan Dieter Bohlen geht im DSDS-Halbfinale auf die Knie

Bei "Deutschland sucht den Superstar" weinten Kandidaten und Coaches weinen um die Wette. Lagerkoller und Balladen vertragen sich eben nicht so gut. Am meisten hätte Lydia heulen können. © 1&1 Mail & Media/teleschau

DSDS steht nicht mehr für "Deutschland sucht den Superstar" (RTL): Im Halbfinale war es das Kürzel für "Deutschland sucht den Superheuler", denn die Kandidaten (und ein Teil der Jury) öffneten die Tränenschleusen. Alle Nerven lagen blank - auch die von Dieter Bohlen und Florian Silbereisen. Ging Bohlen deshalb zu Boden?
Fünf Halbfinalisten - je zwei Songs! Das Motto lautete "Laut und leise". Jeder musste einen Uptempo-Song und eine Ballade vortragen. Beim Nabelschieber war Vocal Coach André am Klavier die einzige tonale Begleitung. Bohlen warnte: "Je weniger Instrumente, desto mehr Platz bleibt für den Gesang". Das wurde manchem beinahe zum Verhängnis.
Paulina Wagner hatte die "schwere Aufgabe" (Oana Nechiti), die Show zu eröffnen. Ohne Live-Publikum, dafür mit Publikumsjubel vom Band - während (!) des Songs. Mit "Unser Tag" (Helene Fischer) erwischte Paulina keinen Super-Tag. "Das war nicht deine stärkste Nummer", fand Pietro Lombardi.
Über Paulina gerieten der Pop-Titan (r.) und Schlager-Gott Florian Silbereisen aneinander! "Flori" sah Paulina mit Helene Fischer - "Sie ist die Perfekteste!" - schlicht überfordert. "Hättest du was von meiner Band Kubbb3 gesungen, wäre es einfacher gewesen." Dieter konterte: "Ja, aber die Kandidaten sollen ja GUTE Nummern singen!" Da schaute der Flori sparsam.
Bei "Leiser" (Lea) übermannten Paulina die Gefühle. Schon in der Probe hatte sie die Villa mit Tränen geflutet. Pietro lobte: "Du hast mich erreicht." Oana offenbar auch - denn die heulte gleich mit. Sie gab ihre Bonus-CD aus Gefühlsduselei. Florian mit Berechnung: "Ich gebe sie dir unter der Bedingung, dass du nie mehr einen Helene-Song singst."
Joshua Tappe hatte sein "Ich lass für dich das Licht an" (Revolverheld) noch nicht zu Ende gesungen, da wedelte Pietro schon mit seiner Bonus-CD! "Du hast mich tief ins Herz getroffen." Florian sah viele Gemeinsamkeiten mit Joshua: "Wir sind beide Drummer, spät zum Singen gekommen. Wir lieben Balladen. Von mir will die aber keine hören. Deine schon."
Bei der Ballade sah Dieter einen Joshua, der "da steht wie der Besen von Harry Potter". Beim zweiten Song ("194 Länder", Mark Forster) bewegte sich Joshua mehr, kam aber mit dem Rhythmus durcheinander. "Viele Fehler", monierte Dieter. Auch Pietro war ehrlich: "Für den zweiten Songs hättest du die Bonus-CD nicht gekriegt!"
Optisch eine Granate, stimmlich, so Dieter "ein Wackelpuddig". Bei Chiara D'Amicos "Tausend Träume weit" (Antonia aus Tirol), spürte Dieter die "Angst, ob du die Töne triffst". Florian sah es ähnlich: "Wir haben kein Publikum hier. Es hätte nicht geschadet, wenn 2.000 mitgesungen hätten." Dieter tröstete: "Du weißt: Jeder Wackelpudding ist süß!"
Auch seinen "Bro" Pietro nahm Dieter hoch. Erst wegen seines Holzfällerhemdes: "Du siehst aus wie der Typ mit der Mundharmonika: Michael Hirte!" Dann, als Pietro auf seine Entwicklung hinwies und sich selbst einen "alten Hasen" im Showgeschäft nannte, feixte Dieter: "Zeig mir mal nen Hasen mit 102 Kilo!"
