Es kriselt im Camp an Tag neun. Während Thorsten Legat sich so in seine Dschungelprüfung hineinsteigert, dass Tränen fließen, kommt es zum Showdown zwischen Helena Fürst und Ricky Harris.

Im Einzelhandel gibt es ein simples Motto: "Der Kunde hat immer Recht." Beim Fernsehen dagegen: "Der Zuschauer nie". Im Dschungelcamp gilt das ganz besonders. Wie ist es sonst zu erklären, dass ein ums andere Mal die falschen Kandidaten aus dem Camp gewählt werden?

Natürlich, nach einer Woche bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" entscheiden die Sympathien für die Kandidaten. Dummerweise sind das selten die unterhaltsamsten.

Ex-Camperin Micaela Schäfer zickt gegen Sophia Wollersheim.

Jenny Elvers ist raus

Grammatik-Gott David Ortega (Letzter Satz: "Am Ende wird der Gewinner gewinnen, der gewinnt.") und Rolf Zacher (aus gesundheitlichen Gründen) mussten schon gehen, an Tag neun ist Jenny Elvers fällig.

Statt Nathalie Volk, die seit einer Woche versucht, ihr Schlaf-/Wachverhältnis stetig zu Gunsten ihrer Dschungelliege zu verschieben. Also muss es einer richten, für den das hier alles nicht nur die Warteliste für die nächste Staffel von "Let's Dance" ist.

Der Mann, der Mythos, die Maschine: Thorsten Legat. Er geht seine Dschungelprüfung gewohnt entspannt an: "Versagen ist, ein Kriech zu verlieren", presst er zwischen den Zähnen hervor und stürzt sich ins Wasser.

Legat: "Das beißt mich doch!"

Legat muss durch ein Tunnelnetzwerk mit allerlei kreuchendem und fleuchendem Beiwerk tauchen. Er könne die Prüfung jederzeit durch den Ausruf "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" beenden, sagt Daniel Hartwich.

Legats Mundwinkel zuckt nur verächtlich. Aufgeben? Ein Thorsten Legat? Die Tiere können von Glück reden, wenn er sie nicht auf der Stelle mit seiner bloßen Anwesenheit pulverisiert! Kasalla!

Im Tunnel ist er ganz Körper und Instinkt. Er schaut irre in die Kamera, raunt: "Mach hinne!", wobei unklar ist, wen er meint. Sich selbst? Die Tiere? Das Wasser, das sich sogleich teilen wird wie einst bei Moses? Egal, Augen weit auf und durch.

"Es ist locker!", brüllt Legat. Auf die Frage der Moderatoren, was denn, etwa der Helm oder eine Schraube, sagt Legat nur: "Egal, ich mach weiter."

Stöhnen, Schnauben, Atmen, "Come on!". Dann der Schockmoment: "Dat is doch ein Krokodil! Das beißt mich doch!" "Das Krokodil hat uns das gleiche über dich gesagt", spottet Hartwich.

"Ach, komm her!", brüllt Legat. Ja, eben, bring it on, verdammte Axt! Das Krokodil kann von Glück reden, dass sich Legat mit allen neun Sternen zufrieden gibt und das Reptil als Bonus nicht noch zu einer Handtasche verarbeitet!

Ex-Dschungelqueen Gilzer angelt sich einen schnuckeligen 24-Jährigen.

Als es endlich vorbei ist, blickt der ehemalige Fußballprofi mit Pipi inne Augen in die Kamera. "Ich hab' ausgeschaltet", sagt er. "Ich hab wie einen Balken vor Augen gehabt."

Kann dem Mann bitte mal irgendjemand einen Pokal in die Arme drücken? Oder wenigstens ein Bundesverdienstkreuz? Der ist doch vollkommen aufgelöst!

Wo andere Menschen nur tumb durchs Leben stolpern, da fühlt ein Thorsten Legat alles. Jederzeit, übergroß.

"Ich will keine Schlange sein"

Doch die Siegesstimmung im Camp ob des Jahrhunderterfolges von Legat hält nicht lange an. Es kriselt. Im Auge des Orkans: Helena, die Schreckliche und Ricky, der Rachsüchtige.

Am Vortag versagten sie bei der Dschungelprüfung. Helena stand, Ricky brüllte. Der Moderator forderte daraufhin das Publikum auf, die ehemalige Sozialarbeiterin rauszuwählen.

Natürlich verschärft RTL den Zwist an Tag neun. Die Prominenten sollen jedem Insassen ein Tier zuordnen. Ricky endet als Schlange. Die sei schließlich "hinterhältig".

Wenig schmeichelhaft. Also wimmert der Moderator wenig später in die Kamera: "Ich möchte keine Schlange sein."

Helena Fürst hingegen hat die Zeit ihres Lebens. Sie ist nicht mehr die Unbeliebteste im Camp. Wer hätte das gedacht.

Folgt jetzt ein ähnlich sagenhaftes Comeback wie einst bei Larissa Marolt 2014? Vom Saulus zu Paulus? Auch das Model versagte reihenweise in den Dschungelprüfungen, um dann überraschend zum Publikumsliebling aufzusteigen.

Ein Blick in Fürsts miesepetriges Gesicht gibt jedoch schnell die Antwort: auf gar keinen Fall. Und am Ende gewinnt sowieso der Gewinner, der gewinnt.