Jetzt will auch der Micky-Maus-Konzern seinen Teil vom Streaming-Kuchen. Exakt vier Wochen vor dem US-Start von Disney+ gibt ein sehr langes YouTube-Video Aufschluss über das zu erwartende Portfolio. International aber ist die Rechtelage komplex.

Es ist eine VoD-Kampfansage, welche die Kräfte auf dem Streaming-Markt noch mal gewaltig durchrütteln könnte: Einen Monat, bevor die mit Spannung erwartete Plattform Disney+ in Nordamerika gelauncht wird, hat der Micky-Maus-Konzern bekannt gegeben, was Abonnenten zum Start erwartet.

In einem mehr als dreistündigen YouTube-Video (Titel: "Praktisch alles, was bei Disney+ in den USA läuft") sowie einem langen Twitter-Thread findet sich eine schier erschlagende Vielzahl an Filmen und Serien.

Szene aus "Rogue One: A Stars Wars Story": Die Titel der berühmten Weltraumsaga dürften Zugpferde des neuen Streaming-Dienstes Disney+ werden.

Ganz an die Bandbreite des Marktführers Netflix kommt das Angebot zwar nicht heran. Trotzdem kann sich die Quantität sehen lassen. Zugpferde sind bekannte Filmmarken wie "Star Wars" und "Fluch der Karibik" sowie die Titel aus den zu Disney gehörenden Studios Marvel ("Avengers"), Pixar ("Cars") und 21st Century Fox.

Neben aktuellen Blockbustern wie "Dumbo", "Rogue One", "The Mandalorian" und "Captain Marvel" finden sich auch viele Archivtitel im Angebot, die speziell vielen deutschen Zuschauern noch unbekannt sein dürften.

Auch gibt es ein Wiedersehen mit Serienhits der 80er- und 90er-Jahre, darunter "Duck Tales", "Captain Balu" und "Die Muppet-Show". Der älteste Klassiker ist "Schneewittchen und die sieben Zwerge" aus dem Jahr 1938.

Disney-Plus: Abo-Frust ist programmiert

Allerdings: Ob im kommenden Jahr dann auch deutsche Disney+-Abonnenten in den Genuss des kompletten US-Angebots kommen, ist mehr als ungewiss. Die Rechtelage auf dem internationalen VoD-Markt ist kompliziert.

Marktbeobachter erwarten mit Spannung Aufschluss in der Frage, wie sich die Verästelung der Streaming-Angebote wirtschaftlich auswirken wird.

So dürfte es etwa vielen Netflix-Kunden sauer aufstoßen, dass von Disney lizenzierte Top-Titel wie die Marvel-Filme nicht mehr im vertrauten Abo enthalten sind. Umgekehrt bietet Disney auch eben "nur" eigene Lizenzware.

Disney+ startet am 12. November in den USA sowie in Kanada, Australien, Neuseeland und den Niederlanden. Mit einer Markteinführung in Deutschland wird im Frühjahr 2020 gerechnet.

Den dann zu erwartenden Abo-Preis für de 4K-Streaming-Flatrate hat Disney noch nicht beziffert. Er dürfte allerdings nah bei den 6,99 Euro liegen, die ab Mitte November in den Niederlanden erhoben werden.

(tsch)