Erst hatte Chiara Probleme mit dem Text von "Das Beste" (Silbermond), dann mit ihren Gefühlen. Schon vor dem Auftritt weinte sie. Dann sang sie, und das fanden einige zum Weinen. Das Verhältnis zwischen getroffenen und versemmelten Töne war bestenfalls 50:50. Umso erstaunlicher das Urteil. Dieter: "Schöne Gefühle, schön gesungen, alles schön."
Böses Omen? Die rote Glücksunterhose, die Silbereisen letzte Woche Ramon Roselly schenkte, passt nicht! "Viel zu klein!", so Ramon. Aber nicht deshalb weinte Ramon während der Probe - es gingen einfach die Emotionen mit ihm durch. Live sang er "Über sieben Brücken musst du gehen" (Karat) dann "sehr echt, sehr gefühlvoll" (Oana).
Nach dem Auftritt enthüllte Ramon sein Erfolgsgeheimnis: Er hatte Silbereisens rote Unterhose doch dabei - wenn auch nur in der Jackentasche! Weil "Flori" ihn "weiter als die anderen" sah, verschenkte Ramon zum Dank dann eine seiner Unterhosen an den Ex von Helene Fischer. Dieter: "Die sieht an dem Flori doch aus wie ein Kleid!"
Eigentlich hätte Ramon einen schnellen Song spielen sollen. Aber "Du hast ja Tränen in den Augen" (Bobby Solo, 1966!) ist eine Schnulze durch und durch! Fand auch Florian: "Mehr Kitsch geht nicht! Aber ich mein' das positiv." Auch Oana und Pietro schwankten "voller Freude" (Oana). Und Dieter Bohlen ging plötzlich auf die Knie.
"Ich hatte einen Schwächenafall", sagte der Pop-Titan. Musste man sich Sorgen machen? Nein, Dieter war nur vom Schlagerschmachtlappen Ramon weich gesungen worden. Er huldigte seinem erklärten Liebling ("Du machst alles richtig!") in einem kaum von den Kameras eingefangenen Moment auf Knien und schob ihm seine Bonus-CD zu!
"Wenn die loslegt, wächst kein Gras mehr", kündigte Moderator Alexander Klaws Lydia Kelovitz an, "Österreichs verrücktesten Schlager-Export". Nun sang ausgerechnet Lydia keinen Schlager, sondern "Tainted Love" von Marilyn Manson! "Du bist Risiko gegangen", lobte Oana. Dieter fand dagegen: "Das war Käse! Zu viel Fasching, zu wenig Stimme!"
"Du bist eine verrückte Nudel, ein Gesamtkunstwerk", lobte dagegen Florian Lydia für ihren dämonischen Auftritt. "Du fällst auf!" Dieter stellte beim Schlager-Titan eine neue Liebe zur härteren musikalischen Gangart fest: "Du bist ja jetzt Hardcore-Fan. Stimmt, es, dass du Rammstein zu dir in die Sendung eingeladen hast?"
Für ihren zweiten Song sollte "Superbombe Lydia" (so wird sie von ihrer Oma genannt) in Emotionen detonieren. Damit tat sie sich schwer. Dafür heulte Vocal Coach Juliette für sie bei den Proben von "Million Reasons" (Lady Gaga). Auf der Bühne war dann auch mehr Gebrüll statt Gefühl.
Vielleicht war Lydia auch abgelenkt. Die Jury hatte sich nämlich umgezogen. Florian hatte, wie versprochen, seine Kiste mit alten Stage-Klamotten ausgemistet und vier bunt schillernde Jackets mitgebracht, in die sich die Juroren warfen, in Pietros Fall: hineinzwängten. "Jetzt sieht jeder, dass ich echt der dickste in der Jury bin!"
Jury optisch hui, im Urteil uiuiui. Obwohl sich Lydia bei der eigentlich gefühlvollen Ballade eher wie ihr wrestlendes Alter Ego "Rude Lude" gebärdete, fand Dieter "das richtig klasse" und Oana hatte angeblich einen "finalwürdigen Auftritt" gesehen. Nur Pietro war da ganz anderer Meinung: "Das war hektisch und Gefühle hab ich nicht gespürt!"
Nun lag's an den Fernsehzuschauern, wer ins Finale einziehen sollte. Moderator Alexander hat gelernt und gestaltete die Entscheidungsverkündung so lang und -weilig wie in den Vorjahren. Als erste wurde Paulina ins Finale durchgewinkt, dann Joshua und Ramon.