Ansgar Brinkmann platzte im Dschungelcamp der Kragen: Weil er erneut für einen Regelverstoß bestraft werden sollte, verließ er das Camp. Im Interview mit unserer Redaktion steht er zu seinem Ausstieg und sagt: Weder Spielregeln noch RTL bestimmen, wie ein Ansgar Brinkmann zu leben hat!

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Herr Brinkmann, im Vorfeld haben Sie gesagt, dass Ihr Kumpel Jürgen Klopp regelmäßig das Dschungelcamp schaue. Hat er sich nach Ihrem freiwilligen Aus schon bei Ihnen gemeldet?

Ansgar Brinkmann: (lacht) Nein. Aber als es bekannt wurde, dass ich mitmache, hat "Kloppo" mir geschrieben, dass er jede Folge guckt. Und er hat auch gesagt: Weltklasse, er freut sich wie Bolle.

Oder haben sich andere ehemalige Fußball-Kollegen schon bei Ihnen gemeldet?

Nein, ich war noch nicht einmal an meinem Handy. Es sind aber bestimmt 1.357 Nachrichten drauf. Es könnte eine Weile dauern, bis ich die sortiert habe.

Bei Ihrem Ausstieg waren Sie stinksauer. Ihre Mitstreiter haben aber noch versucht, Sie zum Bleiben zu überreden. Haben Sie kurz darüber nachgedacht oder waren Sie fest entschlossen zu gehen?

Ich sag mal so: Das war einfach konsequent. Ich hätte zwar das Team gerne noch unterstützt und ein paar Challenges gemacht. Die ganze Veranstaltung hat mir Spaß gemacht, es war eine Herausforderung. Es war auch Neuland für mich, auf engstem Raum mit so vielen Leuten, wenig zu essen. Das war ein Brett. Aber ich habe gesagt, wenn man mir noch mal mit einer Abmahnung kommt, dann gehe ich. Und genau das ist passiert.

Manche Spiele waren richtig fies. Und der Umgangston der Ranger mit Ihnen war recht schroff. Fühlten Sie sich manchmal unfair behandelt?

Der Ton war schon hart. Es ist das Dschungelcamp und nicht das Traumschiff. Das weiß man nun aber schon seit Jahren. Darauf muss man sich einstellen. Aber ich muss schon sagen: Das war ein Trainingslager der besonderen Art.

Ich bin vom Fußball her aber sehr belastbar. Wo andere im roten Bereich sind, bin ich noch im Urlaub. Ich war jetzt auch psychisch und physisch im grünen Bereich, als ich rausgegangen bin. Alle meine Trainer, alle meine Vereine haben gesagt: Der Ansgar ist am besten, wenn er Druck hat.

Aber wenn Sie sagen, dass Sie mit Druck umgehen können, ist Ihr freiwilliger Auszug ja inkonsequent …

Nein, da haben Sie nicht aufgepasst. Haben Sie die Folge gesehen?

Ja.

Charakter ist mir einfach wichtiger. Wenn Sie bedenken, auf wie viel Kohle ich verzichtet habe, daran sieht man ja, dass ich kein Geldmensch bin.

Aber noch mal: Die Situation war so, dass es sich gehäuft hat. Wenn es nur diese eine Geschichte gewesen wäre, dann wäre das auch zu billig gewesen und würde meine Intelligenz wirklich beleidigen.

Es kamen aber ganz viele Sachen zusammen und ich habe wortwörtlich gesagt: 'Wenn jetzt noch mal eine Abmahnung kommt, dann gehe ich.'

Eine Minute später bekomme ich dann die nächste. Dann war ich konsequent und habe gesagt: Der Kuchen ist gegessen, ich gehe nach Hause. Weil, ich habe es euch gesagt.

Aber die Bestrafungen sind ja Teil der Spielregeln von RTL. Haben Sie mit Ihren Forderungen dann nicht versucht, die Regeln zu Ihren Gunsten auszulegen?

Ich bestimme, was ich mit meinem Leben anfange und wie weit ich gehe. Weder Spielregeln noch RTL bestimmen das. Das entscheide ich. Ich gehöre nicht zu denen, die zweifeln. Ich treffe irgendwann Entscheidungen. Und das habe ich getan.

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