Schlagfertige Kandidatin bietet Joko Winterscheidt Paroli: Einfach mal "die Klappe halten"

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Rund ums Fahrrad drehten sich in der dritten Ausgabe der Erfindershow "Das Ding des Jahres" einige Tüfteleien. Doch für das Highlight des Abends sorgte eine schlagfertige Erfinderin, die es mit Juror Joko Winterscheidt aufnahm und ihm und seinem frechen Mundwerk Paroli bot.

Doch bevor es dazu kam, war erst einmal Ernstfried Prade dran. Er hat einst die legendäre Windsurfing-Marke Mistral mitgegründet, widmet sich mittlerweile aber mehr seinem Hund. Seine Überlegung: Nicht nur sein Border Collie Tami, sondern alle seine Artgenossen sollen sich beim Transport im Auto super und sicher fühlen.
Für Prade gehören Hunde beim Auto-Transport nicht in sperrige Metallboxen, die an Gefängnisse erinnern. Seine Lösung deshalb: ein aufblasbares Hunde-Heim. Die Idee kam gut an - und hat offenbar Marktchancen. Denn die deutschen Tierliebhaber geben im Schnitt mehrere tausend Euro für ihre treuen Begleiter aus.
Eine völlig andere Idee hatte Udo Wuttke. Seine Überlegung: Wirklich hübsch anzusehen sind Mülltonnen nicht. Wuttke hat deshalb ein System erfunden, um sie ansehnlicher zu machen. Er entwickelte individuell gestaltbare "Vorhänge" für Tonnen. Das kam bei der Jury gut an, der Preis allerdings weniger: 700 Euro kostet ein Vorhang - pro Tonne.
Viele Frauen haben gerne ein Handtasche dabei, die auch zum Outfit passt. Weil das aber nicht immer so leicht möglich ist, haben diese drei Damen bei "Das Ding des Jahres" eine Lösung vorgestellt: Austauschbare Deckel. Damit lässt sich eine Basis-Tasche für 169 Euro immer wieder neu gestalten. Um ihren Clou angemessen zu demonstrieren, wechselten die Frauen auf der Bühne mehrfach die Outfits.
Joko Winterscheidt hatte natürlich eine kecke Frage parat und fragte eine der Damen, ob sie später noch schwimmen gehe würde. Doch diese konterte: "Es ist nicht deine Kernkompetenz. Aber komm du doch einfach auch nach vorn und halt einfach die Klappe." Fand nicht nur Jury-Kollegin Lena Gercke witzig: Auch Joko und das Publikum bekamen sich bei so viel Schlagfertigkeit vor Lachen kaum wieder ein. Fürs Finale reichte die Idee jedoch nicht.
Austauschbare Absätze bei Damenschuhen? Mit dieser Idee kam Katrin Leiber aus Mannheim zu "Das Ding des Jahres". Joko verdrehte in seinem Juroren-Sessel direkt die Augen - Damenschuhe trägt er wahrscheinlich recht selten. Und sowieso wollte er sein eigenes Schuhwerk nicht ausziehen: "Ich habe die falschen Socken an."
Mit einer ungewöhnlichen Idee kamen Maximilian Wödl (r.) und René Holzer (beide 20) vorbei: Sie entwickelten einen Spiegel, auf dem man während des Zähneputzens verfolgen kann, welche E-Mails gerade so eintrudeln. Nun ja, wer's braucht.
In Spiegeln scheint gewisses Tüftler-Potenzial zu liegen. Rolf Grimm hat einen Spiegel konstruiert, in dem man sich auch von hinten sehen kann - eine Kamera macht diesen Kniff möglich. Lea-Sophie Cramer, Gründerin des Online-Sexshops Amorelie und "Das Ding"-Jurorin, bemängelte allerdings: "Ich sehe in smarten Spiegeln noch keinen Massenmarkt."
Erfindungen sind dann klug, wenn sie besonders einfach zu handhaben sind. So jedenfalls lautete das Motto des Hamburgers Martin Hüdepohl. Er hat den "Schlepper" entwickelt: Damit lassen sich Plastikflaschen-Sechserpacks aus dem Supermarkt "total easy" umhängen, so seine Ansage. Winterscheidt zeigte sich angetan: "Dein Ding ist beinahe so, als hättest du das Rad erfunden."
"Total crazy" fand Joko außerdem einen Rucksack, mit dem man sein Fahrrad ganz locker auf dem Rücken tragen kann. Er spann die Idee des "Outentic" auch gleich weiter: "Das Ding ist auch geil, wenn man ein Fahrrad klauen will."
Viele Menschen in Städten sind heutzutage mit Lastenfahrrädern unterwegs. Weil die zwar praktisch, aber auch teuer sind, haben sich Fritz Wesche (zweiter von links) und Ofir Yadan eine Alternative ausgedacht. Sie haben ein System entwickelt, das ganz einfach am Vorderrad angebracht wird. So lässt sich auch ein Bierkasten einfach per Zweirad transportieren.
Vor allem Jurorin Lea-Sophie Cramer gefiel die Idee, dem eigenen Fahrrad ein Upgrade zu verpassen. Sie wollte das "Trego"-Produkt haben, musste beim Preis allerdings schlucken: Mehr als 800 Euro werden für das durchaus innovatives System verlangt.
Einkaufen für die ganze Familie ist oftmals nicht ganz einfach. Deshalb haben die Wiener Eheleute Buschbacher einen multifunktionalen Einkaufswagen entwickelt. Winterscheidt (r.) blieb skeptisch.
Das Problem des multifunktionalen Einkaufswagens: Er bietet zu wenig zusätzlichen Stauraum, wie die Juroren bemängelten. Dass die Erfindung zudem an ein Fahrrad geschraubt werden kann, überzeugte sie kaum.
Gewonnen hat die dritte Ausgabe von "Das Ding des Jahres" am Ende Fritz Wesche mit seinem Lasten-Zusatz für das Fahrrad. Nun hat er gemeinsam mit Partner Ofir Yadan die Chance auf einen Preis in Höhe von 100.000 Euro.